Den ersten Satzball für Herrsching besorgte im ersten Durchgang Roy Friedrich per Block, doch am Ende mussten er und das Team des TSV dem großen Favoriten klein beigeben. foto: svj

TSV Herrsching zwei Sätze ebenbürtig

Herrsching - Die Überraschung war zum Greifen nah. Doch sie blieb aus. 0:3 verloren die Bundesliga-Volleyballer des TSV Herrsching am Samstag beim VfB Friedrichshafen.

Das Ergebnis hört sich deutlicher an, als das Spiel war. Zumindest in den ersten beiden Durchgängen schnupperte die Mannschaft von Coach Max Hauser an einem Satzgewinn. Wie es sich für gute Gastgeber gehört, verteilte VfB-Coach Stelian Moculescu nach der Partie artig Komplimente in Richtung Herrschinger Mannschaft. „Ich habe gewusst, dass es schwer wird.“ Zum Spiel seiner eigenen Mannschaft sagte er nur: „Es war okay.“ Hauser war sichtlich erfreut ob der warmen Worte seines hochdekorierten Kollegen. „Er ist ja auch nicht irgendjemand.“

Freilich: Kaufen können sich die Herrschinger nichts von Moculescus Lobhudelei. Aber zumindest haben sie gezeigt, dass sie mehr als mithalten können, auch mit den Großen der Liga. „In einigen Situationen haben wir aber zu ungenau agiert, die Punkte teilweise hergeschenkt“, ärgerte sich Hauser. Dennoch: „Ich erkenne immer mehr den Faden, den wir spielen wollen“, so der 31-Jährige weiter. „Mit der Art und Weise unseres Spiels bin ich zufrieden.“ Daniel Malescha ärgerte sich, dass es mit leeren Händen wieder zurück an den Ammersee ging. „Mindestens ein Satz hätte an uns gehen müssen.“ Aber auch der Diagonalangreifer wusste, warum es nicht geklappt hat. „Wir haben zu viele eigene Fehler gemacht.“

Der erste Satz schien eine klare Sache für die Hausherren zu werden. Schnell führte das Moculescu-Ensemble mit 8:2. Später sogar mit 18:13. Immer wieder sorgten die sprunggewaltigen Adrian Gontariu und Baptist Geiler mit krachenden Schmetterbällen oder aber kanonenartigen Aufschläge für Entzückung unter den 2000 Zuschauern. Doch Herrsching kämpfte sich ins Spiel zurück. Allen voran Malescha, der mit 13 Punkten wieder erfolgreichster TSV-Angreifer war. Allerdings hatten sich die Häfler perfekt auf den Herrschinger Diagonalangreifer eingestellt und ließen ihn nicht wie gewohnt zur Entfaltung kommen. Mit einem Blockpunkt bescherte Roy Friedrich seinem Team sogar den ersten Satzball, der allerdings vergeben wurde. Den ersten Friedrichshafener Satzball wehrte Malescha ab. Phillip Trenklers Punkt zum 26:25 versagte Schiedsrichter Anton Probst die Anerkennung. Netzfehler, so die Begründung des Referees. Stattdessen hieß es 26:25 für den VfB, Gontariu sorgte schließlich mit einem Ass für das 27:25. Moculescu bekreuzigte sich ein ums andere Mal.

Auch im zweiten Satz zeigte Herrsching keine Scheu vor großen Namen. Nach einem ausgeglichenen Beginn zogen die Gäste auf 14:9 davon. Die erfolgsverwöhnten Zuschauer in der Friedrichshafener ZF-Arena trauten ihren Augen kaum und machten ihren Unmut durch ein Pfeifkonzert deutlich. Doch wie im ersten Satz die Herrschinger steigerten sich diesmal die Hausherren und konnten den Durchgang schließlich noch mit 25:23 für sich entscheiden. Unmittelbar vor dem Satzball knickte Malescha unglücklich um. Doch der 21-Jährige gab nach dem Spiel Entwarnung („Es tut noch ein bisschen weh, sollte mich aber zu keiner Pause zwingen“).

Dass der dritte Satz dann mit 25:14 eine eindeutige Sache zu Gunsten des VfB war, sortierte Hauser dann in die Psycho-Schublade ein. „Da war die Luft raus“, konstatierte der TSV-Coach. Frustriert war er ob der verpassten Punkte „nicht wirklich“. Schließlich sind ohnehin andere Teams für die Herrschinger die Meßlatte. Zum Beispiel die Netzhoppers Königs Wusterhausen oder CV Mitteldeutschland, die aktuell das Tabellenende bilden. Gegen diese Mannschaften müssen dann nach der knapp dreiwöchigen Winterpause Punkte her, so Hauser. „Punkte für den Klassenerhalt“, wie er unermüdlich betont. Am kommenden Samstag kommt aber erstmal der Liga-Primus Berlin an den Ammersee zum Jahresabschluss. (Dirk Schiffner)

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