Es gibt auch Schützengesellschaften mit eigenem Gebäude und hochmodernem Schießstand.

Wildschütz’n Herrsching

Hilferuf erhört

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Kosten für Räumlichkeiten im Katholischen Pfarrzentrum wachsen Herrschinger Traditionsverein über den Kopf.

Herrsching – „Wir sind der einzige Schützenverein im Gau, der Miete zahlen muss“, glaubte Andreas Stiller am Montag in der Gemeinderatssitzung zu wissen. Der 1. Schützenmeister der Herrschinger Wildschütz’n startete deshalb einen Hilferuf, denn „mittelfristig können wir die Jahresmiete nicht mehr stemmen“. Die Gemeinde wird dem Verein unter die Arme greifen, nicht aber ohne laute Schelte Richtung Kirche.

Die Schützengesellschaft der Ammerseegemeinde wurde 1908 von 15 Herrschingern gegründet. In diesem Jahr wird das 110. Jubiläum gefeiert – mit 60 Mitgliedern, davon elf Jugendliche. Die Schießstände befinden sich im Keller des Katholischen Pfarrzentrums am Mitterweg. Dort verfügen die Schützen über neun Schießstände. Bis 2013 war die Bleibe mietfrei, seit dem Umbau zahlen die Schützen 200 Euro Miete mit wachsenden Nebenkosten. „Wir wissen nicht, wo das hingeht“, sagte der Schützenmeister. Die Mitgliederbeiträge seien bereits verdoppelt worden.

Zuletzt ergaben Miete mit Nebenkosten 6060 Euro – für acht Monate Nutzung und drei Stunden in der Woche. „Wir haben die Kirchenverwaltung um einen Nachlass gebeten. Leider aber eine Absage erhalten“, so Stiller. Gemeinderat-Neuzugang Jens Waltermann (FDP) konnte keine Lösung erkennen, bei der die Kirche nicht einlenke. „Wir sollten uns nicht an der Nase herumführen lassen. Wenn die Schützen nicht mieten, hat die Kirche gar keine Miete mehr“, meinte er. Ein Entgegenkommen müsse möglich sein. Das fand auch Klaus Pittrich (CSU): „Wir müssen alles tun für die Schützen und ein hartes Gespräch führen mit der Kirche.“ Ihr sei schließlich gerade zuvor die Nikolaushalle für eine große Sternsingerveranstaltung am 29. Dezember mit mehr als 400 Sternsingern aus dem Bistum kostenfrei zur Verfügung gestellt worden.

Auch Hannelore Doch (CSU) betonte, dass die Schützen nicht irgendein Verein seien, sondern ein Traditionsverein. Im Ergebnis kamen die Ratsrunde deshalb auch überein, die Jahresmiete zu übernehmen. Gleichwohl sei ein Gespräch mit der Kirchenverwaltung noch angebracht, „denn die katholische Kirche braucht uns ja auch immer“, meinte Thomas Bader (CSU) in seiner Eigenschaft als Feuerwehrmann. Schließlich gehe es um ein Miteinander. „Wichtig ist“, fand Bürgermeister Christian Schiller, „dass die Schützen ein Signal erhalten.“ Irrwitzige Ideenspiele, wonach die Schützen aus Breitbrunn und Herrsching sich vielleicht zusammentun könnten ließ er nicht zu. Der Mietzuschuss wurde mit 14:9 Stimmen schließlich genehmigt.

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