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Au backe: So hatte sich das Trainer Max Hauser nicht vorgestellt. Sein TSV Herrsching war im dritten Viertelfinalspiel gegen die United Volleys Rhein-Main vollkommen chancenlos und verlor glatt in drei Sätzen. Damit ist für den GCDW die Saison beendet.

Volleyball

Endstation Frankfurt

„Wir fahren nach Frankfurt, um ins Halbfinale zu kommen.“ Das sagte Herrschings Coach Max Hauser vor der Fahrt nach Frankfurt. Doch dort erlebte der Vorrunden-Sechste vom Ammersee sein Waterloo. Trotz der lautstarken Unterstützung von knapp 100 mitgereisten Fans verlor der TSV Herrsching im Schnelldurchgang bei den United Volleys Rhein-Main mit 0:3 (16:25, 20:25, 15:25).

HerrschingWie in den letzten drei Jahren ist für die Volleyballer des TSV Herrsching im Viertelfinale Endstation. Die siegreichen Hessen treffen in der Vorschlussrunde nun auf die Berlin Recycling Volleys, im anderen Halbfinale stehen sich der VfB Friedrichshafen und die Alpenvolleys Haching gegenüber. Trotz aller Enttäuschung bleibt unterm Strich für die Herrschinger dennoch die erfolgreichste Saison in der vierjährigen Bundesliga-Historie. Platz sechs nach der Vorrunde, knappes Aus im Playoff-Viertelfinale, dazu Pokalhalbfinalist.

Vermutlich war die Vorstellung im insgesamt 23. Saisonspiel die schlechteste des TSV Herrsching überhaupt. Als Hauptgrund nannte TSV-Geschäftsführer Fritz Frömming das Fehlen von Diagonalangreifer Christoph Marks. „Da habe ich gewusst, das wird nichts“, sagte der TSV-Geschäftsführer. Ausgerechnet Marks, der beste Scorer der Liga. Der 20-Jährige hatte sich im Abschlusstraining eine Rückenverletzung zugezogen und musste für das Entscheidungsspiel passen. „Er ging uns einfach ab“, sagte auch ein sichtlich enttäuschter Cheftrainer Hauser.

Für Marks spielte Mittelblocker Nicolai Grabmüller auf der Diagonalen. Mit sieben Punkten war der Österreicher der punktbeste TSV-Spieler. Ebenfalls sieben Zähler brachte Tom Strohbach zusammen. Für Strohbach-Verhältnisse unterirdisch. Weitere Zahlen, die das Desaster vom Main unterstreichen: 33 Prozent Angriffsquote (Frankfurt 56 Prozent), Annahmequote 47 Prozent (Frankfurt 60 Prozent), zwei Blocks (Frankfurt 6). Mit Aufschlag und Annahme war Hauser zufrieden, nur im Angriff „waren wir nicht effektiv und stark genug, um eine echte Chance zu haben.“

Was auffiel: Die Körpersprache der GCDW-Akteure war ziemlich mies. Einigen Spielern war schon fast Lustlosigkeit anzusehen. Bestes Beispiel: Andre Brown. Der kanadische Mittelblocker, der in der Hauptrunde insgesamt 72 Blockpunkte sammelte, wirkte wie ein Fremdkörper. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der impulsive 27-Jährige den TSV in Richtung Heimat verlassen. Auch alle anderen Spieler blieben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Einer, an dem es nicht lag, war Ferdinand Tille. Der Libero war einmal mehr der Turm in der Abwehr, konnte die Frankfurter Angriffe aber auch nicht entschärfen. Die silberne MVP-Medaille war nur ein schwacher Trost für ihn.

Zu keiner Zeit konnten die Herrschinger an ihre starke Leistung vom zweiten Playoff-Spiel anknüpfen. Frankfurt spielte effektiv, konzentriert in Aufschlag und Annahme. Das reichte.

Wie geht’s nun weiter? In den kommenden Tagen wird es noch ein Abschlusstreffen geben, danach werden die Spieler in ihre Heimat reisen. Welche Akteure letztlich im Spätsommer wieder an den Ammersee zurückkehren werden, bleibt abzuwarten. Frömming deutete bereits an, dass „wir zur kommenden Saison einen großen personellen Umbruch haben werden“. Fix ist nur, dass Christoph Marks und Tim Peter bleiben, die jeweils einen mehrjährigen Vertrag haben.

Dirk Schiffner

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