Prozess

Verletzter fordert Schmerzensgeld: Richterin schaltet Gutachter ein

Ob man einem 59-jährigen Herrschinger nach einem Unfall auf der Eichenallee fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung zur Last legen kann, ist strittig.

Herrsching Vor einem Jahr kam es auf der Staatsstraße bei Meiling zum Zusammenstoß mit dem Mercedes eines 59-jährigen Herrschingers und einem Opel. Der Opel landete im Bankett, prallte gegen einen Baum und überschlug sich. Seither plagen den Opelfahrer Albträume, er verlangt Schmerzensgeld. Ob man einem 59-jährigen Herrschinger fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung zur Last legen kann, ist strittig.

Auf der Anklagebank musste sich der Mercedesfahrer, ein kaufmännischer Angestellter, verantworten. Mit Tempomat sei er von Herrsching nach Weßling zur Arbeit gefahren. „Nach der Meilinger Kreuzung ist ein Fahrzeug links bei mir eingeschlagen und dann an mir entlanggeschleift“, so der Herrschinger. Anschließend habe es den Opel gegen eine Eiche geschleudert. „In wilden Sprüngen ist er über den Feldweg. Einmal hat er sich komplett überschlagen und ist dann auf den Rädern gelandet.“ 

Richterin Conrad äußert einen Verdacht

Der Opelfahrer, ein 49-jähriger Kanalbauer aus Seefeld, verbrachte danach drei Tage im Krankenhaus – mit Prellungen und Gehirnerschütterung. Sein Opel hatte Totalschaden (1000 Euro), am Mercedes entstanden rund 15 000 Euro Schaden. Im Zeugenstand berief sich der Opelfahrer auf die Spätfolgen des Unfalls. „Mein Anwalt soll 10 000 Euro Schmerzensgeld geltend machen.“

„Ich habe den Verdacht, dass der Opelfahrer den Unfall anders schildert als er war, um Schmerzensgeld zu bekommen“, erklärte Richterin Conrad und will der Wahrheit nun mit einem Gutachter auf den Zahn fühlen. Kein einfaches Unterfangen, denn unmittelbar nach dem Unfall ereignete sich an selber Stelle ein zweiter Unfall. Der Prozess wurde vertagt.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb / Uli Deck

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