Überzeugte Naturgärtner: (v.l.) Ursula Lechner, Jutta Hoffmann, Jana Schmaderer, Ulrike Breitenberger, Sonja Grondey, Patricia aus dem Siepen, Heidi Körner, Natalie Stahl, Georg Schmidt und Anna Neppel.
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Überzeugte Naturgärtner: (v.l.) Ursula Lechner, Jutta Hoffmann, Jana Schmaderer, Ulrike Breitenberger, Sonja Grondey, Patricia aus dem Siepen, Heidi Körner, Natalie Stahl, Georg Schmidt und Anna Neppel.

Naturgarten-Zertifizierung

Weg von Mährobotern und Steinpylonen-Mauern

  • vonAndrea Gräpel
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Ein aufregendes Jahr geht für den Kreisverband für Gartenbau und Landespflege zu Ende – ganz abgesehen von der Corona-Pandemie. Erstmals wurden in diesem Jahr im Landkreis unter der Federführung des Kreisverbands Gärten mit dem Zertifikat „Naturgarten“ ausgezeichnet, nachdem sich Mitglieder bei der Bayerischen Gartenakademie hatten ausbilden lassen. Nun trafen sich die Damen und Herren Hobbygärtner zum Abschlussgespräch in Breitbrunn.

Breitbrunn – 47 Gärten konnten heuer ausgezeichnet, nur fünf mussten abgelehnt werden. Die Kriterien sind streng. Ablehnungsgründe waren nicht erlaubter Dünger sowie die Verwendung von Torf oder handelsüblichem Schneckenkorn. Die Damen und Herren des Kreisverbandes, die die Gärten jeweils zu zweit prüften, konnten diesen Gartenbesitzern aber gute Tipps geben. „Die wollen nacharbeiten und die Zertifizierung eventuell nächstes Jahr noch mal beantragen.“ Ursula Lechner, als Sprecherin des Arbeitskreises Naturgarten federführend bei Gartenzertifizierung, ist sich dessen ziemlich sicher.

Die Gartenzertifizierung wurde von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau und dem Landesverband für Gartenbaus und Landespflege ins Leben gerufen. Im Landkreis erfolgt die Vergabe in Kooperation mit Kreisfachberater Jürgen Ehrhardt.

Etwa zwei Stunden werden die Gärten jeweils begutachtet, sagt Heidi Körner, Vorsitzende des Gartenbauvereins Breitbrunn. Und die Zweier-Teams haben viel gesehen. Ursula Lechner schwärmte am Donnerstag zum Beispiel von einem terrassenförmig angelegten Anwesen am Starnberger See, das sie zusammen mit Ralf Maier begutachtet hatte. „Die Kräuterbeete waren sogar unterteilt in naturheilkundliche Fachrichtungen wie Frauenheilkunde, Männergesundheit oder Erkältung.“ Die Zertifizierer haben durchaus selbst dazugelernt.

In ihren eigenen Reihen haben die Zertifizierer mit Jana Schmaderer aus Erling und Heide Körner erst zwei die selbst die Auszeichnung „Naturgarten“ bekommen haben. „Ich arbeite noch drauf hin“, gestand Ursula Lechner ganz ehrlich. Auch Anna Neppel als Vorsitzende des Kreisverbandes muss nacharbeiten, in den Jahren als Bürgermeisterin der Gemeinde Andechs hatte ihr die Zeit gefehlt.

Ursula Lechner freute sich, in der Runde der Diplom-Gärtnerinnen drei Neue begrüßen zu dürfen: Jutta Hoffmann, Vorsitzende des Gartenbauvereins Pöcking, Ulrike Breitenberg und Sonja Grondey, beide Vorstandsmitglieder im Gartenbauverein Herrsching, werden im nächsten Jahr zum Team dazu gehören. „Alle drei haben im September die Ausbildung zur Naturgarten-Zertifizierung absolviert und ihr Diplom erhalten“, freute sich Ursula Lechner. Vor allem über die Unterstützung durch Jutta Hoffmann für den weniger gut besetzten Bereich am Starnberger See, freute sich die Wörthseerin. Da die meisten Anmeldungen für eine Zertifizierung jedoch aus den Gemeinden am Ammersee und im westlichen Landkreis kamen, ist sie ebenso froh über weitere Prüferinnen in diesem Bereich. „Wir sind jetzt insgesamt zwölf Zertifizierer“, freute sie sich. „Eine optimale Besetzung.“ Dass einige des Stammteams in diesem Jahr darüber hinaus freiwillig in München aushalfen, verlange großen Respekt. „Da kann ich nur sagen: Wir sind schon ein tolles Team“, so Ursula Lechner, „ich finde, wir waren gut, sehr gut sogar.“

Anmeldeschluss für dieses Jahr war am 15. September. Künftige Anmeldungen werden im nächsten Jahr behandelt. „Ich meine, wir können wieder im Mai beginnen“, so Ursula Lechner. Das Interesse an der Zertifizierung werde sicher wachsen, dessen war sich Natalie Stahl, Vorsitzende des Gartenbauvereins Herrsching, sicher. Der erste Teil eines dreiteiligen Workshops „Mein Weg zum Naturgarten“, den sie in Herrsching angeboten hatte, hatte eine große Nachfrage erfahren. Sie freute sich über 22 Teilnehmer, berichtete sie ihren Kolleginnen begeistert. Das entspricht genau der Devise der Zertifizierer aus dem Landkreis: „Hin zum umweltfreundlichen, ökologischen Naturgarten, damit Kiesvorgärten, Steinpylonen-Mauern und Mähroboter in Zukunft nicht unsere Gärten bestimmen“ (Ursula Lechner). Der Lockdown hat den Hobbygärtnern möglicherweise in die Hände gespielt.

Wer mehr erfahren will über die Zertifizierung, kann sich an die örtlichen Gartenbauvereine wenden oder an den Kreisverband, dessen Geschäftsführer Georg Schmidt aus Weßling ist, z (0 81 53) 24 18. Weitere Informationen über die Initiative „Bayern blüht – Naturgarten“ gibt es aber auch im Internet auf der Seite der Landesvereinigung Gartenbau unter lvg-bayern.de.  grä

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