Überreichung des Bürgerenergiepreises in Breitbrunn
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Große Freude im Hause Meyerhöfer: Willi und Gudrun Meyerhöfer (vorn Mitte) begrüßten zur Verleihung in ihrem Garten Regierungspräsidentin Maria Els, Bürgermeister Christian Schiller, Katharina Schulze (MdL), Kreis- und Bezirksrätin Martina Neubauer, Landrat Stefan Frey und Karl Krapf vom Kommunal-Management der Bayernwerke.

Willi Meyerhöfer erhält für sein Breitbrunner Heim den Bürgerenergiepreis von Oberbayern

Von Hundehütte zu Sonnenenergiehaus

  • vonAndrea Gräpel
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Ein Breitbrunner hat den Bürgerenergiepreis gewonnen. Zur Verleihung kamen überraschende Gäste.

Breitbrunn – Willi Meyerhöfer sei der lebende Beweis, dass das Motto der Grünen „Global denken, lokal handeln“ funktioniere, sagte Katharina Schulze. Die Landtagsabgeordnete der Grünen war von Parteikollegin und Bezirksrätin Martina Neubauer gestern als Überraschung zur feierlichen Verleihung des Bürgerenergiepreises im Garten der Meyerhöfers in Breitbrunn mitgebracht worden – eingeladen vom Preisträger, selbst engagierter Grüner und Kämpfer für die Energiewende. Verliehen wurde der Preis aber durch Regierungspräsidentin Maria Els, die dazu normalerweise in den Maximilianssaal nach München einlädt. Wegen Corona besuchten die Preisgeber die Preisträger in diesem Jahr erstmals vor Ort. Maria Els meinte, „das hat was“.

Der Bürgerenergiepreis für Oberbayern wurde heuer zum dritten Mal verliehen. Es ist eine gemeinsame Aktion der Bayernwerke und der Regierung von Oberbayern. In diesem Jahr fiel die Wahl auf den Breitbrunner Meyerhöfer, der sich den mit 10 000 Euro dotierten Preis mit zwei Schulen teilt. Der 69-Jährige freute sich gestern riesig. „Das war mein Lebensziel“, sagte er überschwänglich. Seit 40 Jahren lebt er in dem Haus an der Steingrabenstraße. Als er mit seiner Frau Gudrun einzog, sei das einst als Feriendomizil konzipierte Architektenhaus nichts weiter als eine „Hundehütte“ gewesen. Die Meyerhöfers haben angebaut, unterkellert und das Holzhaus bewohnbar gemacht. Heute versorgt sich die Familie nahezu autark – einen Teil seines Solarstroms speist er noch ins Netz ein.

Über so viele Jahre mit immer neuen Ideen zu überzeugen, verdiene Respekt, meinte Maria Els. Ein gutes Zeichen, dass mit Eigeninitiative vieles möglich sei. „Die Vielfalt ist das Fantastische“, schwärmte die Regierungspräsidentin vor den anwesenden Vertretern der Kommunalpolitik, Landrat Stefan Frey und Bürgermeister Christian Schiller. Stolz waren auch sie auf das „Vorzeigeobjekt“. Und Recht habe Meyerhöfer, wenn er sage, ein Bürgermeister solle mit gutem Beispiel vorangehen. Schiller jedenfalls versicherte lachend, dass er sich das in Bezug auf seine Ölheizung vornehmen werde. Den Hinweis mit erhobenen Zeigefinger hatte er nicht das erste Mal gehört. Das Thema Energiewende griff auch Frey auf: „Wir brauchen keinen perfekten Sonnentag wie heute, um weiter voranzukommen.“ Ernst Deiringer vom Energiewendeverein und Gerd Mulert von der Energiegenossenschaft, die Meyerhof zum großen Tag dazu geladen hatte, werden dies nur zu gern gehört haben.

Bewerben und gewinnen

Mit dem Bürgerenergiepreis werden jedes Jahr Menschen ausgezeichnet, die in ihrem persönlichen Umfeld besonderes Energie- und Umweltbewusstsein leben. Mit ihren Ideen, Projekten und Initiativen setzen sie Impulse für die Energiezukunft vor Ort. In diesem Jahr wird der Bürgerenergiepreis Oberbayern an drei Gewinner vergeben. Neben der Familie Meyerhöfer erhielten Schüler der Realschule Taufkirchen (Entwicklung eines Energielabels für schuleigene Elektrogeräte) und die Montessorischule in Niederseeon (ausgebildete Energiescouts geben Wissen an ihre Klassen weiter) den Bürgerenergiepreis 2020. Dieser ist mit 10 000 Euro dotiert, die unter den Preisträgern aufgeteilt werden. Der Bürgerenergiepreis Oberbayern wird von der Regierung begleitet und vom Bayernwerk vergeben. Bewerbungen können jederzeit eingereicht werden (Bayernwerk AG, Lilienthalstraße 7, 93049 Regensburg). Mehr Infos auf bayernwerk.de.

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