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Die Herrschinger Schlüsselfigur: Der Portugiese Jose Gomes wurde erstmals zum wertvollsten Spieler (MVP) für den GCDW gewählt. Vor allem in der entscheidenden Phase des zweiten Satzes war er der ausschlaggebende Akteur. 

Volleyball

Herrschinger Auferstehung am Karsamstag

Am Karsamstag feierte der TSV Herrsching die Auferstehung im Playoff-Duell mit den United Volleys Rhein-Main. Die Mannschaft von Trainer Max Hauser besiegte die Hessen in ihrer Ausweich-Heimspielstätte in Vilsbiburg klar und deutlich mit 3:0 (25:20, 28:26, 25:21).

Herrsching – Nach dem glatten 3:0-Erfolg der Herrschinger Volleyballer im zweiten Viertelfinalspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen die United Volleys Rhein-Main geht das Playoff-Duell in die Verlängerung. Das alles entscheidende Spiel um den Einzug ins Halbfinale steigt am Sonntag in Frankfurt.

Wahrscheinlich hätten nur die kühnsten Optimisten an einen Herrschinger Erfolg gedacht. Doch mit Selbstvertrauen, Wille, Einsatz und jeder Menge Leidenschaft knackten die Lederhosen-Träger den Vorrunden-Dritten. „Eine geile Reaktion nach dem Hinspiel“, jubelte PR-Manager André Bugl. Allein der Blick auf die nackten Zahlen verdeutlicht die klare Überlegenheit der Herrschinger: Alle GCDW-Angreifer punkteten zweistellig (Christoph Marks 18, Tom Strohbach, Jose Gomes je 11, Andre Brown und Wilhelm Nilsson je 10), dazu eine Top-Annahmequote von 67 Prozent (Frankfurt 39%). Im Angriff hieß es 56:47 Prozent zu Gunsten des TSV Herrsching. „Wir haben mit deutlich mehr Selbstvertrauen gespielt“, resümierte Coach Max Hauser. Auch habe sein Team „deutlich besser angegriffen“.

Von Beginn an waren die Herrschinger Herr in der mit knapp 1000 Zuschauern gut gefüllten niederbayerischen Arena. Auch weil die Vilsbiburger Volleyball-Fans sich mit den zahlreich mitgereisten Herrschinger Schlachtenbummlern verbündeten. „Die Stimmung war sensationell“, meinte Hauser, der zugab, etwas demotiviert nach Vilsbiburg gefahren zu sein. Die Entscheidung der VBL, die heimische Nikolaushalle nicht für Playoff-Spiele zuzulassen, halte er nach wie vor für eine schlechte. Doch die eines Viertelfinals absolut würdige Atmosphäre schwappte sofort aufs Feld über. Und so kam auch Hauser schnell in Stimmung.

Herrsching zeigte sein bekanntes Heimspielgesicht. Der GCDW legte furios los und machte den Gästen klar, dass für sie an diesem Abend nichts zu holen sein würde. Mit 25:20 ging der erste Satz an Herrsching. Im zweiten Durchgang war der TSV Herrsching nicht mehr ganz so dominant. Zur Entschuldigung sei allerdings gesagt, dass es immerhin gegen die United Volleys Rhein-Main ging. Herrsching verspielte eine Drei-Punkte-Führung zur zweiten technischen Auszeit (16:13), später erspielten sich die Gäste zwei Satzbälle. In dieser Phase zeigte sich Jose Gomes nervenstark und entschärfte die beiden Satzbälle. Im nächsten Angriff besorgte der Portugiese den Herrschinger Satzball, den Blocker Wilhelm Nilsson perfekt machte. „Er war die Schlüsselfigur“, sagte Hauser über den erstmals zum wertvollsten Spieler gekürten Gomes.

Die MVP-Auszeichnung hatte sich der portugiesische Außenangreifer redlich verdient. Seit Wochen schon präsentiert sich der im November nachverpflichtete Gomes in immer besserer Form. Hauser: „Er hat Oberwasser. Ich habe ihm vorher gesagt, dass er es reißen kann.“ Hauser blickte zurück. Im November kam Gomes in keiner guten Verfassung in Herrsching an. Doch Hauser machte ihn besser. „In der Annahme, im Block. Aber auch psychisch ist er auf einem ganz anderen Level“, sagte der GCDW-Trainer.

Anders als vor einigen Wochen beim Ligaspiel in Herrsching ließ sich Herrsching den 2:0-Vorsprung nicht mehr nehmen. Spätestens nach Marks’ 21:19 war die Frankfurter Gegenwehr gebrochen. In seiner unnachahmlicher Manier machte Andre Brown nach 86 Minuten den Deckel aufs Spiel. Was folgte, war grenzenloser Jubel auf dem Feld und im niederbayerisch-oberbayerischen Fanblock. Während die Gäste wie begossene Pudel in die Kabine schlichen, stimmte Hauser mit Spielern und Fans das „Humba“ an.

Am kommenden Sonntag gibt’s ein Wiedersehen. Dann geht’s um alles. „Wir fahren nach Frankfurt, um ins Halbfinale zu kommen.“

Dirk Schiffner

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