Freut sich aufs neue Schuljahr: der neuen Leiter der Staatlichen realschule Herrsching, Christian Schmitz.
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Freut sich aufs neue Schuljahr: der neuen Leiter der Staatlichen realschule Herrsching, Christian Schmitz.

Realschule Herrsching

„Wenn Schulleiter, dann hier“

  • VonAndrea Gräpel
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Ganz neu ist die Situation für Christian Schmitz nicht. Der Pädagoge ist neuer Leiter der Realschule Herrsching. Genau das hatte sich der 53-Jährige auch gewünscht: „Wenn Schulleiter, dann hier.“

Herrsching - Der Weilheimer kam 2004 erstmals an die Jahnstraße in Herrsching. 2012 wechselte er an die Knaben-Realschule in Schondorf, wurde dort Konrektor und stellte fest, dass es in einer gleichgeschlechtlichen Schule „deutlich entspannter“ zugeht, da man besser auf geschlechtsspezifische Probleme eingehen könne. Und als Mann sei es auch leichter, Buben zu unterrichten. „Ich bin aber trotzdem gerne zurück“, versichert Schmitz. Denn seit 2017 ist er wieder in Herrsching, war zuletzt ständiger Konrektor von seiner Vorgängerin Rita Menzel-Stuck. Atmosphäre und Stimmung unter Schülern und Lehrern machten es leicht, sich in Herrsching wohlzufühlen.

Als Vertreter der Schulleitung war Schmitz bereits in vieles eingebunden. Ebenso in Personalplanung. Es sei nun aber doch neu für ihn, sich um Aushilfslehrer zu bemühen oder neuen Kollegen Urkunden zu verleihen, gesteht er. Aber auch dies wird ihm sicher bald in Fleisch und Blut übergehen. Das komplette Kollegium hat er bei einem „Meet and Greet“ am Freitag erstmals als Chef begrüßt.

Schmitz übernimmt in Herrsching auch eine Baustelle: die neue Dreifachturnhalle, deren Fertigstellung für 2022 geplant ist. Allerdings hat der neue Schulleiter mit Marcus Detsch einen Konrektor zur Seite, der in den Bau von Anfang eingebunden war. Und die Gesichter des ausführenden Architekturbüros Sommersberger sind Schmitz noch gut bekannt aus der Zeit, als er das erste Mal in Herrsching Station machte und die Schule saniert und erweitert wurde. „Ich war damals im Personalrat“, deshalb war er als solcher in die Bauarbeiten eingebunden. „Da ist die Welt übersichtlich: Ich erkenne alle und alle erkennen mich. Das macht es mir leichter.“

Als gebürtiger Niederbayer, der als Kind des oberbayerischen Dialekts nicht mächtig war und in Mittenwald wohnte, habe er eine Art Ausgrenzung erfahren, weswegen er heute umso mehr zu schätzen wisse, was Akzeptanz bedeute. „Ganz wichtig“ sei dies, sagt er und ist stolz, dass die Realschule Herrsching sich nicht nur auf die Fahnen geschrieben habe, eine Schule ohne Rassismus zu sein, sondern auch eine mit Akzeptanz.

Schmitz wird nicht in das Büro seiner Vorgängerin wechseln, die rechts vom Sekretariat immer auch einen Blick auf den Schulhof werfen konnte. Lieber behalte er sein Büro links vom Sekretariat, da habe er sich eingerichtet, da will er bleiben, „mittendrin“. Und als Schulleiter wird er seine Fächer Deutsch und Geschichte nicht mehr im gleichen Maße wie vorher unterrichten können, er wird aber wie Rita Menzel-Stuck weiterhin Seminarlehrer bleiben, denn die Realschule ist seit 2004 Seminarschule, also Ausbildungsstätte für Lehrkräfte.

Die Kraft für das alles schöpft der Weilheimer Schmitz jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit und zurück, zwischen Weilheim und Herrsching. „Ich habe den schönsten Schulweg der Welt“, schwärmt der sportliche Schulleiter. Jeden Morgen am Ammersee entlang und abends immer auf die Berge zu, wo er aufgewachsen ist, in Mittenwald. Und sportlich ist Schmitz auch, denn bevor es in die Schule gehe, setze er sich diszipliniert jeden Morgen auf ein Rudergerät.

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