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Absolute Verstärkung: Herrschings Neuverpflichtung Thomas Stanglmair war jahrelang das Herzstück des TSV Murnau.

Handball

TSV Herrsching schnappt sich Stanglmair

Herrsching - Der TSV Herrsching hat einen Transfercoup gelandet: Der Handball-Landesligist hat für nächste Saison den Murnauer Rückraumspieler Thomas Stanglmair verpflichtet.

Der Anruf kam zwei Jahre zu spät. „Es hat mich gewundert, dass sie mich jetzt erst gefragt haben“, sagt Thomas Stanglmair, der selbst ein wenig perplex über die späten Avancen war. Der Handballer des TSV Murnau hatte einst schwer damit gerechnet, dass der TSV Herrsching nicht nur an Stefan Bergmeister, sondern auch an ihm Interesse hege. Doch Uli Sigl traute sich damals nicht, den heute 31-Jährigen auch noch eine Offerte zu machen, „weil er das Herzstück von Murnau ist“. Inzwischen hat der Abteilungsleiter des Landesligisten seinen ganzen Mut zusammengenommen und dem Spielmacher aus dem Werdenfelser Land ein Angebot gemacht, das er nicht zurückweisen konnte. „Ich werde Herrschinger“, verriet Stanglmair, „und ich freue mich drauf.“

Die Verpflichtung ist nicht ganz unproblematisch. Stanglmair ist nach Sean Mackeldey und Stefan Bergmeister bereits der dritte Murnauer, den der Club vom Ammersee an Land gezogen hat. Zwar hat Stanglmair seit Januar wegen einer Schulterverletzung kein Spiel mehr für seine Mannschaft bestritten, doch seine Entscheidung trifft den Bezirksoberligisten, der sich mitten im Abstiegskampf befindet, hart. „Er war dort Jahre lang ein Leistungsträger“, weiß auch Sigl.

Wie sehr Stanglmair das Spiel der Murnauer prägte, konnten die Herrschinger in den vergangenen Jahren in den direkten Duellen studieren. Auch Stanglmair erinnert sich an „heiße Duelle“ mit dem Rivalen vom Ammersee, die nicht selten bis an die Grenzen des Erlaubten gingen. Zum Glück für die Herrschinger ist der Neuzugang kein nachtragender Mensch. „Ich habe kein Problem damit, dass man sich früher auf dem Spielfeld geschlagen hat.“

Herrsching bietet dem Routinier noch einmal die Möglichkeit, sich in einer anspruchsvollen Liga zu beweisen. „Ich habe schon vor drei, vier Jahren gesagt, dass ich Bock hätte, noch einmal höher zu spielen.“ In den Jahren zwischen 2008 und 2011 hat er diese Erfahrung bereits beim TuS Fürstenfeldbruck gemacht. Mit dem damaligen Bayernligisten schaffte er den Aufstieg in die 3. Liga. Allerdings war sein Körper zu diesem Zeitpunkt um einiges fitter als heute. „Ich bin körperlich schon ein Wrack“ gibt er zu, dass der Leistungssport seinen Tribut gefordert hat.

Stanglmair sieht es deshalb auch als Herausforderung an, sich für die Landesliga noch einmal in Form zu bringen. Die drei Trainingseinheiten, die die Herschinger pro Woche schieben, dürften ihm dabei weiterhelfen, obwohl es für den selbstständigen Unternehmer aus der Autobranche sicherlich nicht einfach wird, Beruf und Sport miteinander zu koordinieren.

Aber egal wie Stanglmair seine verschiedenen Verpflichtungen unter einen Hut bekommt, er bedeutet für Herrsching auf alle Fälle einen echten Prestigegewinn. „Der ist schon eine Hausnummer“, weiß Sigl, dass ihm mit der Verpflichtung des Murnauers ein absoluter Coup auf dem Transfermarkt gelungen ist.

Sportlich erwartet er sich von seinem neuen Führungsspieler, dass er das Spiel des Landesligisten in die Hand nimmt und das Team führt. Dafür hat er ihm die Trikotnummer elf bereits reservieren lassen, die Stanglmair seit seiner Kindheit trägt. Eigentlich sollte Alexander Kurtenbach in dieser Saison die Rolle des Dirigenten ausfüllen, doch der ehemalige Friedberger warf im Januar überraschend das Handtuch.

Stanglmair scheint dagegen eine recht realistische Einschätzung von seiner künftigen Mission zu besitzen: „Vielleicht kann ich ein bisschen was ändern.“ Er sieht jedenfalls noch großes Potenzial bei seinem zukünftigen Club. In erster Linie geht es ihm darum, das Angriffsspiel, das vor allem auf dem wurfgewaltigen Rückraum basiert, etwas variabler zu gestalten. Wunderdinge sollten sie am Ammersee aber nicht von Thomas Stanglmair erwarten. „Ich sehe mich nicht als der Handball-Messias.“ Eher als einen Spätberufenen. Christian Heinrich

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