Große Pläne: Mittelblocker Iven Fietje Ferch will in Herrsching zum Nationalspieler reifen. Am Samstag trifft er auf sein Ex-Team Königs Wusterhausen.
+
Große Pläne: Mittelblocker Iven Fietje Ferch will in Herrsching zum Nationalspieler reifen. Am Samstag trifft er auf sein Ex-Team Königs Wusterhausen.

Volleyball

WWK Volleys Herrsching wollen Revanche für bittere Pokalniederlage

  • vonDirk Schiffner
    schließen

Selten war die Volleyball-Bundesliga so spannend wie in dieser Spielzeit. An der Tabellenspitze zieht zwar mittlerweile der VfB Friedrichshafen einsam seine Kreise, aber: Die Berlin Recycling Volleys und die Powervolleys Düren duellieren sich um die Stockerlplätze, und dahinter ist ein echter Sechskampf um die verbleibenden fünf Playoff-Plätze entbrannt.

Herrsching - Zwischen dem Tabellen-Vierten Helios Grizzlys Giesen (20 Punkte) und dem Neunten Netzhoppers Königs Wusterhausen (18) liegen gerade mal zwei Zähler. Die WWK Volleys Herrsching stehen mit 19 Zählern auf Rang sieben. Am Samstag, 19 Uhr (live bei sporttotal.tv), empfangen die Ammerseer die Netzhoppers Königs Wusterhausen-Bestensee in der heimischen Nikolaushalle.

In der Gegneranalyse musste sich Max Hauser das unglücklich verlorene Pokalhalbfinale mehrmals anschauen. „Das hat schon wehgetan. Wir hatten viele Chancen, aber auch viel Pech“, sagt der Herrschinger Coach etwas wehmütig. Vor knapp sechs Wochen vergeigten die Ammerseer eine scheinbar komfortable 2:0-Satzführung und verloren noch mit 2:3, vergaben dabei sieben Matchbälle. In der Liga hatten die WWK Volleys vier Wochen zuvor noch mit 3:2 bei den Brandenburgern gewonnen.

Auch diesmal erwartet Hauser ein enges Duell. „KW ist eine sehr unangenehm zu spielende Mannschaft. Sie schlagen sehr gut auf und sind auch im Block stark. Zudem haben sie einen überragenden Zuspieler (Byron Kenturakis, Anm. d. Red.), der einen vor große Probleme stellen kann.“ Aber auch die Herrschinger brauchen sich mit ihrem Team nicht zu verstecken, auch wenn es nach zuletzt vier Niederlagen in Folge in der Tabelle etwas nach unten ging. Zumindest der erkämpfte Punkt in Lüneburg hat gezeigt, dass die Moral der Mannschaft intakt ist.

Nach wie vor hat die Hauser-Crew die Playoff-Qualifikation in der eigenen Hand. In den kommenden Wochen geht es noch gegen die direkten Rivalen aus Bühl und Giesen, gegen die Hinterbänkler VCO Berlin und Unterhaching sowie gegen die Topteams Berlin Recycling Volleys und Düren. Sorgen macht sich Hauser nicht, dass man die Playoffs verpassen könnte. „Sorgen bringen einen nicht weiter.“

Wir wollen gewinnen und uns für die Pokalniederlage revanchieren.

Iven Fietje Ferch

Einer, der sich besonders auf das Spiel gegen die Netzhoppers freut, ist Iven Fietje Ferch. Der Mittelblocker spielte von 2016 bis 2019 bei den Netzhoppers. „Ich habe noch viele Freunde da.“ Diese Freundschaft muss am Samstag für mindestens drei, maximal fünf Sätze ruhen. „Wir wollen gewinnen und uns für die Pokalniederlage revanchieren.“ Ferch weiß aber auch: „Das wird ein Spiel auf Augenhöhe.“

Hinter Luuc van der Ent und Dorde Ilic ist der gebürtige Erlangener Ferch derzeit nur die Nummer drei im Mittelblock, bekommt aber regelmäßig seine Einsatzzeiten. Bei den WWK Volleys Herrsching soll der mit 2,08 Meter längste Akteur behutsam aufgebaut werden. Nach einem Knorpelschaden im Knie vor drei Jahren stand der 23-Jährige fast schon vor dem Karriereende, doch Ferch hat sich zurückgekämpft. „Es fühlt sich stärker an als je zuvor“, sagt Ferch über sein ehemaliges Problem-Knie.

Nachdem er die Saison 2017/2018 komplett verpasst hatte, kam er in der Folgesaison 2018/2019 wieder zum Einsatz. Aber nicht so oft wie erhofft. Nachdem er in Berlin sein Abitur abgeschlossen hatte, wollte er zudem wieder zurück nach Bayern. Über Herrschings Kapitän Johannes Tille, mit dem Ferch im Nachwuchsbereich des TSV Mühldorf spielte und dort auch drei Deutsche Meistertitel gewann, kam der Kontakt zu Max Hauser zustande. Da aber die drei Mittelblocker-Stellen bereits vergeben waren, wurde er zum Drittligisten TSV Mühldorf verliehen. Von Montag bis Donnerstag trainierte Ferch bei den WWK Volleys, am Freitag dann in Mühldorf, wo er auch am Wochenende jeweils spielte. Bei seinem Jugendverein hatte Ferch schließlich einen großen Anteil am Gewinn der Drittliga-Meisterschaft. Als „Win-win-Situation“ bezeichnete Trainer Max Hauser die Leihe nach Mühldorf. Im Sommer 2020 folgte schließlich der Wechsel an den Ammersee.

Der 23-Jährige hat große Ziele, nicht nur mit den WWK Volleys Herrsching. „Ich möchte Nationalspieler werden.“ Im Nachwuchsbereich trug er bereits den Adler auf der Brust. Sein langjähriger Kumpel und aktueller WG-Partner in Herrsching Johannes Tille, seit vergangenem Jahr selbst Nationalspieler, traut ihm das auf jeden Fall zu („Körperlich hat er es drauf.“). Und falls es dann doch nichts mit der ganz großen Karriere werden sollte, hat Ferch einen Plan B. Im vergangenen Sommer begann der 23-Jährige ein Grundschullehramtsstudium an der LMU in München.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare