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Droht ihm das Karriereende? Schlimmstenfalls wird Christoph Marks für drei Jahre gesperrt. Der europäische und der internationale Volleyballverband beschäftigen sich derzeit mit dem Fall des Herrschinger Diagonalangreifers.   

Volleyball

Die Anwälte haben das Wort

Ärger beim GCDW: Obwohl Christoph Marks, Volleyballer beim TSV Herrsching, einen laut Verein gültigen Vertrag  bei dem Bundesligisten hat, hat er einen Kontrakt bei einem  italienischen Klub unterschrieben. Nun beschäftigen sich Anwälte und Volleyball-Verbände mit der Angelegenheit.

HerrschingOhne groß Aufhebens hat sich bei den Volleyballern des TSV Herrsching ein Führungswechsel vollzogen. Aus persönlichen Gründen ist Fritz Frömming als Abteilungsleiter bereits vor knapp zwei Wochen zurückgetreten. Übergangsweise führt Christian Knetsch, bisher Frömmings Stellvertreter, die rund 180 Mitglieder starke Abteilung. Ein Termin für die außerordentliche Jahresversammlung, bei der ein neuer Abteilungsleiter gewählt werden soll, steht noch nicht fest.

Zu den Gründen von Frömmings Rücktritt wollte Knetsch nichts sagen. Nur so viel: „Er hat mich angerufen und gesagt, dass er aus persönlichen Gründen zurücktreten möchte.“ Dem Vernehmen nach sollen aber einige Diskrepanzen mit dem Hauptverein, insbesondere mit der Klubchefin Hannelore Doch, der Grund sein. In der Hallenfrage hatte sich Frömming wohl etwas mehr Unterstützung von Doch, die auch im Herrschinger Gemeinderat sitz, erhofft. André Bugl, der bei den Bundesliga-Volleyballern für die PR-Arbeit zuständig ist, wollte den Rücktritt von Frömming nicht überbewerten. Aber auch er ließ durchblicken, dass wohl die Wertschätzung des Gesamtvereins fehlte.

Unabhängig davon bleibt Frömming natürlich einer von drei Gesellschaftern der GCDW Home of Volleyball GmbH. Die weiteren Teilhaber sind PR-Manager André Bugl und Cheftrainer Max Hauser.

Wie in den vergangenen Jahren muss Hauser auch heuer eine nahezu komplett neue Mannschaft formen. Insgesamt acht Spieler haben den Verein verlassen. Lediglich Libero Ferdinand Tille (seit 2015) und Außenangreifer Tim Peter (seit 2017) bleiben am Ammersee.

Einer, der eigentlich ebenfalls hätte bleiben sollen, ja müssen, ist Christoph Marks. Der Diagonalangreifer, der im Vorjahr vom Ligaschlusslicht Solingen gekommen war, ging im ersten Jahr am Ammersee sofort durch die Decke. Mehr als souverän sicherte sich der 21-Jährige in der abgelaufenen Saison die Scorer-Krone. Doch der Erfolg scheint Marks zu Kopf gestiegen zu sein. Trotz eines bestehenden Vertrages mit Herrsching hat er einen Kontrakt beim italienischen Zweitligisten Impavida Pallavolo Ortona unterschrieben. „Ein grober Fehler“, behauptet Bugl. Vor einem Jahr hatte Marks in Herrsching einen 1+1-Vertrag unterschrieben. Das bedeutet, dass der Verein die Option auf eine weitere Spielzeit ziehen kann. Dies hatte Herrsching bereits im Februar getan. Marks’ ehemaliger Berater habe dies laut Bugl sogar bestätigt. Doch von dem hat sich Marks zwischenzeitlich getrennt. Und auch von der einseitigen Vertragsverlängerung will er nun nichts mehr wissen. Derzeit wird nur über die Anwälte kommuniziert. Stand heute „werden wir ihm keine Freigabe erteilen“, sagt Bugl. Dass er noch einmal für den GCDW aufläuft, ist allerdings sehr unwahrscheinlich. Außerdem hat der Klub im US-Amerikaner Griffin Shields bereits einen neuen Diagonalangreifer gefunden.

Wie geht’s nun weiter in der Causa Marks? Pocht der TSV auf die Einhaltung des Vertrages, könnte er Marks eine Saison auf der Tribüne schmoren lassen. Auch der europäische und der internationale Volleyballverband sind eingeschaltet. Im allerschlimmsten Fall könnte Marks auch drei Jahre gesperrt werden. Das wäre wohl gleichbedeutend mit dem Karriereende für den 21-Jährigen.

Unterdessen steckt Coach Hauser in den letzten Vorbereitungen für die Saisonvorbereitung. Ende August stoßen auch die Spieler aus Übersee dazu. Die letzten beiden Neuzugänge im zehn Volleyballer umfassenden Kader sollen demnächst präsentiert werden.

Die kommende Saison startet am 13. Oktober mit einem Auswärtsspiel bei den Bisons Bühl. Eine Woche später kommt es gleich zu einem Doppel-Heimspiel. Am Samstag, 20. Oktober, empfangen die WWK Volleys Herrsching den Liga-Neuling Helios Grizzlies Gießen, 21 Stunden später dann die Nachwuchs-Schmetterer vom VC Olympia Berlin.

Dirk Schiffner

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