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Mit aller Macht wollen sich die Herrschinger Volleyballer (l. Nicholas West, r. Alpàr Jósef Szabó) den Hypo Tirol Alpen Volleys Ha ching entgegenstellen, die ungeschlagenen die Bundesliga-Tabelle anführen. 

Volleyball-Bundesliga

Mit Spielwitz gegen Brasilianer aus Innsbruck

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Die Wunden sind geleckt, die Akkus wieder aufgeladen. Der Fokus der WWK Volleys Herrsching ist voll und ganz auf das oberbayerische Bundesliga-Derby am Samstag (19 Uhr, Nikolaushalle) gegen die Hypo Tirol Alpenvolleys Haching gerichtet. Wenngleich Trainer Max Hauser klarstellt: „Favorit sind wir nicht.“

Herrsching – Das Gemeinschaftsprojekt aus Unterhaching und Innsbruck reitet derzeit auf einer wahren Erfolgswelle. In der Bundesliga sind die Volleyball-Grenzgänger noch ungeschlagen (sechs Spiele, sechs Siege). Vergangene Woche fegten sie den amtierenden Deutschen Meister Berlin glatt mit 3:0 vom Parkett. Und auch international läuft es. Dank zweier Siege gegen Vojvodina Novi Sad qualifizierte man sich für das Achtelfinale des CEV-Cups. GCDW-Coach Max Hauser gibt sich ehrfürchtig vor dem Derby-Rivalen. „Das Aufschlaggewitter, das sie in den letzten Spielen abgeliefert haben, war enorm.“

Es kommt also wieder mal auf die Elemente Aufschlag und Annahme an. Der Spezialist für die Entschärfung der Alpenvolleys-Aufschläge ist Ferdinand Tille. Der Libero wird am Samstag 30 Jahre alt (wir berichteten). Nach dem Spiel steigt die Geburtstags-Sause. Mit einem Sieg würde es sich natürlich deutlich besser feiern lassen, meinte der Jubilar. Von den zuletzt gezeigten Leistungen der Hachinger zeigte sich Tille „schwer beeindruckt“. Was ihn allerdings zuversichtlich stimmt. „Zweimal in Folge haben wir noch nie schlecht gespielt.“ Die 0:3-Klatsche gegen Friedrichshafen haben die Herrschinger aus den Kleidern geschüttelt.

Hauser, der sich nach seinem grippebedingten Ausfall wieder frisch erholt zeigt, meint: „Wir sind taktisch sehr gut vorbereitet.“ Die Wehwehchen, mit denen sich die Spieler vor zwei Wochen noch rumplagten, sind auskuriert. „Wir sind auch gut drauf, sind voll im Saft. Wir hoffen auf unsere Heimstärke und einen gewissen Spielwitz, das hat uns letztes Jahr auch geholfen.“ Damals schlug der selbst ernannte Geilste Club der Welt die Alpenvolleys mit 3:1 Sätzen, drei Tage nach dem fast schon legendären 3:2-Pokalsieg in Unterhaching.

Die Gäste reisen also durchaus mit gemischten Gefühlen an den Ammersee. „Herrsching auswärts ist eine Katastrophe“, sagt Hannes Kronthaler. Der Alpenvolleys-Manager fürchtet die gute Stimmung in der Nikolaushalle, aber auch die geringe Deckenhöhe der nur durch eine Sondererlaubnis des Verbands genehmigten Spielstätte.

Geprägt ist der Alpenvolleys-Kader durch vier Brasilianer. Drei von ihnen stehen ständig auf dem Feld. „Es wird schwierig, sie in den Griff zu kriegen“, weiß Hauser. Vor allem Zuspieler Danilo Gelinski und Außenangreifer Hugo de Leon Guimaraes da Silva hebt der TSV-Trainer explizit hervor. Letzterer rangiert in der Scorerwertung auf Platz zwei.

Zumindest auf dem Papier kommt es am Samstag auch zu einem Bruder-Duell. Sowohl im Herrschinger als auch im Hachinger Kader findet sich jeweils ein Youngster namens Sagstetter. Der 19-jährige Jonas Sagstetter kam bisher in dem personell aufgemöbelten Alpenvolleys-Team über zwei Kurzeinsätze nicht hinaus. In Herrsching ist sein Bruder Benedikt mit einem Doppelspielrecht aktiv. Der 17-Jährige stand beim Pokalspiel gegen Friedrichshafen bei den letzten Ballwechseln auf dem Feld. Coach Uwe Lindemann wollte ihn mal reinschnuppern lassen. Sein erster Klub ist Drittligist ASV Dachau, wo er als Zuspieler agiert. Im Beachvolleyball sind die Sagstetter-Brüder nahezu unschlagbar. Im Jahr 2015 wurden sie Bayerische Meister in der Altersklasse U17 und U18, 2016 gewannen sie in der U18 und U19. Auf deutscher Ebene triumphierten sie 2017 in der U19, 2018 in der U20.

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