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So sehen Sieger aus: Die Volleyballer des TSV Herrsching konnten bereits zum zweiten Mal gegen die Powervolleys Düren jubeln. Trotz relativ schwacher Leistung wurde Alpár Szabó (Mitte) zum wertvollsten Spieler gewählt.

Volleyball

Vom Bankdrücker zum Matchwinner

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Langsam aber sicher entwickeln sich die WWK Volleys Herrsching zum Angstgegner für Düren. Wie schon im Hinspiel schlug der Bundesligist vom Ammersee die Powervolleys mit 3:2.

Herrsching – Vor knapp zwei Monaten drehte der TSV Herrsching einen 0:2-Satzrückstand und ein bereits verloren geglaubtes Spiel in einen 3:2-Heimsieg. Und am Mittwoch gelang dem GCDW im Rückspiel das gleiche Kunststück. Die Ammerseer feierten einen grandiosen Auswärtssieg (23:25, 21:25, 25:22, 25:22, 15:11). Eine deutliche Leistungssteigerung des Hauser-Teams und ein Hinterbänkler, der groß auftrumpfte, gaben den Ausschlag zu Gunsten der Gäste. „Düren liegt uns einfach“, freute sich Hauser diebisch über den Auswärts-Coup in der Eifel.

Da die in der Tabelle hinter dem TSV Herrsching platzierten Bisons Bühl 2:3 gegen die Alpenvolleys Haching verloren, konnte der Vorsprung auf die Badener wieder auf fünf Punkte ausgebaut werden. Auf den Neuntplatzierten Königs Wusterhausen (0:3 in Lüneburg) beträgt der Abstand jetzt schon zehn Punkte. Die Playoff-Teilnahme dürfte damit fix sein. Was aber wiederum ein anderes Problemfeld öffnet. Die heimische Nikolaushalle ist auch heuer für Playoff-Spiele nicht zugelassen.

Mit einer Rumpftruppe war Hauser in den Westen der Republik gereist. Ohne den verletzten Lukas Bauer und ohne den beruflich verhinderten Norbert Engemann, dazu noch den weiterhin mit Schulterproblemen kürzer tretende Tim Peter stellte sich die Mannschaft quasi von selbst auf. Von daher sind die beiden wohl kaum einkalkulierten Zähler aller Ehren wert.

Lange Zeit sah es jedoch so aus, als würde es eher eine Leerfahrt für Herrsching werden. Denn die ersten beiden Sätze krallten sich die Dürener. Dabei hielt Herrsching im ersten Satz lange Zeit das Zepter in der Hand, führte schnell mit 7:3. Doch Düren kam wieder ran, ging zur zweiten technischen Auszeit in Führung (15:16). Herrsching drehte den Satz abermals, doch selbst eine 22:19-Führung wurde noch verspielt. „Am Ende entschied die individuelle Klasse von Sebastián Gevert den Satz“, meinte Hauser. Mit zwei knallharten Servicewinnern machte der Bundesliga-Topscorer den Satzgewinn (23:25) perfekt.

Die Gäste hatten daran deutlich zu knabbern. Im zweiten Durchgang wirkten die Hausherren vor 1350 Zuschauern deutlich spritziger und agiler. Auf der anderen Seite des Netzes ließen die Herrschinger selbst allerbeste Möglichkeiten ungenutzt. „Der Angriff ist uns da etwas abhanden gekommen“, sagte Hauser. In der Endphase des Satzes kam Herrsching zwar nochmal ran, doch da war es bereits zu spät (21:25).

Doch wie schon im Hinspiel – auch da lag Herrsching mit 0:2 im Hintertreffen – veränderten sich nun die Kräfteverhältnisse. Düren hatte mit den druckvollen Herrschinger Aufschlägen seine liebe Mühe. Schließlich mauserte sich der Kolumbianer Humberto Machacon, der in der bisherigen Saison die wenigste Einsatzzeit aller Akteure hatte, zum Matchwinner. Der Außenangreifer besorgte die letzten beiden Punkte zum 25:22. „Für mich war er der entscheidende Spieler“, so Hauser.

Der im Herbst nachverpflichtete Machacon kam im dritten Satz für Bryan Fraser. Hauser hatte sich ursprünglich für Fraser in der Startformation entschieden, „da er stabiler in der Annahme ist“. Doch auch Machachon entpuppte sich als Turm in der Annahmeschlacht (68 %). Im Angriff verwandelte er elf von 21 Versuchen (52 %).

Die Krone des wertvollsten Spielers durfte sich aber Alpár Szabó aufsetzen. Dabei war der Auftritt des Ungarn eher einer seiner schlechteren im GCDW-Trikot (nur 27 % Angriffsquote).

Die Hauser-Crew hatte nun Blut geleckt und machte im vierten Umlauf direkt weiter. Zwei Blocks von Szabó und ein humorloser Schmetterball von Machacon aus dem Rückraum gaben die Richtung vor. Der GCDW-Express war nun nicht mehr aufzuhalten und holte sich den Satzgewinn (25:22). Im Tie-Break ging es schließlich lange Zeit hin und her, doch im Endspurt wirkte Herrsching wacher und williger. Nach 126 Minuten drosch Nick West die Kugel ins Dürener Feld und ließ die Rumpftruppe jubeln.

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