Gymnasium Herrsching

„Für Standortdebatte ist es zu spät“

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Nachdem eine Initiative in Herrsching noch immer versucht, den Gymnasiumstandort am Mühlfeld zu kippen, ließen sich die Gemeinderäte vom Landkreis über den Sachstand der Planungen dort informieren und sprachen sich mehrheitlich erneut für diesen Standort aus.

Herrsching – Jens Waltermann beschäftigt sich seit zehn Jahren mit einem Gymnasium. Seit zehn Jahren ist er Vorsitzender des Fördervereins für ein zweites Gymnasium für den westlichen Landkreis, und er ist darüber hinaus für die FDP Gemeinderat in Herrsching. Als solcher reagierte er in der Sitzung am Montag noch immer „einigermaßen erstaunt“ darauf, dass es auch vier Jahre, nachdem die Planungen für eine Schule in Mühlfeld weit vorangeschritten sind, eine Initiative gibt, die den Standort zu Fall bringen will (wir berichteten). Und nicht nur er. Auch im Landratsamt war man irritiert, denn Bauherr ist der Landkreis. Kreis-Kämmerer Stefan Pilgram in Begleitung von Vize-Landrat Georg Scheitz nahm deshalb am Montag ebenfalls in der Ratsrunde Platz, um über den Sachstand zu berichten und darauf hinzuweisen, „dass wir keine Standortdebatte mehr führen können. Wir sind zu weit“ (Scheitz). Vom Gemeinderat wollten sie wissen, ob das Gremium weiter hinter den Plänen im Mühlfeld steht oder nicht.

„Wir haben uns immer auf den Gemeinderat verlassen“, so Scheitz. Mit 17 zu drei Stimmen wird er dies wohl auch in Zukunft können. Ein Bürgerbegehren ist deshalb aber noch nicht vom Tisch. Wie berichtet, wollten sich CSU-Gemeinderat Willi Welte und Gerhard Knülle diesen Schritt vorbehalten. Sie wollen sich aber erst in den nächsten Tagen dazu äußern.

Erwartungsgemäß hatte Welte die Unterstützung am Montag versagt. Mit ihm auch Klaus Pittrich (CSU) und Johannes Puntsch (FDP). Letzterer sprach von zwei Schubladen. In der einen befinde sich ein Riesenprojekt, das sich jeder für Herrsching wünsche, in der anderen der Wert des Grundstücks. An der Auswahl sei der Gemeinderat nie beteiligt gewesen, die Entscheidung fiel damals fürs Mühlfeld, nachdem damit gedroht worden sei, dass ansonsten nach Hechendorf ausgewichen würde. „Aber Hechendorf war eine reine Finte“, so Puntsch. „Und das Grundstück da draußen (Mühlfeld) ist eine Katastrophe, da spricht alles dagegen.“ Auch Pittrich unterstrich, dass ihm der ursprünglich vorgesehene Standort am Herrschinger Moos viel lieber gewesen wäre. „Da hätten wir wesentlich weniger Probleme gehabt“, meinte er und sprach vor allem die verkehrliche Anbindung über einen Kreisel an.

Die Mehrheit im Gemeinderat ist anderer Meinung. Und auch Vize-Landrat Scheitz: „Ich als Erlinger kenne das Grundstück seit meiner Kindheit.“ Das Mühlfeld sei seiner Ansicht nach sogar prädestiniert für ein Gymnasium.

Andere Ratskollegen interessierte, weshalb der Landkreis an der Zusammenarbeit mit dem Umweltinstitut festhalte, nachdem die Vergabe in diesem Zusammenhang ein Jahr Verzögerung bedeutet hatte. Wie berichtet, sollte das Gymnasium als Forschungsprojekt bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) untergebracht werden. Die vergaberechtliche Genehmigung dafür wurde jedoch versagt. Ausschreibungen erfolgen nun nach umständlichen EU-Recht. Trotzdem will der Landkreis die Möglichkeit, aus dem Fördertopf der DBU zu schöpfen, nicht fallen lassen und sieht auch gute Chancen dafür.

Der Auftrag für den Kreisel ist bereits vergeben. Baubeginn ist nächstes Frühjahr. Mit dem ersten Vorentwurf für die Schule rechnet Pilgram im Mai nächsten Jahres, erst dann könnten auch erste Kostenschätzungen gemacht werden.

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