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Eröffnung der Ausstellung über Städtepartnerschaft und den Verein: Thea Wolf, (v.l.), Claudia Wiefel, Marion Schmid, Elisabeth Kreuz, Regine Linder, Bürgermeister Thakurdas Mallick, Hans-Jürgen Böckelmann, Ute Eiling-Hütig, Subramanian Venkat Raman (Raju) und Dr. Regine Böckelmann.

Städtepartnerschaft

Von Bürgermeister zu Bürgermeister, von Herrsching zu Indien

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Christian Schiller aus Herrsching bekommt Besuch von seinem Amtskollegen aus dem indischen Chatra. 

Herrsching – In Chatra macht man keine Termine, da taucht man einfach auf. Für Thakurdas Mallick, Bürgermeister der Herrschinger Partnerstadt Chatra in Indien, ist dies selbstverständlich. Die Menschen stehen halt einfach vor seiner Tür, wenn sie etwas von ihm wollen. Mit dem eng gesteckten Terminplan, der für ihn bei seinem Besuch in Deutschland vom Herrschinger Verein Indienhilfe zusammengestellt wurde, muss er sich erst noch vertraut machen. Aber er ist mit dem Übersetzer Subramanian Venkat Raman in guter Begleitung. Raju, wie ihn alle nennen, kennt die deutschen Gepflogenheiten, spricht seit seinem elften Lebensjahr Deutsch und hat 35 Jahre im Goetheinstitut in Indien gearbeitet. Noch bis Ende des Monats sind die beiden zu Besuch am Ammersee, wo sie am Donnerstag nicht nur die aktuelle Ausstellung zur Geschichte der Städtepartnerschaft im Obergeschoss der Alten Schule an der Luitpoldstraße eröffneten, sondern auch die CSU-Landtagsabgeordnete Ute Eiling-Hütig kennen lernten. Die Feldafingerin nahm die Gelegenheit gerne wahr, nachdem sie beim Eine-Welt-Tag im Landtag am Stand der Indienhilfe erstmals von dem Verein gehört hatte. Mit bleibender Erinnerung: einem kunstvoll gemalten Henna-Tattoo. Umso mehr freute sich die Politikerin, als ihr von Projektleiterin Marion Schmid ein Hennastift geschenkt wurde. „Den probiere ich am Wochenende gleich mit meiner Tochter aus“, versprach sie und freute sich aufrichtig über das Geschenk.

Die Landtagsabgeordnete war eingeladen, um die Indienhilfe, die Projekte, den Eine-Welt-Laden, Bildungsarbeit und Partnerschaft kennen zu lernen. Seit 37 Jahren gibt es den Herrschinger Verein. 1986 zog er als Mieter in die Alte Schule an der Luitpoldstraße, seit 2010 gehört die Immobilie einer dem Verein zugeordneten Stiftung. Immer dabei: Elisabeth Kreuz. Die Herrschinger Ärztin gründete den Verein, ist bis heute Vorsitzende und war gemeinsam mit den Eheleuten Regine und Hans-Jürgen Böckelmann treibende Kraft bei der Verbindung von Chatra und Herrsching. 1996 wurde aus der anfänglichen Patenschaft eine Städtepartnerschaft.

Für Thakurdas Mallick ist es der erste Besuch in Deutschland, überhaupt das erste Mal, dass er aus seinem Heimatort reiste. Auch für Herrschings Bürgermeister Christian Schiller gab es in diesem Zusammenhang eine Premiere. Erstmals präsentierte sich der Rathauschef als Partner bei einer Konferenz deutsch-asiatischer Städtepartnerschaften. Denn immer wieder werde er gebeten, einmal nach Indien zu fliegen. „Chatra ist aber zehnmal so weit entfernt wie Ravina, die italienische Partnergemeinde“, bedauert er. Da sei man nicht mal eben in drei Stunden dort. In Bonn war also Zeit, sich einmal kennen zu lernen, über das laufende Wasserprojekt zu sprechen, und darüber, dass die Ammerseegemeinde zwar nicht finanziell, aber ideell zu jeder Hilfe bereit sei.

Am Montag begleiten Mallick und Raju Schiller einen ganzen Tag lang. „Die erleben meinen Tag, das wird sicher spannend“, freut sich Schiller. Die Chemie zwischen den Dreien stimmte schon in Bonn, wohin Schiller von Rathausmitarbeiterin Franziska Kalz begleitet worden war. Eine spontane Entscheidung, weil es zunächst so ausgesehen hatte, dass der Herrschinger Bürgermeister dafür keine Zeit hatte. „Wir waren deshalb nur einen Tag da“, so Schiller. Vertreten war Herrsching trotzdem von Anfang an durch Marion Schmid (Projektleiterin der Indienhilfe) und die neue Promotorin Claudia Wiefel.

Als Schiller in Bonn erfuhr, dass der vollbepackte alte Koffer Mallicks den Flug nicht überstanden hatte, weil seine Mitarbeiter ihm viel zu viele Akten eingepackt hatten, wusste er, was er dem indischen Bürgermeister zum Abschied in die Hand drücken wird.

Ausstellung

Die Ausstellung über die Indienhilfe ist bis Freitag, 30. Juni, zu den Öffnungszeiten des Eine-Welt-Ladens zu besichtigen.

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