Konzert im Post-Biergarten in Herrsching in Coronazeiten
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Veranstaltungen wie dieses Konzert im Biergarten „Post“ am Samstag sind auch nur Ausnahme und mit Abstand erlaubt, weil sie nicht auf Gemeindegrund stattfinden.

Offener Brief

„Wieso Herrsching nicht?“

  • vonAndrea Gräpel
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Martin Piehler ist sauer, richtig sauer. Der Herrschinger ist Bildhauer und Mitglied im erweiterten Vorstand des Kulturvereins. Die Entscheidung des Gemeinderats in nichtöffentlicher Sitzung, auf Gemeindeflächen bis Ende Oktober keine Veranstaltungen unter freiem Himmel zu genehmigen, kann er nicht nachvollziehen.

Herrsching – „Das Verbot im Zuge der Coronamaßnahmen stellt keine Lösung dar, sondern verschlechtert die stimmungsmäßige Situation des Ortes erheblich“, schreibt Piehler in einem offenen Protestbrief an Bürgermeister Christian Schiller und die Gemeinderäte.

„Es ist unwahrscheinlich, dass die Einheimischen, die Sommergäste und die Tagesgäste aus München und Umgebung ohne kulturelle Veranstaltungen zufrieden und glücklich sind und nach Herrsching kommen, was wieder zu einer wirtschaftlichen Verschlechterung der einheimischen Hotel- und Gastronomiebetriebe führt. Andere Gemeinden, allen voran die Stadt München, können die Auflagen einhalten in der Fürsorge der Wirtschaftlichkeit der Gemeinden und Städte. Wieso Herrsching nicht?“, fragt er provokant.

„Es ist ein schwieriges Thema“, findet auch Anke Rasmussen, Fraktionssprecherin der Grünen im Gemeinderat. Sie berichtet von einer lebhaften Diskussion darüber in der jüngsten Sitzung. „Zuerst redeten wir darüber, dass wir den aktuellen Besucherstrom nur schwer handhaben können.“ Beim Thema Veranstaltungen sei es dann zwei Stunden später nichtöffentlich darum gegangen, zusätzliches kulturelles Angebot zu schaffen und noch mehr Menschen anzulocken. Das habe sich nicht miteinander vereinbaren lassen, sagt sie bei allem Verständnis für Künstler und Kulturverein. „Wir verspielen, was wir uns erarbeitet haben“, sagt sie in Anbetracht stagnierender Infektionszahlen im Landkreis im Vergleich zu steigenden deutschlandweit.

Piehlers Kritik reicht weiter. Er war selbst Besucher der jüngsten Sitzung – im öffentlichen Teil. Weshalb das Thema Veranstaltungen nichtöffentlich beraten wurde, erschließt sich ihm nicht. Bürgermeister Schiller hat dafür eine Erklärung, da es zunächst um den Antrag zwei bestimmter Veranstalter gegangen sei. „Das muss man nichtöffentlich behandeln.“ Der Rest habe sich in der Sitzungsvorbereitung ergeben, da wollte er das Thema nicht aufteilen und im öffentlichen Teil nur die Hälfte sagen können. Im Übrigen sei die Entscheidung mit großer Mehrheit gefallen und mit dem Hinweis, das Thema direkt im November – nach der Reisezeit – erneut in den Gemeinderat zu bringen, um auf die aktuelle Lage reagieren zu können.

Martin Piehler beschwert sich in einem Offenen Brief.

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