1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Herrsching

Trauer um Dr. Rudolf Winter

Erstellt:

Von: Andrea Gräpel

Kommentare

Trauer um ehemaligen Gemeinderat.
Trauer um ehemaligen Gemeinderat. © Symbolfoto: Angelika Warmuth/dpa

Lange Zeit war er der Senior im Herrschinger Gemeinderat und genoss diese Rolle: Dr. Rudolf Winter. Von 2005 bis 2018, als er aus gesundheitlichen Gründen ausschied, vertrat er die FDP mit gütig-launigen Beiträgen in der Ratsrunde. Am vergangenen Samstag ist Winter im Alter von 82 Jahren verstorben. Dies gab Bürgermeister Christian Schiller am Montag in der Bauausschuss-Sitzung bekannt und kündigte einen würdigen Abschied im nächsten Gemeinderat an.

Herrsching - Winter ist den Herrschingern vor allem als Schöngeist in Erinnerung. Er selbst spielte Bratsche, war Mitglied im Wörthseeorchester, war im Vorstand des Herrschinger Kulturvereins und leitete die Geschicke für Kunst und Kultur auch als Kulturreferent im Gemeinderat. Seine berufliche Karriere galt jedoch den Naturwissenschaften. Er hatte sein Diplom in Physik gemacht und promoviert. 15 Jahre war er Honorarprofessor in Würzburg, 15 Jahre gehörte er auch zum Forschungsteam des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen, sechs Jahre leitete er das Forschungsinstitut der Europäischen Union am Lago Maggiore und war Direktor der Europäischen Kommission, bevor er 2001 mit seiner Frau und vier Kindern an den Ammersee zurückkehrte.

Winter hatte in seinem Leben viel übrig für Außergewöhnliches. Als er im Alter von 69, er war schon im Ruhestand, gefragt wurde, ob er sich vorstellen könne, als Aushilfslehrer zu arbeiten, schlug er ein und unterrichtete eine siebte Jahrgangsstufe im Ammerseegymnasium in Mathematik. Nachhilfe hatte er schon immer gegeben – außer in Mathematik auch in Physik, Englisch und Deutsch. Eine Aufgabe, die ihm kindliche Freude bereitet hatte, schätzte er doch den Gedankenaustausch mit interessanten Großen und auch sehr mit Kleinen.

Nur schweren Herzens gab „Rudi“, wie er von den meisten genannt wurde, 2018 sein Ratsmandat ab, als es seine Gesundheit nicht mehr zuließ. Dem Kulturverein hielt er weiterhin die Treue, war bis zuletzt stellvertretender Vorsitzender. Er traute sich 2019 sogar, trotz angeschlagener Gesundheit, ganz hinten auf dem Listenplatz 24 noch einmal für den Herrschinger Gemeinderat zu kandidieren. Ihm hatte die Arbeit mit den Ratskollegen immer Spaß bereitet.  

Auch interessant

Kommentare