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Vier Tonnen schwer ist der Stahlträger, mit dem das Oberdeck heute verladen werden soll. Innerhalb von zwei Monaten wurde die Innenausstattung der MS Utting ausgebaut.

Ausflugsdampfer verlässt den Ammersee

Umzug einer Kindheitserinnerung

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Stegen – Stefan Schmidbauer vom gleichnamigen Schwerlastunternehmen aus Gräfelfing steht heute vor seinem größten Projekt. Der Kranexperte sorgt mit dafür, dass der ehemalige Ausflugsdampfer MS Utting von Stegen nach München transportiert wird. Dort wird daraus ein Eventboot mit Café-Betrieb und Lesungen.

Schmidbauer erklärt im Gespräch, wo es heute knifflig wird.

-Herr Schmidbauer, was verbinden Sie mit der MS Utting?

Für mich ist es eine Kindheitserinnerung. Ich bin früher mit der Familie mit der MS Utting gefahren, habe den Ammersee und das schöne Wetter genossen. Da ist natürlich etwas Nostalgisches dabei.

-Seit wann haben Sie den heutigen Abtransport vorbereitet?

Im August wurde ich das erste Mal kontaktiert. Damals hieß es noch, dass das Schiff verschrottet werden soll, im Komplettzustand mit Rumpf und Oberdeck. Wir hatten mit 140 Tonnen kalkuliert.

-Inzwischen hat das Schiff deutlich abgespeckt.

Es wurde viel vom Innenleben ausgebaut – die Motoren, der Kapitänsstand und der Kamin. Das 15 Tonnen schwere Oberdeck wird separat gefahren, sonst kämen wir nicht unter den Brücken durch. Der Rumpf an sich wiegt nochmal 100 Tonnen.

-Was kostet so ein Großprojekt?

Mit Kran- und Transportleistungen kommt man auf jeden Fall auf einen gehobenen Mittelklassewagen. Wir haben mit spitzem Bleistift nachkalkuliert, damit es machbar wird. Es ist eine Herzensangelegenheit für den Inhaber, für mich auch. Ich hatte auch schon einige Stunden und Ideen rein gebracht. Für uns ist es ein Prestigeprojekt.

-Mit dem Verladen des Oberdecks geht es los.

Das wollen wir zwischen zwei Kränen auf den Tieflader heben. Dann führen Taucher von der Wasserwacht Gurte unter dem Rumpf durch, damit der verladen werden kann. Das ist der schwierigere Teil, der Rumpf ist schwerer.

-Was wäre der schlimmste Fall, der heute eintreten könnte?

Bedenken habe ich mit den äußeren Kanten vom Schiff – dass sich da aufgrund des Drucks und Zugs etwas verformt. Aber die sind normalerweise stabil.

-Welche Rolle spielt das Wetter?

Regen macht beim Heben überhaupt nichts aus. Einzig Windböen wären problematisch. Aber beim Oberdeck kann der Wind relativ leicht durch, der Rumpf ist durch das hohe Gewicht stabil.

-Wo liegen beim Transport die Problemzonen?

Beim Herausfahren aus dem Gelände wird es interessant, auch bei der Auffahrt auf die Autobahn. Bei den Tunnels gibt es die Problematik, dass sie bloß 4,30 Meter hoch sind. Die Höhe werden wir fast erreichen.

-Werden Sie Ihre Kindheitserinnerung später einmal in München besuchen?

Auf jeden Fall. Vielleicht bekommen wir ja zur Einweihungsparty eine Extra-Einladung (lacht).

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