Großes Finale: Wie bei den großen Shows im deutschen Fernsehen üblich, bat Bürgermeister Christian Schiller alle Geehrten am Ende zum Gruppenfoto auf die Bühne. Zu ihren Ehren hatte sich der Rathauschef sogar in Smoking mit roter Fliege geworfen. Foto: Jaksch

Ein Empfang wie ein Netzwerk

Herrsching - Er kostet immer eine Menge Geld, der Herrschinger Neujahrsempfang. Aber daran will der Gemeinderat nicht sparen. Deshalb gerät er auch im fünften Schiller-Jahr zu einem „come together“ ganz nach dem Geschmack des Bürgermeisters.

„Schaun s’, wer alles in Herrsching wohnt. Der Wahnsinn!“ Bürgermeister Christian Schiller freut sich, dass so viele seiner Einladung in das Haus der Bayerischen Landwirtschaft gefolgt sind. Viele, die sich noch nicht kennen, aber kennen lernen können. So soll es sein, „sprechen Sie die Menchen einfach offensiv an. Dazu ist ein Netzwerk ja da, dass wir es pflegen.“ Ein halbes Jahr Vorbereitung steckt hinter diesem Empfang, verrät der Rathauschef. Jedes Jahr sind dazu zwischen 250 und 300 Herrschinger eingeladen - verdiente Vereinsvertreter, Ehrenamtler, Unternehmer, Kulturschaffende und Sportler. „Vielleicht sind’s diesmal 301“, sagt er augenzwinkernd ins Mikrofon, als er die Kapazitätsgrenzen des Saals an der Rieder Straße erwähnt.

Schillers Anspruch: Jedes Jahr noch einmal toppen. Für ihn ist es das fünfte. In diesem Jahr ist dies mit den Neurosenheimern gelungen. Ein Quartett, zur Hälfte Andechser Gewächse, drei Damen, ein Herr. „Wir kennen uns schon seit einiger Zeit“, erklärt Schiller. Mit Marita Hegemann hat er nämlich die Schulbank gedrückt. Und ihr Mann, der Tobi, der war mal Nachbar von Landrat Karl Roth. Seit zehn Jahren leben die beiden in Rosenheim. So neu sind sie dort also nicht mehr, um verheimlichen zu müssen, dass der Name Neurosenheim natürlich auch an eine Nervenkrankheit anlehnt. Denn auch darum geht es in den frechen Texten zu unkonventioneller Volksmusik - zur viert gespielt auf insgesamt 20 Instrumenten plus „d’Antn Heiner“. Die durfte der Landrat zum Titel Ammersee bedienen - eine Reminiszenz an alte Zeiten und die Freude darüber, dass es noch Dinge gibt, die sich nicht verändert haben. Der im Sommer mit der Trompete begleitete Sonnenuntergang am Dampfersteg zum Beispiel. Bei schönem Wetter schmettert Seehof-Wirt Peter Reichert die Capri-Hymne regelmäßig weit über den See. Dass er dies gut kann, bewies er als Überraschungsgast. Man kennt sich schließlich unter Musikanten; die Neurosenheimer treten am 5. April bei ihm auf.

Eine Überraschung war aber auch der Landrat, der an seinem Einsatz sichtlich Spaß hatte mit der flauschigen Quietsche-Ente Heiner. Schiller erinnerte ihn deshalb, dass es „da noch so eine Bürgermeisterband gibt. Wir tätn sogar nen Landrat nehmen, auch wenn er nur quiekt“.

Zweieinhalb Stunden, dann war der Mix aus Ehrung und Show vorbei. Diesmal über Großleinwand übertragen, damit auch die in der hintersten Reihe alles sehen konnten. Und weil’s so schön war, ging’s am Büffet fröhlich weiter: Let’s "come together“.

Die Geehrten:

Jakob Schrafstetter, einst geschäftsleitender Beamter, später Bürgermeister in Breitbrunn, Träger der Goldenen Bürgermedaille und 45 Jahre Kirchenpfleger.

Ludwig Darchinger, Malermeister und als Luigi der Pizzabäcker immer für den guten Zweck aktiv. Seit 24 Jahren orgnaisiert er das Schlossgartenfest, und der erste Maibaum in der Partnerstadt Ravina wurde unter seiner Regie aufgestellt.

Christa Sepperl, seit mehr als 35 Jahren Motor beim Hilfsdienst Herrsching.

Hannelore Doch, seit 20 Jahren Vorsitzende des TSV Herrsching

Jugendbeirat: Stellvertretend willkommen geheißen wurden die neuen Vertreter Helen Boos und Helena Schrewe.

Feuerwehr Herrsching: Kommandant Daniel Pleyer und sein Stellvertreter Lars Schöppe haben sich mit besonderen Einsätzen schon im ersten Jahr bewiesen. Dank auch an Christian Saur und Frau Elfi. Er war 18 Jahre Kommandant, schied 2013 aus.

Herrschinger Segelverein: Madlen Geisler belegt Platz eins bei der Deutschem Meisterschaft der 420er; Norman Strack gewinnt 2. Österreichische Staatsmeisterschaft.

Schützengesellschaft Morgenstern Breitbrunn: Christa Müller-Kanz, die Schützin hat erst vor acht Jahren mit dem Schießen angefangen. 2013 wurde sie mit73 Jahren Deutsche Seniorenmeisterin im Kleinkaliber.

Tennisclub Herrsching: Monika Quirmbach erreicht 3. Platz Deutsche Meisterschaft AK 60, Deutsche Vizemeisterin (Doppel), Vize-Europameisterin.

TSV Herrsching

Handball: Ben Schulze und Sabine Petsch (beste Jugendarbeit), Uli Sigl (Abteilungsleiter), Handball männliche D Jugend (Meister Bezirksoberliga); männliche C Jugend (Aufstieg in Bayernliga); männlich B Jugend (Bezirksligameister)

Fußball: Herrenmannschaft Aufstieg in Kreisliga Zugspitze

Hallenvolleyball: Sensationeller Aufstieg in die 2. Bundesliga. Landrat Karl Roth: „Das nenn’ ich Botschafter für den Landkreis“

(grä)

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