Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof

Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof
+
An der Herrschinger Seepromenade stand GCDW-Trainer Max Hauser (r.) unserem Mitarbeiter Dirk Schiffner vor dem Start des TSV Herrsching in die Bundesligasaison Rede und Antwort. 

Geilster Club der Welt

„Wir fahren nach Berlin, um zu gewinnen“

Es geht wieder los: Heute startet der TSV Herrsching in seine vierte Bundesligaspielzeit – und das gleich beim amtierenden Deutschen Meister RV Berlin (19.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle; live auf sportdeutschland.tv). Wir sprachen vor dem Auftaktmatch mit Trainer Max Hauser.

-Herr Hauser, wie zufrieden sind Sie mit der Vorbereitung?

Es war eine sehr, sehr umfangreiche und anstrengende Vorbereitung. Der Aufwand war größer. Aber ich war mit noch mehr Begeisterung dabei, auch weil die Mannschaft Ehrgeiz ausstrahlt. Viele junge Spieler sehen Herrsching als Chance, sich weiter zu entwickeln. Das motiviert auch den Trainer.

-Die Testspielergebnisse (drei Siege, eine Niederlage) zumindest waren ja nicht so schlecht.

Das passt mir nicht so recht. Eigentlich wollten wir wieder nach Italien fahren, um gegen richtig gute Gegner zu spielen und auf den Latz zu kriegen. Aber das hat leider nicht geklappt. Zumindest Amriswil und Hypo Tirol waren super Gegner, Jona zuletzt war ein Ticken zu einfach.

-Wie lautet das Saisonziel? Nach Platz acht (2014/2015), Platz sieben (2015/2016) und Platz sechs (2016/2017) jetzt also Platz fünf?

Wenn wir Platz sechs wiederholen könnten, das wäre schon echt stark. Vorrangiges Ziel ist es aber, die jungen Spieler weiter voranzubringen, um dann in der Saison 2018/2019 eine Topmannschaft zu haben. Und das mit unseren bescheidenen Mitteln.

-Kann man die Saison 2017/2018 als Übergangsjahr bezeichnen?

Es ist ein Jahr, in der eine Lernphase eingebaut ist. Und nicht nur das Ziel, Platz xy zu erreichen. Das Wort Übergangsjahr trifft es nicht ganz. Das entwertet die Saison.

-Wie schwierig oder auch einfach ist die Kommunikation? Immerhin spielen in Herrsching jetzt Spieler aus insgesamt sechs Nationen zusammen.

So viel hat sich eigentlich nicht verändert. Die Trainingssprache ist Englisch. Mein Englisch hat sich, was Volleyball angeht, in den letzten vier Jahren deutlich verbessert. Ich hatte in den ersten Jahren Probleme, meinen durchaus charismatischen Wortschatz nicht eins-zu-eins ins Englische zu übersetzen. Aber ich werde besser, da ist noch Luft nach oben.

-Wie würden Sie Ihren Stil als Trainer beschreiben?

Ich habe das Gefühl, ich ändere meinen Stil seit zehn Jahren. Ich lerne und versuche, auch immer besser zu werden. Ich habe noch keinen definitiven Stil, ich probiere viel aus. Manchmal stelle ich fest, das ist total cool. Manchmal stelle ich aber auch fest, das klappt vielleicht woanders, aber nicht hier. Ich entwickle mich jedes Jahr weiter.

-Wie lautet Ihre Spielphilosophie?

Grundsätzlich habe ich eine Philosophie mit aggressiven, risikoreichen Aufschlägen. Mit der Akzeptanz des ein oder anderen Fehlers. Auch viel mit dem Block zu spielen, quasi eine Gummiwand zu sein.

-Warum haben Sie sich auf der Position des Zuspielers für einen 37-Jährigen (Michal Sládecek) entschieden und nicht für einen jüngeren Spieler?

Ich habe mir viele Zuspieler angeschaut, aber nur erfahrene. Ich bin der Meinung, man braucht da Erfahrung. Ich möchte nicht zu viel Zeit für die Basics verwenden. Wir müssen hier in Herrsching sehr effizient arbeiten.

-Warum wurde er zum neuen Kapitän bestimmt?

Ich habe ihn vorgeschlagen, die Mannschaft hat ihn gewählt. Tom Strohbach wäre auch ein Kandidat gewesen. Allerdings stört ihn das, während dem Spiel mit dem Schiedsrichter reden zu müssen. Er will sich eher auf sich konzentrieren, um Topleistungen zu bringen. Zum anderen ist Michal der mit Abstand Älteste.

-Wie kommt man aus dem kleinen Herrsching am Ammersee an einen Spieler wie Andre Brown, der im knapp 3000 Kilometer entfernten Lakkapää spielte?

Ich verfolge jede gute Volleyballliga, ich lese die Statistiken, schaue mir Videos an. Die finnische Liga ist sehr gut, hat aber nicht so das Renommee. Andre spielte in einem nicht so guten Team. Am Ende der Saison war er sogar bester Mittelblocker der Liga.

-Ist er einer, der Führungsaufgaben übernehmen kann?

Andre hat diese Fähigkeit. Er ist ein Spieler, der andere mitreißen kann durch seine Gestiken und seine Vibes. Er muss sie aber wahrnehmen und einsetzen.

