Volleyball

TSV Herrsching in Pink gegen den Meister

Herrsching - Weil die Facebook-Seite der Herrschinger Volleyballer die 5000-Likes-Marke geknackt hat, muss der Bundesligist nun gegen Meister Friedrichshafen in pinken Trikots spielen.

Mittlerweile hat es sich in ganz Sport-Deutschland herumgesprochen: Der wohl außergewöhnlichste Profiklub ist der TSV Herrsching. Vor zehn Jahren spielte der Verein vom Ammersee noch in der Landesliga. Mittlerweile sind die Volleyballer unter dem Synonym „Geilster Club der Welt“ bekannt und mischen die Bundesliga auf. 

Und der GCDW fällt immer wieder durch ungewöhnliche PR-Aktionen auf. Nach dem Aufstieg in die erste Liga löste man ein sich selbst gegebenes Versprechen ein und fuhr per Anhalter zum Auswärtsspiel nach Friedrichshafen. Um viele neue Likes im sozialen Netzwerk „Facebook“ zu generieren, sollten vor einem Jahr die Spieler in den kalten Ammersee hüpfen. Vor knapp zwei Wochen rief der Tabellensiebte, der sich noch berechtigte Hoffnungen auf die direkte Playoff-Teilnahme machen darf, wieder eine außergewöhnliche Facebook-Aktion mit dem Motto „Mach blau zu pink“ ins Leben. Sollte bis zum Heimspiel am Samstag, 5. März, gegen den amtierenden Meister VfB Friedrichshafen die Grenze von 5000 Gefällt-mir-Klicks geknackt werden, spielen Kapitän Patrick Steuerwald & Co. statt in den gewohnten blauen Trachtendressen in knallpinken Shirts. Und die Fans und Sympathisanten ließen den GCDW nicht im Stich. Am Donnerstag war es schließlich soweit, die magische Grenze wurde übersprungen. 

Eine ähnliche Kampagne hatte übrigens Friedrichshafen Herbst des vergangenen Jahres gestartet, nur anders herum. Urplötzlich spielte der Rekordmeister in pink. Mit der Aktion „Mach pink zu blau“ wollte man die meist halbleere ZF-Arena vollkriegen, erst dann sollte wieder der blaue Dress aus dem Spind geholt werden. Doch die Aktion verfehlte ihre Wirkung. Denn trotz sportlicher Erfolge war die 4000 Zuschauer fassende Arena meist nur zur Hälfte gefüllt. Ein Sponsor kaufte schließlich die restlichen Tickets auf. Somit war die Halle ausverkauft, und die Mannschaft von Erfolgstrainer Stelian Moculescu spielte fortan wieder in Blau. 

„Nanana, so geht das aber nicht, würde da die Mutti sagen“, sagt Herrschings Urgestein Benedikt Doranth, der seit 2006 für den TSV spielt, in einer auf Facebook veröffentlichen Videobotschaft. Da Herrsching bei seinen Heimspielen ohnehin immer „ausverkauft“ vermeldet, kamen der umtriebige Marketing-Manager André Bugl und seine Mitstreiter auf die Facebook-Idee – die schließlich zum großen Erfolg wurde. Bleibt abzuwarten, wie die sportliche Antwort des VfB Friedrichshafen am kommenden Wochenende aussieht. 

An diesem Wochenende pausiert die Bundesliga. In der Mannheimer SAP-Arena steigt am Sonntag das Pokalfinale zwischen dem Bundesliga-Primus Berlin Recycling Volleys und dem TV Ingersoll Bühl. „Da wäre ich auch gerne dabei gewesen“, sagt Herrschings Coach Max Hauser. Aber eine ungünstige Auslosung verhinderte das Vordringen. Im Viertelfinale war man gegen Berlin (0:3) chancenlos. Am Mittwoch geht’s dann für die Ammersee-Hünen in den Saisonendspurt. Innerhalb von zehn Tagen stehen vier Spiele auf dem Programm. Dann klärt sich die Frage „direkte Playoff-Teilnahme oder Umweg über die Pre-Playoffs.“ Dirk Schiffner

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