Arbeiter ohne Helme, Baugrube ohne Zäune: Auf einer Baustelle an der Hechendorfer Straße in Herrsching ging es zuletzt nicht mit rechten Dingen zu.
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Arbeiter ohne Helme, Baugrube ohne Zäune: Auf einer Baustelle an der Hechendorfer Straße in Herrsching ging es zuletzt nicht mit rechten Dingen zu.

Gefahrenstelle

Keine Zäune, keine Helme an ungesicherter Baugrube in Herrsching: Aufsicht reagiert

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Seit 2018 steht der Bau von elf Wohnungen in Herrsching in der Kritik. Anwohner sammelten Unterschriften und klagten dagegen. Nun hat das Landratsamt die Baufirma ermahnt.

Herrsching – Arbeiter ohne Helme in der Baugrube, ein Bagger auf dem Gehsteig, Zäune, die in der Ecke liegen, und Fußgänger, die nah an der ungesicherten Baustelle vorbeigehen: Das Foto eines Anwohners zeigt ein Grundstück an der Hechendorfer Straße in Herrsching – und es dokumentiert so gut wie alles, was die dort aktive Baufirma nun in Bedrängnis gebracht hat.

Nach Beschwerden von Anwohnern und einer Nachfrage des Starnberger Merkur schickte das Landratsamt vergangene Woche Baukontrolleure nach Herrsching. Nach Merkur-Informationen machten sich auch Vertreter einer Berufsgenossenschaft, die Polizei und Bürgermeister Christian Schiller ein Bild von der Örtlichkeit. Landratsamtssprecher Christian Kröck: „Das Bauunternehmen wurde kontaktiert und darauf hingewiesen, dass es die Baustelle sichern muss.“ Für das „verkehrsrechtliche Thema“, sprich die blockierte Straße, suche man zusammen mit Polizei und Gemeinde sehr zeitnah eine Lösung.

Umstrittene Baustelle in Herrsching: Ärger erstmals 2018

Ein Mehrfamilienhaus mit elf Wohnungen soll an der Hechendorfer Straße entstehen. Dass es nun wieder Ärger gibt, passt ins Bild des umstrittenen Baus. 150 Anwohner hatten sich im Mai 2018 gegen die Genehmigung gewandt. Unglücklich agierte das Unternehmen, das im Februar 2019 für den Abriss des Altbestandes auf dem Grundstück sorgte: Der Schriftzug „krebserregend“ auf Säcken schreckte Nachbarn auf, die Asbest vermuteten. Das Landratsamt stellte damals klar, es gebe nichts zu beanstanden.

Ausdrücklich keine Freunde des Bauprojekts sind Thomas und Silvana Prosperi. Letztere hat nun wieder Kinder an der ungesicherten Baugrube vorbeiradeln gesehen. „Wenn da einer stolpert. Das ist eine ganz prekäre Situation“, sagt sie. Das große Haus könne gar nicht gebaut werden, „ohne ein totales Verkehrschaos zu veranstalten“. Die Nachbarin hat den Eindruck: „Alle drücken hier alle Augen zu.“ Und sie meint damit auch Christian Schiller.

Bürgermeister verweist erst weiter - und nimmt dann doch Stellung

Auf die erste Nachfrage des Starnberger Merkur reagiert der Bürgermeister mit dem Verweis auf Polizei und Landratsamt. Die Gemeinde sei nicht zuständig. Nach Rücksprache mit dem Herrschinger Bauamt meldet sich Schiller erneut und berichtet: Die Gemeinde habe von der Baufirma verlangt, sich eine Lösung für die Fußgänger zu überlegen, wenn Baufahrzeuge Gehweg und Teile der Straße blockieren. Diese Lösung sei nicht geliefert worden. „Sie haben einfach angefangen, ohne die verkehrsrechtliche Anordnung bekommen zu haben“, sagt Schiller.

Mittlerweile hat sich etwas getan an der Baustelle. Es zeigt sich ein anderes Bild als das von vergangener Woche. Laut Thomas Prosperi ist die Baugrube mit Holzlatten umzäunt, für Fußgänger seien Hütchen aufgestellt worden. Wie die vom Landratsamt versprochene zeitnahe Lösung genau aussehen wird, wird sich dieser Tage zeigen.

gma

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