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Misslungenes Heimdebüt: Neuzugang Jose Pedro Gomez spielte erstmals vor heimischem Publikum. Allerdings ging seine Premiere schief, der TSV Herrsching verlor gegen Friedrichshafen glatt in drei Sätzen.

Volleyball

Dem Meister mental nicht gewachsen

Hart auf den Boden der Tatsachen ist der TSV Herrsching gelandet. Gegen den VfB Friedrichshafen verlor der Pokalhalbfinalist am Samstag glatt mit 0:3 (22:25, 19:25, 21:25). Trainer Max Hauser haderte danach mit der Einstellung seiner Spieler.

HerrschingAndré Bugl hatte schon unter der Woche eine Vorahnung. „Wenn alles passt, können wir auch gegen Friedrichshafen gewinnen.“ Der Herrschinger PR-Manager schob aber zugleich hinterher. „Wir können aber auch glatt mit 0:3 verlieren.“ Und so kam es dann auch.

Nur ansatzweise konnte Herrsching dem souveränen Spitzenreiter gefährlich werden. Zumindest im ersten und dritten Satz ging Hausers Matchplan auf. Mit starken Aufschlägen konnte die VfB-Annahme um Nationalmannschafts-Libero Markus Steuerwald in Bedrängnis gebracht werden. „Leider haben wir es aber am Ende des Satzes mental nicht auf die Reihe gebracht“, ärgerte sich Hauser. Einmal in Fahrt, lederte der TSV-Übungsleiter weiter. „Wir haben nicht verloren, weil Friedrichshafen so stark war, sondern weil wir nicht gut genug gespielt haben. In den entscheidenden Phasen hatten wir kein Selbstvertrauen.“ Die Niederlage sei zudem die Quittung für eine nicht so gute Trainingswoche.

Auf der anderen Seite wirkte Vital Heynen, Trainer des VfB Friedrichshafen, sichtlich zufrieden. „Wir haben in Satz eins und drei zurückgelegen und sind trotzdem ruhig geblieben.“ Der 58-jährige Erfolgstrainer machte seiner Mannschaft ein Kompliment. „Wir haben darauf gewartet, dass Herrsching Fehler macht und dann unsere Chancen genutzt.“ Als einziges Team sind die Häfler noch immer verlustpunktfrei. In den bisherigen sieben Partien gaben die Bodensee-Hünen ganze zwei Sätze ab.

Zumindest im ersten und dritten Durchgang durften auch die Herrschinger an einem Satzgewinn schnuppern. In Satz eins drehte Herrsching einen 6:10-Rückstand in eine 17:14-Führung. Doch der Spitzenreiter, der anfangs mit den ungewohnten Gegebenheiten in der Nikolaushalle seine Probleme hatte, fand rechtzeitig in die Spur zurück und holte sich den Satz. Im zweiten Satz ließen die Gäste dann die Muskeln spielen. Im Schnelldurchgang tüteten die Heynen-Schützlinge den Satz ein. Vor allem Diagonalangreifer Bartlomiej Boladz punktete nach Belieben. Mit 15 Punkten war der Pole am Ende der erfolgreichste Angreifer, auf Herrschinger Seite schafften es Tom Strohbach und Christoph Marks auf jeweils 14 Zähler.

Hallensprecher-König Alexander Tropschug versuchte noch, die 1000 Zuschauer in der ausverkauften Nikolaushalle zu beruhigen. Schließlich habe man ja gegen Berlin auch mit 0:2 zurückgelegen und dann noch 3:2 gewonnen. Doch die Gäste machten keine Anstalten, die Partie noch aus der Hand zu geben. Zwar führte Herrsching in Durchgang drei über weite Strecken, teilweise mit fünf Punkten Vorsprung, doch den Satzgewinn vor Augen bekamen die Ammerseer weiche Knie. Ein Friedrichshafener Sieben-Punkte-Lauf (von 19:15 auf 19:22) war letztlich der Anfang vom Herrschinger Ende. Athanasios Protopsaltis machte nach 76 Minuten den Deckel auf das Südderby. Rekordverdächtig: Der Grieche in Friedrichshafener Diensten heimste in seinem sechsten Auftritt zum sechsten Mal die MVP-Krone ein. „Er war der effizienteste Spieler“, so Hausers Begründung. Auf Herrschinger Seite wurde diese Ehre erstmals Mittelblocker Andre Brown zu teil.

Nach einer deutlichen Ansprache unmittelbar nach der ersten Saisonheimpleite gilt es nun, den Fokus auf die beiden Spiele beim TV Bühl zu richten. In der Liga (9. Dezember) geht es um einen Playoff-Platz und im Pokal (13. Dezember) um den Einzug ins Finale.

Dirk Schiffer

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