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Breitbrunn - Eine Mittelinsel auf der Staatsstraße will das Staatliche Bauamt nicht, und ein nächtliches Lkw-Verbot ist dem Landratsamt nur bei enormer Zählzahl wert. Und die müssten die Herrschinger mit einer teueren Zählung beweisen. Das lassen sie dann lieber gleich sein.

„Den Radlweg brauch ma, da gibt’s koa Radi.“ CSU-Gemeinderat Thomas Bader brachte es in der Ratssitzung am Montag auf den Punkt. Sei es ein Radlweg bis zum Sportplatz in Breitbrunn, eine Verkehrsinsel oder der Lkw-Verkehr – Staatliches Bauamt und/oder Landratsamt grätschen den Herrschingern im Bemühen um eine Lösung immer dazwischen.

Ein Rad- und Fußweg entlang der Staatsstraße in Breitbrunn war bereits in der Ortsteilversammlung 2015 beantragt worden. Er sollte bis zum Sportplatz führen, um dort die Straße zu queren – möglichst durch eine Unterführung. Diese, das ergab eine Machbarkeitssstudie, würde mehr als eine Million Euro kosten – ohne Grundstücksankäufe. Zu teuer. Eine Mittelinsel käme mit 750 000 Euro günstiger. Acht Monate ließ sich das Staatliche Bauamt Zeit, um darauf zu antworten. Der zuständige Sachbearbeiter lehnt die Lösung aber ab. Sie stelle so weit außerhalb der Ortsdurchfahrt ein Hindernis dar.

„Das ist nicht akzeptabel“, fand Christiane Gruber (BGH). In Inning gebe es genauso eine Insel beim neuen Wertstoffhof – außerhalb der Ortschaft. „Ich finde, wir sollten versuchen, der Mail zu widersprechen.“ Damit stieß sie ins selbe Horn wie Bader, der die „Mail ein bisschen dünn“ fand. Wenigstens eine Tempobeschränkung oder die Versetzung des Ortschildes sollte dann möglich sein, aber nichts werde erlaubt, empörte er sich. Bürgermeister Christian Schiller schlug vor, mit dem Thema in den nächsten Arbeitskreis Verkehr zu gehen, um mit Verkehrsplaner Dr. Ralf Kaulen gemeinsam eine Lösung zu finden. Um möglicherweise schnell handeln zu können, soll die Verwaltung bereits über den den Kauf der dafür notwendigen Grundstücke verhandeln.

Wenig Hoffnung wurde den Räten auch für ein nächtliches Lkw-Durchfahrtsverbot gemacht. Wie berichtet, fordert das Landratsamt zuvor eine Verkehrzählung in dieser Zeit. Werner Odemer (SPD), dessen Fraktion damals den Antrag gestellt hatte, will darauf verzichten. Das Schreiben mache wenig Hoffnung, dass sich mit Zählung die Meinung ändere. „Das wäre rausgeschmissenes Geld. Meine Hoffnung ist, dass die Lkw übers Navi später trotzdem über die fertiggestellte Weßlinger Umfahrung geführt werden.“ Dies, sagte Hans-Jürgen Böckelmann, geschehe aber nur, wenn in Breitbrunn eine Tempobeschränkung gelte. Das Navi basiere auf diesen Angaben. Temporeduzierung auf Staatsstraßen? „Raten Sie mal, wer da wieder zuständig ist“, fragte Bürgermeister Christian Schiller. Das Staatliche Bauamt Weilheim, und dieses lehnt Tempobeschränkung auf 30 Stundenkilometer auf Staatsstraßen ab.

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