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Wechselte vom Starnberger an den Ammersee: Jan Pleines arbeitete im Starnberger Nepomuk in der offenen Jugendarbeit, nun ist er Streetworker in Herrsching. 

Jugendarbeit

Zum Auftakt ein Football-Training

  • Katja Brenner
    vonKatja Brenner
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Herrsching hat einen neuen Streetworker. Jan Pleines ergänzt in dieser Rolle das Angebot der gemeindlichen Jugendarbeit. Als erste Aktion zum Kennenlernen möchte er die jungen Herrschinger für eines seiner Hobbys begeistern.

Herrsching – Manche Jugendliche erkennen ihn jetzt schon, wenn er seine Runden entlang der Seepromenade, am Bahnhof oder am Skatepark dreht. Seit diesem Monat hat Herrsching einen neuen Streetworker. Sein Name: Jan Pleines. Der 34-Jährige hat nach fünf Jahren in der offenen Jugendarbeit im Starnberger Jugendzentrum Nepomuk an den Ammersee gewechselt.

Auch in Herrsching ist Pleines Teil der offenen Jugendarbeit, mit seiner Stelle ist er zur Hälfte im Jugendtreff Stellwerk und zur Hälfte draußen auf der Straße, „weil es schon darum geht, mitzubekommen, was die Jugendlichen so brauchen“, sagt Pleines. In der Rolle als Streetworker gehe es darum, das Angebot der gemeindlichen Jugendarbeit zu ergänzen.

Ohnehin unterscheide sich die Arbeit als Streetworker nicht allzu sehr von der der offenen Jugendarbeit. „Jetzt ist es halt so, dass ich auf die Jugendlichen zugehe“, erklärt der 34-Jährige. Angesichts der aktuellen Situation sei es sogar leichter, draußen Kontakte zu den Jugendlichen zu knüpfen, da er dort keine Mund-Nasen-Maske tragen müsse. Damit sie sich auch bei ihm melden können, hat er seine Visitenkarten immer dabei.

Pleines hat in seiner Heimat Darmstadt Soziale Arbeit studiert. Schon während seines Studiums merkte er schnell, dass es ihn in die Jugendarbeit zieht. Ausschlaggebend war eine Jugendfreizeit, die er für die Stadt Bad Homburg begleitete. Für die zweiwöchige Veranstaltung fehlte Personal. Also fuhr der Student Pleines kurz entschlossen mit der Jugendgruppe nach Rom und zum Zelten nach Cesenatico und half dem Team bei der Ausgestaltung des Programms. Zwar sei die Italien-Reise mit einer Horde Teenager, die ohne Eltern in einem fremden Land unterwegs waren, „nicht ganz ohne“ gewesen, erinnert sich Pleines. Aber am Ende der Reise habe der Team-Leiter der Betreuer zu ihm gesagt, dass er sich ihn durchaus gut in der Jugendarbeit vorstellen könne. Doch im Rhein-Main-Gebiet sah es mit Stellen in diesem Bereich eher mau aus. Jung und ungebunden, entschied sich Pleines, etwas großräumiger zu suchen. Und so verschlug es ihn an den Starnberger See.

Das Wichtigste, was man für die Arbeit als Streetworker mitbringen muss, sind laut Pleines Geduld und Empathiefähigkeit. Schließlich erfordere es einiges an Feingefühl, wann man die Jugendlichen im öffentlichen Raum ansprechen könne und wann man von einer Gruppe junger Menschen eher als störender Eindringling gesehen werde. Zudem schade es nicht, „ein bisschen jung geblieben im Kopf“ zu sein, so Pleines.

Ihm geht es darum, nach und nach ein Vertrauensverhältnis zu den Herrschinger Jugendlichen aufzubauen. Er will für sie da sein, ihnen mit Rat und Hilfe zur Seite stehen. In seiner Rolle sieht er sich nicht als denjenigen, der die Heranwachsenden mit erhobenem Zeigefinger maßregelt. Die jungen Leute sollen sich denken: „Der ist ja eigentlich ganz cool, das kann ich dem auch mal erzählen“, so Pleines’ Wunsch. Was ihm erzählt wird, behält er für sich. Für Pleines gilt die Schweigepflicht.

Privat spielt der kräftige junge Mann mit den tätowierten Armen gerne Schlagzeug. Für sein anderes Hobby möchte Pleines nun auch die Herrschinger Jugendlichen begeistern. Denn in seiner Jugend in Darmstadt hat Pleines drei Jahre lang im Verein American Football gespielt. Zu Ferienbeginn bietet er daher in Kooperation mit den Starnberg Argonauts ein Schnuppertraining für American Football an: Es findet am Montag, 27. Juli, von 14 bis 17 Uhr auf dem Sportplatz am See statt. Anmelden kann man sich bis Freitag, 24. Juli, telefonisch, per E-Mail oder persönlich zu den Öffnungszeiten im Jugendhaus Stellwerk. Eine gute Gelegenheit, den neuen Streetworker kennenzulernen.

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