"Ich glaube Ihnen nicht", äußerte die Richterin gegenüber dem Angeklagten. 

Betrunkener Taxifahrer

Dieb oder nicht Dieb?

Herrsching – Ein betrunkener Taxifahrer leugnet Diebstahlabsicht, aber Zeugen sehen das anders: 1050 Euro Geldstrafe. 

Umsichtige Bürgerpflicht oder versuchter Diebstahl? Ob ein Seefelder Taxifahrer Anfang August ein abgesperrtes Fahrrad lediglich aus dem Weg räumen wollte oder ob sich der achtfach vorbestrafte Mann zwecks Diebstahls am Fahrradschloss zu schaffen machte, wurde nun zum Gegenstand eines Prozesses vor dem Starnberger Amtsgericht. „Das Fahrrad hat auf dem Weg zwischen Taxistand und Herrschinger Busbahnhof gelegen, und ich habe es dann einfach nur von der Straße entfernt und am Brunnen hingestellt. Es war nur meine Absicht, das umgekippte Rad zu entfernen. Ich hatte nicht das Ziel, es zu klauen“, beteuerte der 45-jährige Seefelder mehrfach, der wegen Diebstahls verantworten musste. 

Richterin: "Ich glaube Ihnen nicht"

Anders lauteten aber die Aussagen der Augenzeugen. Im Morgengrauen mit den Aufbauarbeiten am Herrschinger Wochenmarkt beschäftigt, beobachteten eine Marktmitarbeiterin und ihr Chef, wie der stark angetrunkene Angeklagte das Rad über die Straße trug, sich auf die Bank setzte und versuchte, dass Schloss zu knacken: „Er hat einen verstörten Eindruck gemacht.“ Auf die Frage des Marktstandbesitzers, ob ihm das Rad gehöre, antwortete der mit 1,6 Promille alkoholisierte Mann wahrheitsgemäß mit: „Nein.“ 

Auf Nachfrage schilderte der 64-jährige Marktstandinhaber im Zeugenstand, wie das Rad an jenem Morgen mitnichten störend auf der Straße herumlag, sondern ordnungsgemäß auf dem Bürgersteig stand, bevor der Taxifahrer es wegtrug. In den Augen von Richterin Brigitte Braun eine durchaus überzeugende Schilderung. Wenig Glauben schenkte das Gericht indessen der Unschuldsbehauptung des Seefelders: „Ich glaube Ihnen nicht, dass sie das Rad nur aufräumen wollten. Eventuell haben sie vorgehabt, damit nach Hause zu fahren.“ Die verhängte Geldstrafe beläuft sich auf 70 Tagessätze à 15 Euro.

Von Nilda Höhlein

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