Feuerwehr geleitet Ziegenbock von Herrsching nach Hause nach Widdersberg
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Ein nicht ganz alltäglicher Einsatz: Die Freiwillige Feuerwehr Herrsching und die Polizei mussten am Sonntag einen Ziegenbock nach Hause begleiten, der von seiner Weide bei Widdersberg ausgebüxt ist. Foto: Freiwillige Feuerwehr Herrsching

Feuerwehreinsatz

Ziegenbock auf Wanderschaft

  • vonAndrea Gräpel
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aDie Polizei hat am Sonntagmorgen in Herrsching einen „flüchtigen Goaßbock gestellt“. Eine Ziege, die in weitem Umkreis durchaus bekannt ist, denn der Bock hat sich nicht zum ersten Mal auf die Wanderschaft begeben. Seine Heimatwiese ist zwischen Widdersberg und Frieding. Dort ist er aktuell allerdings eher selten anzutreffen.

Herrsching – „Kiental, Waldstraße, flüchtiger Goaßbock durch Polizei gestellt, brauchen jetzt Feuerwehr“, lautete der Hilferuf, den die Polizei am Sonntag gegen 8 Uhr abgesetzt hatte. „Das macht der wohl öfter“, hat Herrschings Kommandant Daniel Pleyer gehört. „Des is scho a verreckter Hund“, sagt er lachend. Eine Stunde hatten seine Kameraden und die Polizei gebraucht, bis das Tier wieder auf der heimischen Weide bei seinen Ziegen war.

Der Bock ist eine eher seltene Pinzgauer Ziege, eigentlich eine Gebirgsziege, die ein Herrschinger in der Nähe von Widdersberg in einem Gehege hält. Der braun-weiß gescheckte Bock mit den beeindruckenden Hörnern schafft es immer wieder dort auszubüxen. Gestern zum Beispiel spazierte er durch Widdersberg von Haus zu Haus. Am Sonntag wurde er im Kiental an der Waldstraße „gestellt“.

„Der hat ganz genau gewusst, was los war“, so Pleyer. Einfach so fangen habe sich das Tier nicht lassen. Es kannte seinen Weg nach Hause offenbar auch sehr genau. Feuerwehr und Polizei mussten lediglich aufpassen, dass der Bock nicht wieder von diesem Weg abkommt und auf Wanderschaft geht, deshalb begleiteten sie ihn durch den Wald auf die Schmidschneiderstraße, passten auf, dass weder Autos noch Tier zu Schaden kommen – bis sie schließlich zu der Weide gelangten, wo die übrigen Ziegen friedlich grasten.

Über die Unternehmungslust des Ziegenbocks lässt sich nur spekulieren, möglicherweise hängt es mit der aktuellen Paarungszeit zusammen, so dass der Bock auf der Suche nach Abwechslung ist. Polizei und Veterinäramt sind auf jeden Fall nicht das erste Mal auf diesen Ziegenbock aufmerksam geworden. Kein Wunder, da die Hörner eine beeindruckende Größe haben – schön anzuschauen, aber auch furchteinflößend. Gleichwohl ist von möglicherweise gefährlichen Zusammenstößen zwischen Menschen und dem Tier nichts bekannt. Pleyer zum Beispiel war sogar sehr beeindruckt, wie der Bock vor Hindernissen auszuweichen weiß, als dieser sich mit einer gewandten Kopfdrehung aus der Enge manövrierte, in die er durch ein Polizeiauto getrieben worden war. „Ohne den Lack zu verkratzen“, so Pleyer.

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