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José Pedro Maia Gomes ist der neue Außenangreiferdes TSV Herrsching.

Volleyball

Polen-Ersatz aus Portugal

Volleyball-Bundesligist TSV Herrsching hat José Pedro Maia Gomes (23) verpflichtet. Der Portugiese soll den verletzten polnischen Außenangreifer Slawomir Zemlik ersetzen.

HerrschingDer TSV Herrsching ist auf der Suche nach einem Ersatzmann für den Langzeitverletzten Slawomir Zemlik fündig geworden. José Pedro Maia Gomes verstärkt ab sofort den Volleyball-Bundesligisten vom Ammersee.

Wahrscheinlich ist der 23-jährige Portugiese sogar bereits für den Pokalschlager am Samstag in Berlin spielberechtigt. Trainer Max Hauser hält sich allerdings noch bedeckt: „Ob ich ihn schon einsetzen werde, wird sich zeigen. Er soll erst mal in Ruhe hier ankommen und sich eingewöhnen.“

Gomes spielte zuletzt beim portugiesischen Erstligisten Vitória Sport Clube Voleibol und machte dort von einer Ausstiegsklausel Gebrauch, wonach er den Verein im Falle eines Angebots aus dem Ausland verlassen kann. „Er hat in den Videos und im Kontakt mit seinem Agenten den besten Eindruck gemacht“, meinte Hauser. Empfohlen wurde Gomes übrigens vom selben Agenten, der den Herrschingern auch Zuspieler Michal Sládecek vermittelt hat.

Heute Abend wird Gomes am Münchner Flughafen erwartet, am Freitag steht dann die erste gemeinsame Trainingseinheit mit seinem neuen Team auf dem Programm. Danach reist der GCDW-Tross in die Bundeshauptstadt, wo am Samstagabend das DVV-Pokalviertelfinale bei den Berlin Recycling Volleys ansteht. In der Annahme wird Hauser neben Libero Ferdinand Tille und Tom Strohbach auch auf Youngster Tim Peter setzen, der seine Sache ausgesprochen gut macht.

Lange hatten die Verantwortlichen nach einem passenden Außenangreifer gefahndet. Einige spielten zur Probe vor. Doch bei keinem passte es so richtig. Der Deal mit Ami Ryan Jay Owens platzte kurz vor der Vertragsunterzeichnung wegen der fehlenden Unterbringungsmöglichkeit für dessen Hund (wir berichteten). Auch ein russischer Spieler mit ukrainischen Wurzeln war im Gespräch. Jedoch gab es da Probleme mit dem Visum. Und nach dem Reinfall mit Owens wollten die Verantwortlichen nicht noch mal auf die Nase fallen. Aus den weiteren zur Wahl stehenden Optionen entschied sich Hauser und sein Trainerteam für Gomes. Seine Stärke in der Annahme gab letztlich den Ausschlag.

Aufgewachsen ist Gomes in der Nähe von Porto. Seit fünf Jahren bereits spielt der 1,96-Meter-Mann in der ersten portugiesischen Liga, die allerdings im Vergleich zur deutschen Liga ein deutlich schwächeres Niveau hat. In der Saison 2015/16 holte er mit Castelo da Maia Ginásio Clube den Meistertitel. In der Vorsaison war Gomes der viertbeste Punktesammler in der portugiesischen Liga.

Unterdessen wurde Slawomir Zemlik vergangene Woche erfolgreich operiert. Demnächst beginnt für den Polen, der als Hoffnungsträger nach Herrsching kam, die Reha. Vor knapp drei Wochen, beim ersten Heimspiel gegen Lüneburg, hatte sich Zemlik bei der Landung das Knie verdreht und blieb schmerzverzerrt liegen. Nachdem erst die Hoffnung bestand, dass es doch nicht so schlimm ist, brachte die MRT-Untersuchung drei Tage später dann die niederschmetternde Gewissheit: Kreuzbandriss.

Dirk Schiffner

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