Herrschings Volleyball-Trainer Max Hauser
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Sieht sein Team als Geheimfavorit: Trainer Max Hauser geht mit dem TSV Herrsching in die siebte Bundesligasaison. Zum Auftakt müssen die WWK Volleys nach Giesen.

Volleyball-Bundesliga

Herrschings Trainer Hauser: „Wir haben das Potenzial für Platz vier“

  • vonDirk Schiffner
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An diesem Wochenende starten die WWK Volleys Herrsching in ihre mittlerweile siebte Spielzeit in der Volleyball-Bundesliga. Der Starnberger Merkur unterhielt sich kurz vor dem Auftaktspiel der Ammerseer bei den Helios Grizzlys Giesen (Samstag, 19 Uhr) mit Cheftrainer Max Hauser.

Herr Hauser, wie groß ist die Vorfreude und das Kribbeln auf das erste Spiel?

Das erste Spiel ist immer spannend, weil man nicht weiß, wo man steht. Auch weil heuer alles etwas anders ist.

Die Vorbereitung lief coronabedingt anders als in den Vorjahren. Ist die Mannschaft trotzdem gerüstet?

Anfangs hatten wir bei unseren Nicht-EU-Spielern Probleme mit dem Einreise-Visum. Auch dass sie in der Sommerpause daheim nicht wirklich trainieren konnten, merkte man. Das war nicht optimal. Dennoch: Unser Team ist eingespielt, auf und neben dem Platz.

Bei den Ligarivalen TSV Unterhaching und VCO Berlin gab es bereits erste Corona-Infektionen. Wie schaut’s beim GCDW aus? Alle Spieler gesund und auch verletzungsfrei?

Wir werden jede Woche getestet. Wir befinden uns, so gut es geht, in unserer Blase. Bisher sind wir vom Virus verschont geblieben.

Wie im Vorjahr heißt der Auftaktgegner Helios Grizzlys Giesen. Damals hieß es 3:1 für Herrsching. Ein gutes Omen?

Ich hoffe, dass es ähnlich gut läuft. Mit Giesen und Herrsching spielen gleich die Geheimfavoriten gegeneinander. Giesen ist sehr gut aufgestellt, sie haben alle ihre Vorbereitungsspiele gewonnen. Aber wir sind schon auch nicht zu unterschätzen.

Die letzte Saison beendeten die WWK Volleys Herrsching auf Platz fünf. Was kann man heuer erwarten?

Nach unserem Werdegang wäre es nun Platz vier. Das Potenzial dafür haben wir. Die Mannschaften in der Bundesliga sind ähnlich wie letztes Jahr sehr ebenbürtig. Es wird wieder eine interessante Saison.

Welches Team sehen Sie ganz vorne?

Berlin und Friedrichshafen. Zwischen Platz drei und zehn kann alles passieren. Am Tabellenende sehe ich die junge Unterhachinger Mannschaft.

Wie lautet das Ziel im DVV-Pokal?

Pokalfinale.

Die Hypo Tirol Alpenvolleys haben sich aus der Bundesliga zurückgezogen, die freie Lizenz hat der TSV Unterhaching übernommen. Freuen Sie sich über das Lokalderby?

Wir freuen uns auf Unteraching. Es war ja schon ein bisschen bitter, dass mit Eltmann und den Alpenvolleys Haching alle bayerischen Rivalen weggebrochen sind, zudem mit Rottenburg noch ein weiteres Team aus dem Süden weg ist.

Im Derby ist diesmal allerdings Ihr Team der Favorit.

Die Vorzeichen haben sich geändert. Jetzt sind wir favorisiert. Die Hachinger sind jung, talentiert, können aufschlagen und annehmen. Das Spiel haben wir noch nicht gewonnen.

Anders als in den Vorjahren ist die Mannschaft zusammengeblieben. Mit Justus Lembach, David Wieczorek und Luuc van der Ent kamen gerade mal drei Neuzugänge an den Ammersee. Wie haben sie sich eingefügt?

Die Neuzugänge sind von Anfang an gut reingekommen, wurden gut aufgenommen.

