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Der offensichtliche Hinweis auf Hilfskräfte im Einsatz hielt den Unbekannten am Freitag in Starnberg nicht davon ab, den Mercedes-Stern herauszureißen. Carina Feyrer ist entsetzt über so viel Missachtung. 

Dreiste Vandalen

Mercedes-Stern im BRK-Einsatz abgerissen

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Der Rowdy schlägt zu, als Carina Feyrer anderen hilft:  Die BRK-Bereitschaftsleiterin ist entsetzt über die Sachbeschädigung an ihrem Wagen – dabei stand „Im Einsatz“ an ihrer Autoscheibe.

Herrsching – Es ist ein Freitag wie jeder andere auch. Zunächst. Carina Feyrer (21) sitzt gerade im Unterricht, als sie eine Alarm-SMS auf ihr Handy bekommt. Fliegerbombe in Geretsried (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen), 1000 Menschen müssen in Sicherheit gebracht werden. Die angehende Erzieherin leitet die Herrschinger BRK-Bereitschaft. Für den Einsatz darf sie aus dem Unterricht, sagt Termine am Nachmittag ab. Um schnell zum Treffpunkt ans Starnberger Landratsamt zu kommen, leiht sie sich den Mercedes SLK ihrer Mutter aus. Mit 20 anderen Ehrenamtlichen geht es schließlich von Starnberg nach Geretsried.

Der Einsatz ist kräftezehrend. Um 20 Uhr kommt Feyrer müde wieder am Landratsamt an. Ihr Auto ist das letzte auf dem Parkplatz. Schnell sieht sie: Der Mercedes-Stern fehlt. Jemand hat ihn während ihres Einsatzes aus dem Kühlergrill gerissen.

Feyrer kann es heute noch kaum fassen: „Ich wollte nach Hause und mich ins Bett schmeißen. Ich hatte nur gehofft, dass ich von einem Strafzettel verschont wurde – aber mit so was habe ich nicht gerechnet.“ Sogar ein Schild mit BRK-Emblem und Aufschrift „Im Einsatz“ hatte sie an der Windschutzscheibe angebracht. Dem Täter war es gleichgültig.

Dabei ist der Mercedes-Stern nicht mal ein Lieberhaberstück, wie Feyrer sagt: „Er ist aus Plastik und sitzt eigentlich bombenfest drin. Jemand hat ihn mit Gewalt herausgerissen.“ Dabei hat sich die Halterung im Kühler verbogen. Insgesamt werde es sie wohl 120 Euro kosten, sagt die 21-Jährige. Ärgerlich, aber zu verschmerzen. Vielmehr schockiert sie die Tat an sich.

Um 7 Uhr hatte ihr Tag begonnen, in zwei Wochen stehen Prüfungen an. Trotzdem hilft sie, in Geretsried die Bewohner eines evakuierten Altenheims zu versorgen. In einer Sporthalle verteilt sie Gemüsereis und Kaffee. In der Nähe entschärfen Einsatzkräfte die Bombe. „Da waren wir selbst nervös. Man macht sich Gedanken – was, wenn die Bombe hochgeht?“ Die Entschärfung wurde verschoben, der Einsatz zog sich in die Länge. Feyrer weiß nicht, ob sie überhaupt zu Hause schlafen wird. „Daran denken viele Bürger gar nicht“, sagt die Ehrenamtliche. „Und dann wird man damit belohnt, dass etwas an seinem Auto fehlt.“ Feyrer macht keinen Hehl aus ihrer Gefühlslage: „Ich bin einfach nur enttäuscht.“

Dass sich jemand während des Einsatzes an dem Auto zu schaffen machte, beschäftigt auch Carina Feyrers Kollegen. „Die Enttäuschung bei uns ist riesengroß“, berichtet sie. Anzeige bei der Polizei hat sie bereits erstattet. „Mir geht es ums Prinzip. Ich weiß nicht, was der Täter mit dem Stern will.“ Bei aller Enttäuschung: Ans Aufhören denkt die Ehrenamtliche in ihrem zehnten Dienstjahr aber nicht. „Egal was passiert – ich mache weiter.“

Den Vorfall hat Carina Feyrer auch auf Facebook geschildert und den Dieb dort direkt angesprochen. In dem sozialen Netzwerk erhält sie viel Zuspruch. Zumindest eine kleine Aufmunterung für die Helferin.

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