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Alles selbst gemacht: Sissi Taubert hat ihre Werke in Breitbrunn in der Hauptstraße 5 ausgestellt – Taschen, Kissen, Strickmütze n, Hosenträger und alles, was ihr so einfällt. 

Im Porträt

„RentAdvent“ und viele Ideen mehr

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Seit etwa drei Jahren hat Sissi Taubert eine Werkstatt an der Hauptstraße in Breitbrunn. Am Wochenende 24./25. November lädt die passionierte Kunsthandwerkerin dort zu einer Weihnachtsausstellung und zu „RentAdvent“.

Breitbrunn – Urlaub ist für Sissi Taubert ein Fremdwort, auch wenn es diesen Winter endlich klappen soll. Drei Tage mit der ganzen Familie, mit Ehemann Hermann und allen vier Kindern im Alter von 17 bis 25 Jahre samt Anhang. Eine Seltenheit. Denn eigentlich hat der Tag zu wenig Stunden für all das, was die 49-Jährige umtreibt. Sie spielt Tanzlmusik in zwei Ensembles und singt beim Dreigesang „SteiBay“. Sie näht und kreiert und hat ständig neue Ideen. Und dann gibt es noch ein großes Haus, einen großen Garten, Hennen, Enten, einen Hund und – wie sie sagt – eine „Unfallkatze“. Die Miez ist der Familie quasi in den schützenden Schoß gefallen. Zu Hause in Hechendorf.

Zu Hause fühlt sich die Hechendorferin aber auch in Breitbrunn, „da bin ich aufgewachsen“. Bei der Oma im Haus, direkt am Nadelöhr an der Hauptstraße. Seit rund drei Jahren hat Sissi Taubert dort ein Atelier, eine traditionelle Manufaktur. Und einen Ausstellungsraum. Am Wochenende 24./25. November lädt sie dort zu einer lauschigen Weihnachtsausstellung ein. Natürlich mit viel Musik.

Sissi Taubert lebt Heimat. Volksm

usik spielt sie von Kindesbeinen an, so wie ihre ganze Familie. In ihrer eigenen Familie setzt sich das fort. Mit Ehemann Hermann am Bassflügelhorn, sie selbst an Harfe oder Klarinette und Sohn Korbinian an der Tuba spielt sie Tanzlmusi. Teil der Seehof-Musi zusammen mit Wirt Peter Reichert ist das Ehepaar auch. Außerdem hat die 49-Jährige den Gsang für sich entdeckt. Heller können Augen nicht strahlen, wenn sie erzählt, wie sehr die Musi ihr Leben erfüllt.

Kaum zu glauben, dass neben Familie und Haus noch Zeit bleibt für all die Dinge, die sie so herstellt: Ledertaschen, Hosenträger, Strickmützen, Grußkarten verziert mit Motiven, die in Papyrus Papier gepresst werden, und ganz viel mehr. Zur Weihnachtszeit stellt sie zum Beispiel Adventsgestecke zusammen, ohne viel Schnickschnack ganz traditionell. Aber Kränze sind es nicht. Sissi Taubert hat alte Guglhupf-Formen und hölzerne Biertragerl zusammengesucht, die sie mit Kieferzweigen, Wurzeln und Blättern befüllt und mit Kerzen verziert. Über die Weihnachtszeit werden diese Gestecke vermietet. „RentAdvent“ nennt sie das. „Es hat ja nicht jeder so eine alte Guglhupf-From, die sind nicht ganz billig“, weiß sie. In der Weihnachtsausstellung hat sie sie wieder im Angebot.

Besondere Freude hat die Kunsthandwerkerin an ihren Ledertaschen. Ein Zufallsprodukt, weil die Taschen, nachdem sie die erste für sich gemacht hatte, auch anderen gefielen. Vieles entsteht auf diese Weise und aus Spaß am Handwerk. „Denn eigentlich bin ich diplomierte Sekretärin“, erzählt Sissi Taubert. Aber sie kommt aus einer Handwerkerfamilie – der Vater war Zimmerer. Und die Mutter hat viel genäht. Wenn also heute alteingesessene Breitbrunner „kleine Schätze“ vorbeibringen, freut sich die 49-Jährige nicht nur, sondern sie weiß auch gleich etwas damit anzufangen. Zum Beispiel mit alten Geschirrtüchern aus einer Aussteuerkiste. Den Stoff bedruckt Sissi Taubert mit traditionellen Mustern, und dann näht sie daraus Kissen. Die Muster lässt sie unterdessen auch auf ihre Ledertaschen lasern. Oder alte Efeuwurzeln. Noch stehen sie vor der Tür, „aber irgendwann weiß ich dann schon was damit anzufangen“, sagt sie gewiss und lacht.

Schätze sind für sie auch die Geschichten, die ihr erzählt werden. Wenn alte Breitbrunner neugierig in das Atelier an der Hauptstraße kommen, hört Sissi Taubert, die sich ja selbst als Breitbrunnerin fühlt, vor allem gerne zu. So hielt sie es schon bei ihrer Großmutter, wenn alle am eingeheizten Ofen in dem alten Haus beisammen saßen. So gemütlich ist es dort immer noch, in dem Haus aus 1800 Ende. Wann genau es erbaut wurde, weiß Sissi Taubert nicht. Ist auch nicht wichtig. Wichtig ist, dass sie dort ein Refugium gefunden hat. Geöffnet ist es allerdings nicht regelmäßig, sondern immer nur dann, wenn sie da ist. „Man kann mich auch anrufen, dann komme ich“, sagt sie. Ganz sicher ist sie da am nächsten Wochenende zur Weihnachtsausstellung, zumindest am Freitag. „Da kommen auch Freunde aus Bad Reichenhall“, freut sie sich. Klar, dass diese Freunde auch Instrumente im Gepäck haben. Andrea Gräpel

Weihnachtsausstellung

mit RentAdvent am 24. und 25.November, geöffnet jeweils von 10 bis 17 Uhr. Mehr Informationen unter www.traditionelle-manufaktur.de.

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