Große Spendenbereitschaft im Landkreis

Überwältigende Hilfsbereitschaft: 20.000 Euro für Herrschinger Tafel und Insel

  • Simon Nutzinger
    vonSimon Nutzinger
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Freude und Dankbarkeit sind groß bei den Leitern der Herrschinger Tafel und Insel. Rund 20.00 Euro an Spenden erhielten die beiden Sozialeinrichtungen während ihrer coronabedingten Schließung.

Herrsching – Barbara Maier-Steiger ist noch immer begeistert. „Die Unterstützung, die wir in den vergangenen Monaten erhalten haben, ist überwältigend“, sagt die Leiterin der Herrschinger Insel. Zwar ist ihre Einrichtung ebenso wie die Herrschinger Tafel seit rund einem Monat wieder geöffnet. Doch sah die Situation von März bis Juni noch ganz anders aus. Da zwang das Coronavirus beide Sozialvereine dazu, ihre Türen vorerst zu schließen. Ein herber Schlag für viele Hilfsbedürftige im Landkreis.

Um diesen Menschen auch in Zeiten der Corona-Krise beistehen zu können, schlossen sich Insel, Tafel sowie deren Trägerverein zur Initiative Do It zusammen. Gemeinsam mit der Gemeinde Herrsching starteten sie einen Spendenaufruf – mit großem Erfolg. Rund 20 000 Euro landeten in knapp drei Monaten auf den Konten der Einrichtungen. „Eine unfassbare Summe“, betont Maier-Steiger. „Mit so viel Geld hatten wir niemals gerechnet.“

Hilfe per Bargeld oder Einkaufsdiensten

Die Folge: Durch die unerwartet hohe Finanzspritze war es den Vereinen selbst während ihrer coronabedingten Schließung problemlos möglich, für ihre Klienten da zu sein. So erhielten rund 50 Haushalte, deren Einkünfte unter dem Existenzminimum liegen, entweder regelmäßig Bargeld, mit dem sie selbst Einkäufe erledigen konnten, oder sogenannte Einkaufshelfer lieferten diese vor die Haustüre. „Das hat super funktioniert“, sagt Maier-Steiger. Vor allem aufseiten der Einkaufshelfer mangelte es nicht an freiwilligen Unterstützern. Etwa 40 Anfragen gingen bei der Herrschinger Insel ein. „Jeder wollte helfen“, sagt die Leiterin. Vom jungen Studenten über die berufstätige Familienmutter bis zur Rentnerin sei alles dabei gewesen. „Ein sehr schönes Zeichen.“

Als vollen Erfolg bezeichnet auch Ottmar Flach die Spendenaktion. Für den Vorsitzenden der Initiative Do It, die als Trägerverein der Herrschinger Tafel fungiert, zeigt sie, dass auch in der heutigen Ellbogengesellschaft noch immer Platz für ein Miteinander besteht. „Die Leute haben ganz klar gezeigt, dass sie Zusammenstehen, wenn es darauf ankommt“, betont er. Ein Gefühl, dass laut Maier-Steiger auch bei den Hilfsbedürftigen im Landkreis angekommen ist. „Für sie war es nicht nur wichtig, dass sie sich mit Lebensmitteln versorgen konnten – es ging auch darum, zu merken, dass sie vom Rest der Gesellschaft nicht vergessen werden.“

Rücklagen für möglichen zweiten Lockdown gebildet

Auch wenn in den Einrichtungen mittlerweile wieder nahezu Normalbetrieb herrscht, profitieren diese auch weiterhin von der enormen Spendenbereitschaft der vergangenen Monate. „Das Geld ist noch nicht komplett aufgebraucht“, unterstreicht Maier-Steiger. Wie viel genau übrig ist, vermochte sie gestern auf Nachfrage nicht zu sagen. „Das müssen wir erst noch durchrechnen.“ Jedoch ist sie heilfroh über jede Rücklage, die sie für einen möglichen zweiten Lockdown bilden kann. Auch wenn sie nun eines sicher weiß: Kommt es drauf an, hält der Landkreis zusammen.

Rubriklistenbild: © dpa / Roland Weihrauch

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