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Variabel einsetzbarer Spaßvogel: Nick West war der punktbeste Herrschinger Angreifer. Zu Recht wurde der US-Amerikaner zum wertvollsten Spieler ernannt. 

Volleyball-Bundesliga

Trainer Hausers Anpfiff zeigt Wirkung

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Drei Tage nach der desaströsen 0:3-Schlappe in Friedrichshafen haben die WWK Volleys Herrsching eine Trotzreaktion gezeigt und zu Hause die favorisierten United Volleys Frankfurt mit 3:2 (21:25, 25:21, 26:24, 20:25, 15:11) niedergerungen.

Herrsching – Nach knapp 40 Minuten hatte Max Hauser genug gesehen. Beim Stand von 12:14 im zweiten Satz nahm der Trainer des Bundesligisten TSV Herrsching eine Auszeit. Die folgenden 30 Sekunden hatten es in sich. Knapp 15 Sekunden brüllte er auf die um ihn versammelten Volleyballer ein, um sich dann für den Rest der Auszeit bockig wegzudrehen. „Ich wollte mehr Emotionalität reinbringen“, meinte der Coach zu seinem Ausraster. Vielleicht sei der Anpfiff „absichtlich übertrieben gewesen“, sagte Hauser nach der Partie. Aber immerhin brachte das Zusammenstauchen den gewünschten Erfolg. „Danach haben wir mutiger gespielt“, meinte Kapitän Johannes Tille.

Der Zuspieler sowie Nick West ragten aus einer starken Mannschaft heraus. US-Boy West, der Anfang des zweiten Satzes für den glücklosen Griffin Shields ins Spiel kam, war mit 20 Zählern nicht nur punktbester Herrschinger Angreifer. Auch als Stimmungsmacher auf und neben dem Feld war er wieder einmal eine Attraktion. Nominell ist West auf der Mittelblock-Position daheim. Doch gegen Frankfurt spielte er mal wieder auf der Diagonalen. Und er hatte großen Anteil am Sieg gegen die Hessen. Als Lohn gab’s obendrauf die MVP-Medaille. „Es ist sehr angenehm, einen Spieler zu haben, der auf zwei Positionen spielen kann“, freute sich Hauser über Wests Variabilität. „Er hat neue Energie reingebracht und hatte auch die Eier, einfach auf den Ball zu hauen“, sagte Tille über Matchwinner West. Aber auch Tille selbst bekam von Hauser ein Sonderlob: „Er hielt den Laden zusammen und ging mit einer guten Leistung voran.“

Sie Hausherren starteten selbstbewusst in die Partie. Doch nach der ersten technischen Auszeit (7:8) kam ein Bruch ins Spiel, die Gäste um ihren starken Außenangreifer Moritz Karlitzek (25 Punkte) zogen davon. So mancher der knapp 800 Zuschauer in der Nikolaushalle dürfte nach dem 21:25 an ein schnelles Ende wie in Friedrichshafen gedacht haben. Die Hausherren waren aber eigentlich nicht schlechter als die Gäste aus der Mainmetropole, doch immer wieder leistete man sich im Angriff zu viele einfache Fehler, und in der Abwehr war die Abstimmung teilweise hanebüchen. Nach der besagten Auszeit lief es besser. Herrsching holte sich den zweiten Satz (25:21).

Auch der dritte Durchgang lebte größtenteils von der Spannung. In der Endphase war es West, der die Entscheidung erzwang. Der Spaßvogel holte den Satzball, den er schließlich per krachenden Servicewinner verwandelte (26:24). Die Hessen, die zwei Tage zuvor erst eine Vier-Satz-Niederlage gegen Meister Berlin Recycling Volleys verkraften mussten, mobilisierten ihre letzten Körner und gewann den vierten Satz (20:25). Im Entscheidungssatz stand es zunächst spitz auf knopf, doch in der Endphase war Herrsching dominant. Nach 121 Minuten hämmerte Frankfurts Andreas Fragkos den Aufschlag ins Netz und ließ die Hausherren jubeln.

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