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Er hofft, einiges voranbringen zu können: Bürgermeister Chr istian Schiller – im Gespräch mit Redakteurin Andrea Gräpel – nimmt einiges, was in diesem Jahr nicht voran kommen konnte, mit ins neue Jahr.

Die Vorschau von Bürgermeister Christian Schiller

Das wird 2017 in Herrsching wichtig

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Herrsching – Das ablaufende Jahr hat Herrschings Bürgermeister Christian Schiller viel Nerven gekostet: Erst die Flüchtlingswelle, dann deren Unterbringung und nun die „Folgeerscheinungen“, die die Kinderbetreuung in Kindergärten und Schulen mit sich bringt. „Das sind dann schon nahtlos die Ziele fürs nächste Jahr“, sagt er in einem Jahresabschlussgespräch mit dem Starnberger Merkur.

Und das sind die Themen des kommenden Jahres:

Zuzug

„Hätten wir den Schulleiter der Christian-Morgenstern-Mittelschule vor einem dreiviertel Jahr gefragt, ob eine Schulerweiterung notwendig ist, hätte er verneint“, weiß Schiller. Im Juli ertönte dann sein Hilferuf. „Durch Zuzug und Flüchtlingkinder hat sich die Zahl der Kinder deutlich erhöht.“ Erschwerend komme hinzu, dass es sich um eine Sprengelschule handele, die auch von Schülern aus den Nachbargemeinden besucht werde. Thurmair könne zwei komplette Klassen mit Flüchtlingskindern füllen. Dazu komme der Zuzug. „Jeder möchte in einer Region mit Zuzug und Entwicklung wohnen, die Auswirkungen muss man aber erstmal abfangen können“. Vor vier bis fünf Jahren, so Schiller, lautete die Landkreis-Prognose 1000 Erstklässler, tatsächlich seien es 1400. Um so dringender stellt sich die Erweiterung der Grund- und Mittelschule dar. Schon in den Schulferien sollen die Arbeiten beginnen, meint der Bürgermeister. Er rechent mit einem Jahr Bauzeit. Das wird das größte Projekt 2017 sein.

Kinderbetreuung

Drei weitere stehen in der Warteschleife: Bahnhofsvorplatz, Kindergarten Rieder Straße und eben das Gymnasium. „Den Kindergarten brauchen wir dringender als gedacht.“ Eigentlich wollten sich die Gemeinderäte damit fünf Jahre Zeit lassen. Nun fehlen aber schon zwei Gruppen. Und bevor der Mietvertrag 2024 für den dreigruppigen Kindergarten Kunterbunt ausläuft, ist Ersatz notwendig. Der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan wurde in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung gefasst. 2017 muss die Planung vergeben werden.

Momentan ist mit Kosten von rund eineinhalb Millionen die Rede. „Das können aber auch 4 bis 7 Millionen Euro sein“, fürchtet Schiller. Er zieht den Vergleich zum Kinderhaus Breitbrunn. Eine zweigruppige Einrichtung, nicht unterkellert und ohne Stellplätze. Ein Keller werde an der Rieder Straße zur Diskussion stehen müssen, meint Schiller, Stellplätze ohnehin und notwendig seien fünf Gruppen. „Da ist schon noch ein bisschen Luft drin.“

Grundsätzlich stelle sich auch die Frage nach dem Träger. „Ziel ist nicht, dass das ein Gemeindekindergarten wird.“ Im Frühjahr soll aktiv nach einem Betreiber gesucht werden, sagt Schiller, „einige Interessenten gibt es schon, drei oder vier“. Die Betreibersuche werde eine spannende Sache, glaubt der Rathauschef.

Bahnhofsvorplatz

Die Details für einen weiteren Wettbewerb in 2017 sollen in einer Klausurtagung Anfang des Jahres festgezurrt werden: Umbau des Bahnhofsvorplatzes. Der Wettbewerb hätte schon 2016 starten sollen, wurde duch die Untersuchung zum Bau einer Tiefgarage aber verschoben. Nachdem dieses Gedankenspiel zu den Akten gelegt worden ist, soll es nun weitergehen. 180 000 Euro sind für den Wettbewerb veranschlagt, wobei 108 000 Euro von der Städtebauförderung getragen wird.

Herrsching wechselt 2017 von der bayerischen zur Bundesförderung. Dafür lässt die Gemeinde nochmal 40 000 Euro für ein dafür notwendiges ISEK-Gutachten (Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept) springen. „Mir kam auch erst der Gedanke, was das für eine Geldmacherei ist“, gesteht er. Zu 60 Prozent gefördert, tut es ihm aber nicht so weh. Da wollen wir aber hin, „da können wir mehr Geld abgreifen“. Das Gutachten wurde bereits vergeben. Es fasst das zusammen, was in Herrsching eigentlich schon untersucht worden ist: Verkehr, Struktur, Gewerbe und Einzelhandel. „Da müssen wir nochmal was draufsetzen. Für 2,50 Euro ist das nicht zu kriegen.“

Gymnasium

Viel Geld wird auch für das am Mühlfeld geplante Gymnasium in die Hand genommen. Im Kreisausschuss wurde erstmals das Verkehrskonzept vorgestellt (wir berichteten). „Das ist jetzt, glaube ich, eine gute Lösung“, sagt Schiller. Vor allem freut ihn, dass der ganze Bereich innerorts eingeschlossen ist. „Der schnelle Verkehr von Andechs wird ausgebremst. Das hilft allen.“ Wie die Mitglieder im Förderverein, hofft Schiller, dass der Architektenwettbewerb bald startet. Dann geht es ins Bebauungsplanverfahren. Für eine Dreifachturnhalle, die für die Bundesliga tauglich wäre, sieht er schwarz. „Die Halle allein ist nicht das Problem“, meint Schiller. Bei überörtlichem Interesse gelte ein anderer Stellplatzschlüssel, in diesem Fall ein Stellplatz pro fünf Sitzplätze. Bei 2500 Plätzen wären dies mindestens 500 Stellplätze. „Unmöglich“, sagt Schiller.

Flüchtlinge

Nachdem das Containerdorf auf die Regierung von Oberbayern übergegangen ist, gibt es für Schiller zurzeit keine Rückmeldung über Flüchtlingsunterbringung in Herrsching. „Nur was die Kinderbetreuung angeht.“ Aber Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge bleibt ein Thema, das ihn umtreibt. „Ich hoffe wirklich, dass keine neue Flüchtlingswelle kommt.“

Böckhaus

Eine Freude sei dafür der neue Mehrzwecksaal im alten Böckhaus in Breitbrunn. „Der wird sehr schön.“ Anfang 2017 sei mit der Fertigstellung zu rechnen. Wer aber glaubt, dass die nächste Ortsteilversammlung dort stattfinden kann, irrt. „Dafür reicht der Platz knapp nicht aus“, sagt Schiller. 120 Bürger wie zuletzt könne man nur im Klostersaal unterbringen.

Wünsche

„Ich wünsche mir fürs nächste Jahr, dass jeder sein Anspruchsdenken hinterfragt.“ Das Motto könne nicht lauten, „ich hab alles, ich will aber noch mehr“.

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