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Wasserdieb auf frischer Tat ertappt

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Mitnichten ein Selbstbedienungsobjekt: Wer an Hydranten Wasser abzapft, macht sich des Diebstahls schuldig.
Mitnichten ein Selbstbedienungsobjekt: Wer an Hydranten Wasser abzapft, macht sich des Diebstahls schuldig. © THOMAS PLETTENBERG

Man mag es kaum glauben, aber Maximilian Bleimaier, Vorstand der Ammersee Wasser- und Abwasserbetriebe (AWA) hat am Donnerstag einen Wasserdieb auf frischer Tat ertappt. Der Verdacht, dass immer wieder Hydranten angezapft werden, bestand offenbar schon länger. Der materielle Schaden stehe weniger im Vordergrund als vielmehr die Gefahr, dass durch die unsachgemäße Handhabung Keime ins Trinkwassergelangen.

Herrsching - „Es war mehr Zufall, als dass ich auf Spurensuche war“, erklärte Bleimaier. Während der Mittagszeit sei er durch Herrsching geradelt, als ihm auffiel, dass eine Person an einem Hydranten Wasser abfüllte. „Unser Hydrant wurde schlichtweg angezapft, um den Fahrzeugtank eines Bauwagens aufzufüllen.“ Zur Rede gestellt, habe der Mitarbeiter einer Firma für Baustellentoiletten – so habe es die Adresse auf dem Auto zumindest vermuten lassen – erklärt, kein Deutsch zu verstehen. Bleimaier machte zur Beweisführung Fotos, setzte sich mit der Baufirma in Verbindung und erstattete Anzeige bei der Polizei.

„Bisher hatten wir zwar keine Beweise, aber der Verdacht besteht schon seit Längerem, dass immer wieder unsere Hydranten angezapft werden. Ein untrügliches Zeichen dafür war unter anderem, dass ohne ersichtliche Beschädigung Wasser aus dem Hahn tropfte, weil der Hydrant nach dem Klau einfach nicht richtig verschlossen wurde.“ Sorge bereitet Bleimaier, dass durch den unsachgemäßen Umgang bei der Abfüllung Keime ins Trinkwasser gelangen. „Wir tun alles Mögliche, um unser Trinkwasser von Keimen freizuhalten, doch durch die Wasserdiebe wird dies ernsthaft gefährdet.“ Werde beispielsweise von der Feuerwehr Wasser entnommen, geschehe dies erst, nachdem ein sogenannter Systemtrenner zwischen geschaltet wurde. „Dadurch ist gewährleistet, dass Keime außen vor bleiben.“ Die Diebe verwendeten jedoch einen Schlauch oder ein Standrohr. Niemand weiß, wozu dies vorher hergenommen wurden – schlimmstenfalls zur Entsorgung von Abwasser. Die Leitung kann auf vielerlei Weise mit Keimen in Berührung kommen. Dabei sei die Nutzung von Hydranten durchaus erlaubt. „Man muss sich aber vorher anmelden und darf dann nur mit einem von uns ausgegebenen Standrohr mit Wasserzähler und Systemtrenner Wasser entnehmen. Außerdem muss das Wasser bezahlt werden.“

Da es sich beim Wasserdiebstahl nicht nur um eine Straftat handelt, sondern auch um eine „Gefährdung der Volksgesundheit“, so der offizielle Begriff, bittet Bleimaier um erhöhte Aufmerksamkeit. Sollte jemand beobachten, dass es bei der Nutzung des Hydranten nicht mit rechten Dingen zugeht, bittet Bleimaier um Mitteilung unter der Rufnummer (0 81 52) 91 83 33.

Uli Singer

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