-Bei der Vorstellung von Mittelblocker Wilhelm Nilsson gab er als seine größte Schwäche seinen Aufschlag an. Hat er ihn in den letzten Wochen bereits verbessern können.

Definitiv. Ich würde seinen Aufschlag inzwischen nicht mehr als Schwäche bezeichnen.

-Die Position des Diagonalangreifers gilt als die Schlüsselposition. Kann Christoph Marks mit seinen 20 Jahren diese Rolle bereits ausfüllen?

Den Druck möchte ich ihm nicht geben. Er kommt aus einer Mannschaft, die letztes Jahr zweimal gewonnen hat. Er ist talentiert. Ich sehe ihn wie Dani Malescha, als er damals zu uns kam. Es ist viel da, aber auch viel noch nicht. Wir haben viel an seinem Aufschlag gearbeitet, der hat mir letztes Jahr nicht gefallen.

-Mit 20 Jahren ist Tim Peter der Jüngste im Team. Er hat einen Drei-Jahres-Vertrag. Wie sieht der Plan mit ihm beziehungsweise für ihn aus?

Er haut sich richtig rein. Er ist sehr fleißig. Aktuell ist er Außenangreifer Nummer drei. Bei ihm bin ich mir sehr sicher, dass wir ihn noch sehr weit bringen. Er hat einen sehr guten Lebensplan. Er studiert drei Jahre in München und ist nebenbei Volleyball-Profi, das ist sehr intelligent.

-Vor zehn Jahren spielte der TSV Herrsching in der Landesliga, seit mittlerweile vier Jahren in der Bundesliga. Wie hat sich Volleyball in dieser Zeit verändert?

Es ist immer noch unglaublich. Früher hat die Mannschaft die Halle vor dem Spiel aufgebaut, mittlerweile gibt es ein Riesenteam, die Tage für den Klub opfern.

-Die VBL hat die Ausnahmegenehmigung für die Nikolaushalle bis 2020 verlängert. Wie ist die aktuelle Situation?

Wir haben alles, was man braucht, um eine Halle zu bauen. Wir suchen nach wie vor einen Standort. Wir sind bereits mit anderen Gemeinden im Umland im Gespräch. Es gibt bereits zwei Gemeinden, die sehr positiv sind.

-Ist der Standort Herrsching vom Tisch?

In Herrsching hat es erst einmal nicht geklappt. Hierüber bin ich sehr enttäuscht. Ich glaube, dass das weder der Wille der Herrschinger Bevölkerung ist, noch dass es eine gute wirtschaftliche und kulturelle Entscheidung ist. Schlichtweg es ist eine schlechte Entscheidung. Die Aufgabe der verantwortlichen Politiker sollte es sein, gute Entscheidungen für den Ort zu treffen.

-Wer wird Meister?

Friedrichshafen oder Frankfurt. Definitiv nicht Berlin. Frankfurt hat unheimlich viel Geld in Hand genommen und einen richtig guten Kader. Friedrichshafen hat sich ebenfalls noch mal gut verstärkt. Außerdem haben sie den besten Trainer (Vital Heynen, Anm. d. Red.). Die sind wahrscheinlich nicht zu stoppen.

-Und wo landet der TSV Herrsching nach der Hauptrunde?

Zwischen Platz fünf und zehn.

-Hypo-Tirol-Manager Hannes Kronthaler peilt im Premierenjahr Platz fünf an. Was trauen Sie dem Liganeuling zu?

Das ist sicherlich etwas tief gegriffen. Die haben gut investiert, haben eine tolle Mannschaft. Die Alpenvolleys sollten unter den ersten Vier mitspielen.

-Zum Saisonauftakt geht’s nach Berlin. Was ist drin beim Meister?

Wir fahren nach Berlin, um zu gewinnen. Wir müssen unsere Breakchancen nutzen, dürfen nichts verschenken und müssen in der Annahme stabil bleiben. Dann haben wir eine kleine Chance. Wir sind gut vorbereitet und haben einen klaren Plan. Ich denke, der kann aufgehen.

Das Gespräch führte Dirk Schiffner

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Autofahrerin zu betrunken für den Alkotest
Die Polizei Gauting hat eine Frau mit deutlich zu viel Promille am Steuer erwischt. Die 36-Jährige war zu betrunken, um den Alkotest zu schaffen.
Autofahrerin zu betrunken für den Alkotest
Kontrolle läuft aus dem Ruder
Ein 53 Jahre alter Mann aus dem Landkreis hat sich in Herrsching heftig gegen eine Polizeikontrolle gewehrt. Dabei wurde eine 25 Jahre alte Beamtin leicht verletzt.
Kontrolle läuft aus dem Ruder
Ein Rückblick auf die gute alte Zeit
Die Sonderausstellung des Zeitreise-Vereins im Wersonhaus widmet sich der Entstehung des Gilchinger Gebäudes.
Ein Rückblick auf die gute alte Zeit
Mitten in der Nacht: Exhibitionist schockt Frau
Die Herrschinger Polizei sucht einen Unbekannte, der sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag vor einer 57 Jahre alten Frau entblößt hat.
Mitten in der Nacht: Exhibitionist schockt Frau

Kommentare