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Riesige Ganter Fichtenholz warten in Breitbrunn auf ihre Abholung.

Schädlingsbefall

Der Käfer ist überall

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Der Borkenkäfer hält Förster und Waldbesitzer in Atem. „Der Befall ist so hoch wie seit Jahren nicht“, sagt Revierleiter Luitpold Schneider.

Breitbrunn – So große Holzhaufen hat Michael Bubetz in Breitbrunn noch nicht gesehen. Luitpold Schneider spricht nicht von Haufen, sondern von Holz-Polter oder Holz-Ganter und kann die Verwunderung gut nachvollziehen. „Wir haben einen extremen Borkenkäferbefall wie seit Jahren nicht mehr“, so der Andechser Revierförster.

Erst vor wenigen Wochen wurde eine Befliegung durchgeführt, um die Lage von oben einzuschätzen. „Wir müssen das jetzt auswerten. Es gab viele rote Fichtengipfel“, erzählt Schneider. Rote Kronen sind ein eindeutiger Hinweis auf den Borkenkäferbefall. Denn nach dem heißen Sommer hat sich die Befürchtung der drei Revierleiter im Landkreis Starnberg bewahrheitet. „Es ist sogar noch schlimmer als befürchtet“, meint der Forstwirt Schneider.

Schneider ist als Revierleiter beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) zuständig für die Gemeindewälder und er betreut die privaten Waldbesitzer. Zugleich hat er die Aufsicht über den Staatsforst, in dem eigene Förster beschäftigt sind. Schneider ist zuständig für das Revier Herrsching, Andechs, Feldafing und Tutzing sowie den Bereich bis Bernried, Wielenbach und Raisting. Im Landkreis Starnberg sind 60 Prozent des Waldes privat, 30 staatlich und zehn Prozent kommunal. Insgesamt ist Schneiders Revier 3500 bis 4000 Hektar groß.

„Es ist eigentlich nicht der Job der Forstverwaltung, den Käfer im Privatwald zu suchen“, sagt er. Aber nichts anderes macht er seit drei Monaten. Es gebe 3000 Waldbesitzer, viele kümmerten sich, aber viele auch nicht. In vielen Fällen wüssten die Waldbesitzer in den seit Generationen weitervererbten und unterdessen parzellierten Flächen nicht einmal, wo sich ihr Wald befinde. „Wir arbeiten dem Käfer hinterher“, sagt Schneider. Einmal habe eine Ersatzvornahme angeordnet werden müssen. Ein Einzelfall. Aber es gebe immer ein paar Waldbesitzer, „denen ist das wurscht“.

Nur Fichten betroffen

Nach elf Jahren Revierdienst hat sich Schneider im Landkreis ein gutes Netzwerk aufgebaut, und er pflegt einen guten Kontakt zur Waldbesitzervereinigung. In Zeiten wie diesen sei dies unschätzbar wertvoll, denn der Befall geschieht „rasend schnell“. Und es helfe, wenn jeder Waldbesitzer in seinem Wald nachschaue und sich einem Netzwerk anschließe.

Betroffen vom Borkenkäferbefall sind ausschließlich Fichten. Zwei Arten von Borkenkäfern gibt es – den Buchdrucker und den Kupferstecher. Sie konnten 2016 drei Generationen ausbilden, die sie ohne Verluste durch den milden Herbst und Winter brachten. Sobald die 16,5-Grad-Grenze überschritten wird, entwickeln sie sich weiter. Dazu gab es in diesem Sommer viel Gelegenheit. Schneider spricht von einer flächendeckenden Massenvermehrung. Unterdessen sei der Lage kaum noch Herr zu werden. Die frisch befallenen Fichten seien am Bohrmehl leicht zu erkennen. Der Waldexperten sagt, es sieht aus wie brauner Schnupftabak. Auch Harztropfen weisen auf einen aktuellen Befall hin.

„Ist ein Baum befallen, muss er unmittelbar umgeschlagen, 500 Meter vom Wald entfernt gelagert und entrindet werden“, erklärt Schneider. In Breitbrunn warteten derzeit wohl 1000 Festmeter Fichtenholz auf die Abholung. Insgesamt seien es wohl 10 000 Festmeter. Hinzu kämen die Einschläge nach dem jüngsten Sturm. Eigentlich sollte das Holz schnell abtransportiert werden, damit der Käfer es nicht findet. Bedauerlicherweise, so Schneider, haben die wenigen Sägewerke, die es gibt, Anfang August Betriebsurlaub. Drei bis vier Wochen werde es seiner Schätzung nach deshalb noch dauern, bis die Holz-Ganter abgeholt würden.

Keiner will die Spitzen

Wegen der lauen Temperaturen blieben die Waldbesitzer zudem auf ihren Fichtenwipfeln sitzen, die normalerweise zu Hackschnitzel verarbeitet würden. „Die aus unserem Gemeindewald habe ich verschenkt“, sagt Schneider. Damit er sie los war. Sonst laufen auch diese Stapel Gefahr, befallen zu werden. Verschenken sei billiger, als sie zu hacken und wieder in den Wald hineinzublasen. Auch eine Möglichkeit, Borkenkäfer zu vernichten, aber teuer.

Schneider bittet alle Waldbesitzer um Mithilfe und regelmäßige Kontrolle. „So schlimm wie heuer war es noch nie.“ Den Schaden gering zu halten, gelinge nur in einem guten Miteinander.

Informationen unter www.aelf-wm.bayern.de, z (0 88 61) 9 30 70 

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