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Eine Wohnwagensiedlung wie diese will niemand.

Obdachlosenunerbringung

Wohin mit den Menschen?

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Herrsching - Es war ein Notruf, den CSU-Gemeinderätin Christina Reich am Montag in der Ratssitzung in Herrsching absetzte. Das Thema Obdachlosigkeit holt die Gemeinde ein. Die Plätze werden knapp und Gebäude sind dringend sanierungsbedürftig.

Christina Reich hat am Montag im Gemeinderat einen Notruf abgesetzt. Die CSU-Gemeinderätin, dritte Bürgermeisterin und Beauftragte für soziale Angelegenheiten warnte eindringlich davor, die Obdachlosenunterbringung im Ort weiter zu vernachlässigen. „Wir haben das Thema zu lange vor uns hergeschoben. Es ist an der Zeit, etwas zu machen.“

15 Obdachlose hat die Gemeinde Herrsching aktuell. Sie sind in einem Wohnhaus in acht Wohnräumen mit zwei Gemeinschaftsküchen und zwei Gemeinschaftsbädern untergebracht. Das Haus ist stark sanierungsbedürftig. „Jedes zweite Fenster ist kaputt“, sagt Christina Reich. Die Situation spitzt sich zu, weil 30 weitere Haushalte in der Gemeinde akut drohen, obdachlos zu werden. „Teilweise sind es Einzelpersonen, teilweise aber auch Familien“, weiß Bürgermeister Christian Schiller. Auch er ist alarmiert, deshalb hat die Gemeinde eine Sozialpädagogin mit der Betreuung der bedrohten Haushalte betraut (wir berichteten). Ihm seien für Weiteres die Hände gebunden. „Wir brauchen auch Rücklagen für den Kindergarten in Lochschwab“, warnte er, als der Vorschlag kam, Immobilien zu erwerben, zu mieten oder gar zu bauen. Dies hatte Gertraud Köhl (Grüne) am Standort der alten Bofrost-Halle am Bahnhof vorgeschlagen. Aber auch der Kindergarten sei wie die Obdachlosenunterbringung eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, betonte Schiller. Seine gute Nachricht in diesem Zusammenhang war, dass die zirka 40 anerkannten Flüchtlinge, die in Herrsching untergekommen sind, vorerst in den bestehenden Asyl-Unterkünften bleiben können. Denn bis sie eine Wohnung gefunden haben, gelten auch sie als obdachlos.

„Ich hätte trotzdem gerne konkrete Zahlen, wie viel Geld wir zur Verfügung stellen können, um wenigstens die dringendsten Sanierungen vorzunehmen. Ich will wissen: Was stellt ihr euch vor?“, fragte sie provokant in die Runde. Außerdem würde sie gerne die Bevölkerung um Mithilfe bitten, Leerstände zu melden, die möglicherweise angemietet werden könnten.

Was einfach klingt, ist so einfach aber nicht. Zum Beispiel gibt es wohl im Gewerbegebiet einiges zu mieten. Dies warf Wolfgang Schneider (SPD) ein. Gute Idee, Gewerbeobjekte müssten jedoch ein aufwändiges Umnutzungsverfahren durchlaufen, erinnerte Schiller. Und nicht nur dies: „Das zweite ist dann der Brandschutz.“

Guter Rat schien in dieser mit lauter Reizthemen gespickten Sitzung vor allem eines, nämlich teuer. Deshalb schlug Schiller vor, für die nächste Sitzung Kämmerer Manfred Wörle einzuladen, Er soll die Gemeinderäte über die aktuelle finanzielle Situaton der Gemeinde informieren. Dem Ausdruck im Gesicht des Bürgermeisters nach ist sie mehr angepannt als rosig.

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