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Erst im April war Angela Huss (2.v.r.)  als Vorsitzende wiedergewählt worden.

Herrschinger

Die Bürden im Ehrenamt

Herrsching - Nur fünf Monate nach ihrer Wiederwahl hat Angela Huss den Vorsitz der Herrschinger Insel niedergelegt. "Zu viel Verantwortung", sagt sie.

„Die Insel hat sich im Laufe der fast zehn Jahre enorm entwickelt“, sagt Angela Huss. Die 72-jährige Walchstadterin war seit Mai vergangenen Jahres Vorsitzende des Herrschinger Vereins. Mit Wirkung vom 27. September hat sie ihr Amt nun vorzeitig niedergelegt. Ihre Vertreterin Ilse Onnasch hat die kommissarische Führung übernommen. Bürgermeister Christian Schiller informierte den Gemeinderat in der jüngsten Sitzung über diese Personalie.

Es gibt offenbar mehrere Gründe, die Angela Huss zu diesem Schritt bewegten. „Man kann nicht überall sein“, sagt sie, „die Insel platzt mittlerweile aus allen Nähten.“ Vor allem aber sei es die große Verantwortung, die als Vorsitzende auf ihren Schultern laste und die sie nicht tragen könne.

Seit den Anfängen ist Angela Huss in der Herrschinger Insel aktiv. „Ich bin über den Kinderschutzbund dazugestoßen“, erzählt sie. Sie ist geblieben und will auch weiter helfen, „aber nicht als Vorsitzende“. Denn heute wisse sie, dass es als „grob fahrlässig“ gelte, wenn sie sich als Vorsitzende nicht bis ins Detail mit ihren Aufgaben auskennte. Und nach den Statuten für Ehrenämter hafte man in diesem Fall in vollem Umfang mit dem eigenen Vermögen. „Das war mir nicht bewusst“, sagt Angela Huss, nachdem sie ein entsprechendes Seminar für Ehrenamtliche im Kolpinghaus in Augsburg besucht hatte. „Mit der Insel habe ich kein Problem, betont die nun ehemalige Vorsitzende, „nur mit der Verantwortung.“ Diese will sie nicht mehr tragen. Am Montag teilte sie dies dem Bürgermeister mit. Sie schlug auch vor, den Verein möglicherweise auf professionelle Füße zu stellen. In Germering hat die Stadt die Verwaltung der Insel übernommen. „Das können wir uns nicht leisten“, sagt Schiller. „Es ist ein kleines Unternehmen“, das müsse man klar sagen, räumt er ein. Aber grundsätzlich sei es heute zunächst mal ein Verein. „Wir müssen erst mit dem Vorstand sprechen und dann weiter darüber diskutieren.“

Angela Huss ist die Entscheidung nicht leicht gefallen. Es gibt Versicherungen für diese besonderen Fälle, darüber hatte sie auch schon nachgedacht, „aber die sind teuer“. Nachdem auch im Familienkreis schlechte Neuigkeiten dazukamen, sei ihr der Einsatz – nach eigener Aussage wenigstens 20 Stunden in der Woche und dazu die Fahrten ohne Kostenausgleich – zu viel geworden. „Wir haben mit den Flüchtlingen mittlerweise richtig Trubel im Haus.“ Der Insel würde viel aufgebürdet, sagt sie. „Wenn wenigstens der Inselmarkt ausgelagert werden könnte“, damit der Vorstand ein Besprechungszimmer hätte, in dem ungestört gearbeitet werden könnte. Sie hofft auf eine gute Lösung.

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