Mit welchen Argumenten konnten Sie das Zuspiel-Talent Justus Lembach (19) vom Volleyball-Internat nach Herrsching locken? Mit viel Einsatzzeit kann er ja wahrscheinlich nicht rechnen. Neu-Nationalspieler Johannes Tille dürfte die klare Nummer eins als Zuspieler sein.

Argumente habe ich gar nicht gebraucht. Ich hatte viele junge deutsche Zuspieler im Blick. Er braucht sicher noch ein bisschen.

Für David Wieczorek gibt es ein schnelles Wiedersehen mit seinem Ex-Verein Giesen. Wie hat sich der US-Amerikaner im Vergleich zu den Platzhirschen Jori Mantha und Tim Peter in der Vorbereitung geschlagen?

Die drei Spieler sind aktuell ziemlich gleichauf, alle in guter Form. Jeder hat seine unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Wir sind dadurch weniger ausrechenbar.

In der Mitte wird weiterhin holländisch gesprochen. Für Mart van Werkhoven konnten Sie Luuc van der Ent verpflichten. Was erwarten Sie von ihm.

Luuc ist im Block stärker als Mart, allerdings ist er im Angriff noch nicht so weit. Daran arbeiten wir derzeit. Er hat das Potenzial. Sein Weg führt nach oben.

Iven Ferch wurde bereits im vergangenen Jahr verpflichtet, jedoch direkt zum Drittligisten TSV Mühldorf weiterverliehen. Jetzt gehört er auch offiziell zum Kader. Kann er mehr werden als ein Back-up für Luuc van der Ent und Dorde Ilic?

Absolut, er ist nicht weit hinter Ilic und van der Ent. Im Angriff schon gar nicht. Nach vielen Verletzungen musste er erst wieder fit werden, daher haben wir ihn letztes Jahr an Mühldorf ausgeliehen. Dort ging seine Kurve nach oben. Auch in der Mitte sind wir nahezu ebenbürtig besetzt.

Daneben gibt es noch die jungen Eigengewächse Laurenz Welsch (17) und Fabian Suck (18).

Beide haben bei mir damals vor sechs Jahren am Gymnasium Gilching angefangen. Fabian hat ein Zweitspielrecht beim TSV Unterhaching. Ich habe mich mit Patrick Steuerwald (Co-Trainer in Unterhaching, Anm. d. Red.) verständigt, dass er dort trainiert und spielt, ein paar Technikeinheiten wird er bei uns absolvieren. Auch Laurenz Welsch hat definitiv das Potenzial. Er trainiert bereits bei uns mit, wird aber zunächst für den VC Olympia München (3. Liga, Anm. d. Red.) spielen.

Die Zuschauer waren immer ein Garant für Stimmung und Emotionen. Wie sehr trifft die Begrenzung der Zuschauerzahl den GCDW sportlich wie finanziell?

Es ist ein Riesenproblem. Leider mussten auch wir Einschnitte machen. Allerdings hatten wir Glück im Unglück, da wir superverlässliche Hauptsponsoren haben. Die Zuschauereinnahmen sind ein großer Posten.

In gut zwei Monaten steigt dann das erste von mindestens drei Pflichtspielen im Audi Dome. Wie groß ist die Vorfreude?

Sehr groß. Wir arbeiten mit Hochdruck. Wir haben im Vorfeld viele Investitionen getätigt, zum Beispiel für die Anschaffung der Netzanlage. Auch einen zweiten Boden haben wir gekauft. Ich hoffe, dass wir die Partien mit Zuschauern bestreiten können.

Können die WWK Volleys Herrsching das Volleyball-Fieber der Münchner Bevölkerung wecken?

Ich glaube, das Volleyballfieber muss man in München nicht wecken. Es gibt hier so viele Volleyball-begeisterte Menschen.

Seit mittlerweile 30 Jahren sind Sie im Verein, seit 13 Jahren trainieren Sie die Mannschaft. Haben Sie immer noch Bock?

Es macht mir noch immer sehr viel Spaß.

In den letzten Monaten mal Abwanderungsgedanken gehegt oder gar Abwerbeversuche erhalten?

Es gab schon nette und auch coole Angebote, auch aus dem Ausland. Aber das war nie ein Thema. Mir geht es gut. Selbst für mehr Geld würde ich hier nicht weggehen.

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