+
So schaut’s aus an zahlreichen Straßen in Herrsching: Viele Hecken, Sträucher und Bäume ragen dermaßen in den Straßenraum, dass die Sicherheit gefährdet ist.

Zu viel ist zu viel

Wuchernde Hecken, Sträucher und Bäume: Gemeinde Herrsching greift durch

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
    schließen

Die Gemeinde Herrsching hat sich am Freitag mit einem eindringlichen Appell an die Grundstückseigentümer gewandt. Es geht um wuchernde Hecken, Sträucher und Bäume, die immer mehr in Straßen und Wege hineinragen.

Herrsching – Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte. Und so hat Herrschings Bürgermeister Christian Schiller am Freitag eine Pressemitteilung mit 30 Fotos im Anhang verschickt: Hecken, unter denen Bürgersteige verschwinden; Äste, die weit über Straßen ragen; Sträucher, die Verkehrsschilder verdecken. Und immer wieder: die Drehleiter der Feuerwehr, die kaum noch durchkommt. „Liebe Bürgerinnen und Bürger, wir brauchen dringend Ihre Mithilfe“, schreibt Schiller.

Derzeit würden verstärkt Anpflanzungen von Privatgrundstücken in den öffentlichen Verkehrsraum hinein wachsen, erklärt er, nachdem sich Mitarbeiter von Verwaltung, Bauhof und Feuerwehr die Straßen im Gemeindegebiet angeschaut haben. „Es haben sich an oder auf der Grundstücksgrenze angepflanzte Sträucher und Hecken so stark ausgebreitet, dass der angrenzende Gehweg oder die Fahrbahn nicht mehr vollständig den Verkehrsteilnehmern zur Verfügung steht“, schreibt Schiller.

Fußgänger behindert, Fahrzeuge beschädigt

Die Folge: Immer wieder komme es zu Behinderungen von Ver- und Entsorgungsfahrzeugen sowie der Feuerwehren, Fußgänger würden behindert, Fahrzeuge teilweise beschädigt, weil die Sicht eingeschränkt sei, Verkehrsschilder seien kaum noch zu erkennen.

„Das hat überhandgenommen“, sagt Schiller im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Und zwar im gesamten Gemeindegebiet, also auch in Breitbrunn und Widdersberg. Im Schnitt zwei- bis dreimal pro Woche würde die Gemeinde Grundstücksbesitzer anschreiben und um Rückschnitt der Gewächse bitten – mit mäßigem Erfolg. „Einige Anwohner sind einfach frech und rücksichtslos“, ärgert sich der Bürgermeister. „Ein Durchkommen ist teilweise unmöglich, wenn zudem noch auf der gegenüberliegenden Straßenseite Autos parken.“

So ist‘s richtig. Eine wohlgeschnittene Hecke.

Genau das ist der Herrschinger Feuerwehr erst kürzlich passiert, wie deren Kommandant Daniel Pleyer schildert. Die Kameraden waren auf dem Weg zurück von einem Einsatz, als in einer Straße nichts mehr ging. „Wir mussten die Polizei holen“, schildert Pleyer. Die Beamten hätten den Autofahrer dann ausfindig gemacht und gebeten, seinen Wagen wegzufahren. „Glück im Unglück“ für den Kommandanten – auf dem Weg zum Einsatz hätte das verheerende Folgen haben können.

Pleyer appelliert wie Schiller an die Bürger, die Straßen freizuhalten – sowohl in der Breite als auch in der Höhe. „Wir können unsere Fahrzeuge nicht kleiner machen“, sagt der Feuerwehrmann. „Wenn wir neue Spiegel montiert haben, sind die nach zwei Wochen verkratzt.“ Außerdem habe die Drehleiter beispielsweise eine Höhe von rund 3,50 Meter. Das Problem trete vornehmlich in Seitenstraßen auf, die in Herrsching aufgrund der historischen Entwicklung oft besonders schmal seien.

Schiller sieht seine Mitteilung als „Weckruf“ an die Bürger. Die wuchernden Pflanzen stellten „mitunter eine Beeinträchtigung der Sicherheit des Straßenverkehrs dar“, sagt er und legt den Eigentümern das Faltblatt „Rückschnitt von Bepflanzungen“ ans Herz. Die wichtigsten Angaben: Bäume und Sträucher sollten auf eine lichte Höhe von 4,50 Meter über Fahrbahnen und 2,50 Meter über Gehwegen zurückgestutzt werden. Hecken und Sträucher müssen zudem bis zur Grundstücksgrenze zurückgeschnitten werden. Ein paar Fotos solcher Hecken hatte Schiller übrigens auch mitgeschickt. Die sind aber eindeutig in der Minderheit.

Lesen Sie auch:

Herrschinger Grundschüler spenden Preisgeld für Indienhilfe - und verzichten dafür auch auf ihr Eis

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Verwirrung um Wohnhaus im Biergarten
Ein Einfamilienhaus im Biergarten der „Alten Linde“ in Wieling: Dieser Bauantrag hat den Feldafinger Bauausschuss etwas verunsichert. Nach Meinung des …
Verwirrung um Wohnhaus im Biergarten
SARS-CoV-2: Zwei neue Fälle am Donnerstag
Die Lage in der Corona-Pandemie im Landkreis Starnberg bleibt unsicher. Am Donnerstag stieg die Zahl um zwei Fälle.
SARS-CoV-2: Zwei neue Fälle am Donnerstag
Jenseits des Cabrio-Champagner-Klischees
Man zeigt, was man hat: Gestern hat die gwt ihre neue Homepage mit potenziellen Filmkulissen im Landkreis vorgestellt. Die soll Filmschaffenden aber nicht nur bei der …
Jenseits des Cabrio-Champagner-Klischees
Alkoholverbot an Starnberger See-Promenade? Kiosk-Betreiber schreibt Brandbrief an den Stadtrat: „Wenn das kommt...“
An der Uferpromenade des Starnberger Sees könnte ein Alkoholverbot eingeführt werden. Ein Kioskbetreiber wehrt sich nun heftig - und zeigt auf, was das eigentliche …
Alkoholverbot an Starnberger See-Promenade? Kiosk-Betreiber schreibt Brandbrief an den Stadtrat: „Wenn das kommt...“

Kommentare