Im September wurde das Thema künftiger Spielplatzgestaltung durch Heidi Körner angestoßen.
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Im September wurde das Thema künftiger Spielplatzgestaltung durch Heidi Körner angestoßen.

Konzept

Spielplatzgestaltung: Viel mehr als eine Geschmacksfrage

  • vonAndrea Gräpel
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Die Neugestaltung des Spielplatzes in Breitbrunn hat eine Diskussions-Welle losgetreten, die nun den Gemeinderat Herrsching erreicht hat.

Breitbrunn – Es gibt Reizthemen, bei denen hat man das Gefühl, Herrschings Bürgermeister geht gleich an die Decke. Eines dieser Themen ist seit diesem Sommer die Spielplatzneugestaltung „Am Ende ist es vielleicht nur eine Geschmacksfrage“, sagte Christian Schiller in der Gemeinderatssitzung am Montag. Nicht zuletzt war er es, der dazu beitrug, dass es weit mehr ist. Aus seiner Sicht wurde es zu einer Frage der Ehre für sich und seine Mitarbeiter. Tatsächlich ging es um einen interfraktionellen Antrag, künftig über ein zeitgemäßes Gestaltungskonzept nachzudenken.

Als Sprecher der Antragsteller bot sich am Montag Alexander Keim (FDP) an, selbst Vater zwei kleiner Kinder, die die Spielplätze in Herrsching nutzen. Er hatte sich des Themas angenommen, als die Vorsitzende des Gartenbauvereins in Breitbrunn, Heidi Körner, in Sorge um Ortsbild und Apfelbäume auf der Dorfwiese des Herrschinger Ortsteils Kritik geübt hatte (wir berichteten) und sich eine gartenpädagogischere Gestaltung gewünscht hätte. Keim konnte die Kritik nachvollziehen, formulierte einen Antrag und fand Mitstreiter unter den Ratskollegen.

Schiller erinnerte daran, dass die Gemeinde acht Spielplätze unterhalte und die zuständigen Mitarbeiter sich über Jahrzehnte ohne Beanstandungen darum gekümmert hätten. Wöchentlich würden die Spielplätze kontrolliert, einmal im Jahr komme der TÜV. Die Geräte, die nun in Breitbrunn aufgestellt worden seien, hätten sich seit Jahren in Herrsching bewährt. „Holzspielgeräte sprechen mich auch mehr an“, sagte er und fügte hinzu, dass sie aber auch schnell Vandalismus zum Opfer fielen. Mitgebracht hatte er ein Schreiben von Eltern und ein selbstgemaltes Bild von Kindern, die von dem neuen Spielplatz in Breitbrunn schwärmen. Auch das Kinderhaus-Team habe sich für eine gelungene Gestaltung bedankt. Schillers Stellvertreterin Christina Reich (CSU) merkte an, dass sich das Gremium nicht um jedes Schaukelpferd kümmern könne: „Wir haben andere Dinge zu erledigen.“

Christiane Gruber (BGH) versuchte, die Wogen zu glätten, als sie bemerkte, „dass die Sache in den falschen Hals geraten ist“. Es gehe um ein Konzept für die künftige Spielplatzgestaltung und nicht um Einmischung oder Kritik. Einen Experten wünschten sich die 15 Antragsteller aber schon. Genau in diesem Stimmenverhältnis, gegen zehn Stimmen, wurde dieser komprimierten Fassung des zuvor in der Tat weitreichenderen Antrags am Ende zugestimmt.  

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