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Hier soll das Gymnasium gebaut werden.

Bürgerbegehren

Der Konflikt hinterm Begehren

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Bürgermeister Christian Schill legt Historie zu Grundstücksverhandlungen an Seefelder Straße vor.

Herrsching – Bürgermeister Christian Schiller wird nicht müde, über das Ergebnis seiner neuerlichen Eigentümerbefragung in Zusammenhang mit dem Bürgerbegehren gegen den Gymnasiums-Standort zu berichten. In der Gemeinderatssitzung am Montag fasste er es in fett gedruckte Lettern: „Der Bau eines Gymnasiums an der Seefelder Straße wäre auch heute nicht möglich.“ Dabei sind seine Zahlen und die der Initiatoren schwerlich gegenüberzustellen und ändern auch an der Sache nichts, denn der Landkreis klargestellt: Das Gymnasium wird am Mühlfeld gebaut, nicht an der Seefelder Straße.

Sowohl Willi Welte als auch Gerhard Knülle als Initiatoren bleiben dabei: „Die Eigentümer der Grundstücke, die für den Bau gebraucht würden, sind bereit zu verkaufen. Daran hat sich nichts geändert.“ Wie berichtet, wäre daran ein ein Baurecht gekoppelt, bei dem die Initiatoren versichern, es sei rechtens, die Anwälte von Gemeinde und Landkreis jedoch ein unerlaubtes Kopplungsgeschäft erkennen. Schiller holte die Präsentation unter dem Punkt Bekanntgaben aus der Schublade. Akribisch hatte er darin alle Aktivitäten der Gemeinde seit 2010 im Bereich Seefelder Straße zusammengetragen und natürlich auch die Gründe, die dazu führten, dass die Verhandlungen seinerzeit scheiterten.

Als die Fragestellung des Bürgerbegehrens bekannt geworden war, hatte sich Schiller sogleich dran gemacht, die Eigentümer nach der Kaufabsicht zu befragten (wir berichteten). Von einem erhielt das Rathaus keine Antwort. Während Schiller dies als ein Nein deutet, verweisen Welte und Knülle darauf, dass es einfach Eigentümer gebe, die auf Schreiben aus dem Rathaus nicht mehr anworteten. Im Falle eines erfolgreichen Bürgerentscheids würden sie das den Initiatoren gegenüber gemachte Versprechen sehr wohl umsetzen. Unterdessen liegen die Unterschriftenlisten weiter in Herrschinger Geschäften aus. „Wir sind gut unterwegs“, sagt Knülle, ärgert sich aber darüber, dass aktiv gestört werde, ohne dies näher zu benennen.

Unlautere Einflussnahme habe auch der Förderverein für ein zweites Gymnasium in Herrsching an der Christian-Morgenstern-Volksschule genommen, findet Welte. Deshalb hätten er und Knülle eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Schulleiterin eingereicht. Schiller hatte FDP-Gemeinderat Jens Waltermann gegenüber bestätigt, dass diese Beschwerde vorliege, hatte sich in der Gemeinderatssitzung aber nicht näher dazu äußern wollen. Welte erwähnt auf Nachfrage des Starnberger Merkur einen Elternbrief, der gegen das Bürgerbegehren gerichtet war.  

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