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Wassersportler machen mobil

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Von: Andrea Gräpel

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Surfer auf dem Ammersee
Am Mittwoch herrschten ideale Surfbedingungen. © Andrea Jaksch

Die Erdwälle am Surfspot Kreuz in Herrsching ärgern die die Wassersportler gewaltig. Jetzt gibt es eine Online-Petition.

Herrsching – Wind mit bis zu 60 Stundenkilometer aus westlicher Richtung – das sind perfekte Bedingungen für Surfsportler. Gestern herrschte von der Rieder Straße in Herrsching bis hin zum Surfspot wieder entsprechend großes Gedränge. Die Erdwälle, die ein Parkchaos verhindern sollen, scheinen das Problem allerdings nur zu verlagern. Im Internet gibt es unterdessen eine Online-Petition der Wassersportler, die auch Herrschinger Nicht-Wassersportler schon unterschrieben haben.

Kaum setzte der Wind ein, musste auch die Polizei wieder an die Staatsstraße zwischen Herrsching und Breitbrunn, dort wo vor allem Surfer ihren Hotspot haben. Diesmal war es aber kein Parkchaos, das die Beamten dort hinführte. Nein, es waren die grünen Folien, die von den im Frühsommer aufgeschütteten Parksperren flogen, auf der Straße lagen und zum gefährlichen Hindernis wurden. Ein Parkchaos war zumindest mittags jedenfalls nicht augenscheinlich. Anders für die Anwohner weiter südlich Höhe Eduard-Kandl-Straße. Schräg gegenüber an der Uferpromenade starten und landen Kitesurfer ihre Schirme. Und da der Parkplatz des Hauses der bayerischen Landwirtschaft nicht mehr öffentlich, sprich gesperrt ist, weichen die Kitesurfer mit ihren Autos in diesem Bereich an den Straßenrand beziehungsweise in die Seitenstraßen aus. Seit es die Erdwälle gibt, sei der Druck auf die Seitenstraßen noch größer geworden, sagt eine Anwohnerin. Sie stört sich deshalb mehr an den Wällen als an den Wassersportlern, die sie nicht vergrämen möchte.

Surfspot Staatsstraße Herrsching
Der Wind hat die Plane von den Erdwällen geweht. © Andrea Jaksch

„Für eine Wiederherstellung ggf. Neuschaffung von Parkmöglichkeiten für Wassersportler in Herrsching“ heißt eine Online-Petition, die Michael Brandl aus Weßling und die Herrschinger Andy Laufer und Sebastian Schöffel gerade auf openpetition.de online gestellt haben und die auf Anhieb knapp 700 Unterstützer generieren konnte. „Wir möchten die Gemeinde Herrsching mit dieser Petition auf die wirklich gravierenden Folgen dieser Maßnahmen für uns Sportler aufmerksam machen und anregen, sich für die Belange aller Wassersportler einzusetzen (...) Gerne würden wir bei anstehenden Entscheidungen der Gemeinde oder der Ämter gehört werden, um unsere Positionen und Vorschläge darzulegen oder Lösungen gemeinsam zu erarbeiten“, heißt es dort. Bürgermeister Christian Schiller weiß aber, dass seine Stellvertreterin Christina Reich (CSU) diesbezüglich bereits einen Gesprächstermin ausgemacht hatte. „Der wurde leider wieder abgesagt“, sagt er und erinnert, dass es nicht die Gemeinde war, die die Wälle aufschütten ließ.

Die Schließung des Campingplatzes Mühlfeld, der Parkplätze am Kreuz an der Rieder Straße und des Parkplatzes des Bauernverbandes schließt Wassersportler faktisch von der Nutzung der Herrschinger Bucht aus. Nach 50 Jahren, die dort gesurft wird, ist das ein absolutes Unding“, lautet nur ein trauriger Kommentar im Internet. Auch die Anwohnerin betonte, dass Wassersportler bleiben sollten und eine Lösung notwendig sei.

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