Das wird ein Fest: Hallensprecher Alexander Tropschug heizt dem Publikum bei Heimspielen der Herrschinger Volleyballer immer so richtig ein. Am Samstag ist Spitzenspiel in der Nikolaushalle, wenn der verlustpunktfreie Tabellenführer aus Berlin am Ammersee aufschlägt. Foto : schuhbauer-von jena

Volleyball

Duell der Ungeschlagenen

Herrsching - Die Volleyballer des TSV Herrsching empfangen am Samstag Tabellenführer Berlin Recycling Volleys zum Bundesliga-Spitzenspiel.

Der 3:2-Auswärtssieg in Rottenburg war kaum eingetütet, da herrschte hinter den Kulissen des TSV Herrsching bereits großes Treiben. Mit viel Bohei wurde die zweite Saisonpartie am morgigen Samstag, 19 Uhr, gegen die Berlin Recycling Volleys zum Spitzenspiel auserkoren. Ein Blick auf die Tabelle bestätigt die Aussage, sind doch beide Teams in der noch jungen Saison ungeschlagen. Eine Serie wird also reißen.

Herrschings Trainer Max Hauser stellt aber klar: „Berlin ist klarer Favorit. Die sind uns in allen Belangen überlegen.“ Die Gäste von der Spree verputzten am Mittwoch quasi als Aufwärmprogramm den VCO Berlin in knapp einer Stunde mal flugs mit 3:0 Sätzen. So einfach wie die U19-Talente vom Berliner Olympiastützpunkt wollen sich die Herrschinger freilich nicht abfieseln lassen. Hauser: „Ich hoffe, dass es knapper wird.“

In den bisherigen sechs Duellen (viermal Liga, zweimal Pokal) konnte Herrsching noch keinen Sieg verbuchen. Doch beim letzten Aufeinandertreffen schnupperten die Hauser-Schützlinge zumindest kurzzeitig an einer Überraschung. In einem der wohl spannendsten Sätze überhaupt hieß es 32:30. Letztlich ging das Match aber mit 1:3 in der Nikolaushalle verloren.

Auch diesmal spekuliert Hauser auf „einen Satzgewinn“. Mit viel Risiko („Die Aufschläge sind eine gute Waffe bei uns“) soll der gelingen. Diagonalangreifer Matt Tarantino ist zwar wieder ins Training eingestiegen, für einen Einsatz am Samstag reicht es aber noch nicht. Als Vertreter wird Julius Höfer auflaufen, aber auch Johannes Kessler drängt sicher immer mehr auf. „Eine sehr starke Option“, sagte Hauser.

Für den ebenfalls noch nicht ganz fitten Aleksandar Milovancevic hat Hauser Benedikt Doranth und Florian Malescha in der Hinterhand. Hauser, sonst eigentlich stets fokussiert auf das kommende Spiel, schaut aber mit einem Auge schon auf das nächste Spiel am kommenden Mittwoch. Dann spielt der TSV im Viertelfinale des DVV-Pokals beim TV Bühl. Mit einem Sieg kann der größte Erfolg der Vereinsgeschichte eingefahren werden.

Die Berliner, Herrschings Gegner am Samstag, gehören seit Jahren neben dem VfB Friedrichshafen zur nationalen Spitze der Volleyball-Bundesliga. 2016 war das Team von Coach Roberto Serniotti das Maß aller Dinge. Neben dem siebten Meistertitel und dem vierten Pokalsieg gewann der BRV auch erstmals den CEV-Pokal. Nur den deutschen Supercup musste man vor zwei Wochen dem ewigen Rivalen aus Friedrichshafen überlassen.

Im Sommer haben sich die Hauptstädter ordentlich verstärkt. Unter anderem kamen Libero Luke Perry aus Friedrichshafen und aus Lüneburg mit Steven Marschall der beste Annahmespieler der Vorsaison. Die weiteren Neuzugänge waren Nikola Kovacevic (Lok Nowosibirsk), Graham Vigrass (Arkasspor Izmir), Aleksandar Okolic (Roter Stern Belgrad) und Wouter ter Maat (VDK Gent).

Mit so großen Namen dürfte klar sein, wer am Samstag als Favorit aufs Parkett der Nikolaushalle geht: der Gast aus Berlin. Herrsching bleibt da lediglich die Rolle des Außenseiters. Aber auch diese Begegnung muss erst einmal gespielt werden. Dirk Schiffner

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