Handballer Tizian Maier vom TSV Herrsching
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Ausgekämpft: Tizian Maier legt aufgrund der Corona-Pandemie eine Pause bei Herrschings Handballern ein.

Handball

TSV Herrsching mit Teamgeist zum Klassenerhalt

  • vonChristian Heinrich
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Zurückgetretene Führungsspieler, Verletzungen und keine eigene Halle zum Trainieren: Die Handballer des TSV Herrsching gehen mit nicht gerade prickelnden Voraussetzungen in die neue Landesliga-Saison.

Herrsching – Es war eine spezielle Vorbereitung. Gut, mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie hatten sich alle Vereine der Landesliga Süd auseinanderzusetzen. Trotzdem erwischte es die Handballer des TSV Herrsching noch um einiges schlimmer. Weil die Nikolaushalle zurzeit saniert wird, musste die erste Mannschaft auf Herbergssuche gehen. Mittwochs kam sie in Gilching unter, am Freitag bei der Bundeswehr in Pöcking. Eine Pendelei, die nicht ohne Folgen blieb. „Es lief alles sehr schleppend bei uns“, räumt Trainer Kurt Neumaier ein.

Der Coach musste mit seinem Team alle Testspiele auswärts bestreiten und auf ein Trainingscamp komplett verzichten. Irgendwann verschob sich auch die Urlaubsplanung seiner Spieler von August in den September. Manche Akteure erwischte dann der Corona-Blues. Tizian Maier sah irgendwann keinen Sinn mehr und schmiss hin. „Er hat nie richtig daran geglaubt, dass die Saison beginnt“, sagt Neumaier. Er spricht von Zweifeln, die nicht nur bei seinem Führungsspieler wuchsen.

Nun startet die Runde am Samstag doch, und Neumaier muss beim Auftakt in Allach (Beginn: 18 Uhr) nicht nur auf Maier, sondern auch auf weitere Akteure verzichten. Basti Kircher hat vorläufig aufgehört, weil ihm das Risiko zu groß ist, dass er sich mit Covid-19 ansteckt. Schließlich erwartet seine Frau ein Kind. Felix Herold ist es aus beruflichen Gründen nicht mehr möglich, sich einzubringen, während Andreas Türk wegen seines Studiums kürzertreten muss. Ganz und gar aufgehört hat Viktor Vielhaber. Zu allem Überfluss zog sich Marcus Hoffmann im letzten Testspiel noch einen Sehnenriss in der Wurfhand zu und fällt für mehrere Wochen aus. Die Lücken kann Neumaier nur bedingt füllen. Auch wenn die Junioren Tobias Romacker und Julian Taft bisher einen ausgezeichneten Eindruck hinterließen.

Der schmale Kader muss nicht nur 28 Spiele in dieser Saison stemmen, sondern auch ein knackiges Auftaktprogramm. Der TSV spielt zunächst dreimal auswärts in Allach, Altötting und Germering. „Wenn du Pech hast, kannst du alle drei verlieren“, unkt der Coach und will sich zunächst nur auf den Klassenerhalt fokussieren. Es kann aber auch ganz anders laufen, weil die Situation in den Hallen für alle Beteiligten gewöhnungsbedürftig ist. Mehr als 100 Zuschauer sind nicht zugelassen. „Es gibt von außen keinen Druck mehr“, sagt Neumaier. Er geht davon aus, dass das Publikum weder auf die Mannschaften noch auf die Schiedsrichter einwirken kann.

Wobei der extreme Zusammenhalt, den die Herrschinger in den vergangenen Wochen entwickelt haben, ein positiver Faktor werden könnte. Der Coach stellt zumindest klar: „Es ist schon eine Truppe, mit der man in die Schlacht ziehen kann.“

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