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Symbolbild

Aus dem Gerichtssaal

Staatsanwalt stellt Ermittlungen ein

Breitbrunn – Johannes von Perger atmet hörbar auf. „Jetzt ist es vom Tisch“, sagt der Inhaber des früheren Saftherstellers Perger im Herrschinger Ortsteil Breitbrunn. Im jahrelangen Dauerbrenner um die Aufarbeitung seiner Probleme, die in die Insolvenz geführt haben, ist ein Kapitel beendet: Die Staatsanwaltschaft München II hat die vor einigen Monaten aufgrund einer Strafanzeige eingeleiteten Ermittlungen abgeschlossen – erstaunlich schnell, wie Johannes von Perger selbst meint.

„Es gab eine Reihe von Vorwürfen wegen möglicher Straftaten, die überprüft worden sind“, sagt Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich. Nach seinen Angaben lag eine Strafanzeige mit mehreren Punkten zugrunde. Dabei seien diverse Behauptungen erhoben worden: Im Rahmen der Neugründung einer Genossenschaft im Jahr 2012 seien falsche Angaben über die finanziellen Verhältnisse der Altbetriebe gemacht worden, eine Abfüllanlage sei zu teuer verkauft worden, die eingetragenen Wortmarken Perger und Lukullus samt Rezepturen seien überteuert an die Genossenschaft verkauft worden, Vereinbarungen über Ratenzahlungen seien nicht eingehalten worden. 

Die Einstellung der Ermittlungen bedeutet nach Heidenreichs Worten nicht unbedingt, „dass es nicht so gewesen sein könnte“. Für all die Vorhaltungen habe die Staatsanwaltschaft aber keine Nachweise gefunden. Zudem handele es sich teils nicht um strafrechtliche, sondern um zivilrechtliche Auseinandersetzungen, so etwa bei den Markenwerten. Dennoch bezeichnet Heidenreich zum Beispiel den für die Abfüllanlage gezahlten Preis als angemessen. Angegriffen worden war in der Anzeige nach Heidenreichs Angaben sogar eine für die Genossenschaftsmitglieder signalisierte vierprozentige Verzinsung ihrer Anteile, was jedoch für die Staatsanwaltschaft „keine verbindliche Zusage“ war.

Wie mehrmals berichtet, haben die mehr als 400 Genossen keine Aussichten, von ihren insgesamt eingezahlten 1,6 Millionen Euro etwas zurückzubekommen, eine Rendite schon gar nicht. Von Perger sieht für die in der Anzeige vorgebrachten Anschuldigungen jedoch „kein Fundament“. Die Vorwürfe seien alle „lächerlich“ gewesen. Den Verkauf der Marke beispielsweise habe er selbst überhaupt nicht gemanagt: „Für die Finanzen war ich gar nicht zuständig.“ Er äußert die Vermutung, dass es bei der Anzeige auch persönliche Aspekte gegeben habe.

Von den Insolvenzverfahren sind die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen nach Heidenreichs Worten getrennt. Sie laufen ebenso weiter wie die Versuche, den Hof in Breitbrunn im Zuge von Johannes von Pergers Privatinsolvenz zu verkaufen. Für den habe es bisher zehn Interessenten gegeben – ohne Ergebnis, sagt von Perger. Unterstützt von Michael Smolka, dem Wirt des Gasthofs am Maisinger See, arbeitet er unterdessen mit der neuen Firma Freiherr von Perger GmbH weiter an einem Neuaufbau. Etwa 25 Läden und gastronomische Betriebe führen die neuen Perger-Säfte inzwischen nach seinen Angaben. Auf dem Tollwood-Winterfestival in München beliefere er zum Beispiel inzwischen drei Stände mit Glühwein, und auch der Getränkemarkt Fristo habe nachbestellt, „weil die Kunden Druck gemacht haben“.

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