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Hunderte Jahre Engagement: Der Kreisbauernverband zeichnete langjährige Ortsbäuerinnen und Ortsobmänner aus. Sie alle kennen die Sorgen der Landwirte – und das geringe Verständnis, das manche für deren Arbeit aufbringen.

Bauernverband

Landwirte kämpfen mit Unverständnis und Beleidigungen

Landwirte, die sich ehrenamtlich engagiert haben, sind vom Kreisobmann und der Kreisbäuerin für ihre Verdienste ausgezeichnet worden.

Herrsching – Manche Landwirte machen sich nicht nur für den eigenen Hof stark. Als Ortsbäuerinnen und Ortsobmänner engagieren sie sich mit Rat und Tat für die ländliche Gemeinschaft. Im Rahmen des Ehrenabends ließ der Bayerische Bauernverband (BBV) zahlreiche engagierte Landwirte und Landfrauen hochleben.

Mit einem deftigen Abendessen im Haus der Bayerischen Landwandwirtschaft in Herrsching bedankte sich Bayerische Bauernverband und ließ es nicht an Blumensträußen, kulinarischen Präsenten und Ehrenurkunden mangeln. Bayernweit zählt der vor 70 Jahren ins Leben gerufene BBV 150 000 Mitglieder, davon sind 630 im Landkreis Starnberg beheimatet. Als lokale Interessenvertreter der Landwirte müssen die Ortsobmänner und Ortsbäuerinnen stets am Puls der Zeit sein. „Sie repräsentieren die land- und forstwirtschaftlichen Belange für den jeweiligen Ort“, sagte Kreisobmann Georg Zankl.

Der Landkreis zählt 34 Ortsverbände. Die Ortsbäuerinnen nehmen sich vorwiegend gesellschaftlicher und familiärer Belange an, sind aber auch zuständig, wenn es um Gesundheits- und Ernährungsfragen geht. Regelmäßige Kochkurse oder Homöopathie bei Rindern sind ebenso Themen wie „brennende“ Milchpreise, weiß Kreisortsbäuerin Anita Painhofer. Im Rahmen von „Landfrauen machen Schule“ können Schulklassen den Bauernhofalltag samt Heumachen und Bulldog-Tour miterleben. Im Fall des Falles stehen Ortsobleute auch in problematischen Situationen an vorderster Front.

Der Kreisobmann hat vor allem einen Wunsch: Mehr Verständnis für die Landwirtschaft und die Tierhaltung. „Unsere Leute werden von der Bevölkerung nicht belohnt, sondern teilweise beleidigt“, klagte Zankl. So manch Zugezogener habe schlichtweg kein Verständnis für abendliche Feldarbeiten oder Erntetage am Wochenende. „Wenn es ’mal stinkt, dann stinkt es. Es geht um das Tierwohl“, sagt Painhofer, die stets das Beste für ihre Tiere gibt und ein Herz für Kirchenglocken oder den morgendlichen Hahnenschrei hat. „Brauchtum und Tradition geben dem Dorf den Charakter. Wir leben das. Aber durch den Strukturwandel werden die Bauern immer weniger“, erklärt die Kreisbäuerin. Ein besonderes Lob gab es a seitens des Landkreises: „Indem Sie sich für eine Tätigkeit als Ortsobmann oder Ortsbäuerin zur Wahl gestellt haben, haben Sie ganz bewusst einen anderen Weg gewählt. Sie möchten mitreden. Sie möchten sich für andere einsetzen“, so der dritte Landrat Tim Weidner.

Die lange Liste der Geehrten spricht für sich. Annemarie Wunderl und Angela Holzapfel wurde die Ehrung als ausgeschiedene Kreisvorstandsmitglieder (Landfrauen) zuteil. Christine Arndt wurde für fünf Jahre als Ortsbäuerin geehrt, Alexandra Ludwig und Anna Kreitmair für zehn Jahre. Für ihre 15-jährige Tätigkeit als Ortsbäuerin erhielt Herta Dellinger die silberne Ähre. Emma Huber wurde für ihre 40-jährige Bereitschaft als Perchtinger Ortsbäuerin ausgezeichnet. Andrea Koböck und Katharina Berchtold wurden mit der Silbernen Ähre für ihr 15-jähriges Engagement ausgezeichnet, Emilie Grenzebach und Therese Holzer für 35 Jahre. Kreisbäuerin Anita Painhofer erhielt die Silberne Ähre sowie die Ehrennadel für 15 Jahre unermüdliches Engagement an der Spitze alles Bäuerinnen. Geehrt wurden zudem Georg Holzer, Florian Haas und Bernhard Högner. Markus Frey und Thomas Sedlmair wurden für zehn Jahre als Ortobmänner ausgezeichnet. Franz Dellinger, Klaus Benedikt, Martin Schmötzl sen. und Johannes Steinherr erhielten die Silberne Ähre für 15 Jahre Engagement. Markus Painhofer und Hermman Jäger wurden für 20 Jahre als Ortobmänner geehrt, Otto Heintz für 30 Jahre und Michael Schreiner für 35 Jahre. Die Silberne Ähre für 15 Jahre als Ortsobmann erhielten: Martin Schmaus, Thomas Bauer, Ludwig Lautenbacher, Martin Klostermeier, Werner Haas und Manfred Springer. Für 35 Jahre als Ortsobmann wurde Leonhard Lenker ausgezeichnet. Kreisobmann Georg Zankl erhielt die Kreisobmann-Ehrennadel. 

Nilda Höhlein

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