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Die Helferkreise suchen Wohnungen, damit anerkannte Flüchtlnge, die ihre Familien nach Deutschland holen, nicht mehrin den Containern wohnen müssen.

Familiennachzug

Wohnungen dringend gesucht

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Herrsching - Der Familiennachzug bereitet allen Probleme: Keiner weiß, wer zuständig ist und wer zahlt. Und die Helferkreise wollen helfen, richten mit unabgesprochenen Spenden für Tickets aber nur ein großes Durcheinander an. Mehr Absprache fordern die Behörden. Und mehr Vermieter. Wer eine Wohnung frei hat, kann sie an zentraler Stelle melden.

Eigentlich, das meint zumindest Hannelore Doch, „ist das Durcheinander für die Regierung endlich ein Signal, zu reagieren und Rechtssicherheit zu schaffen“. Hannelore Doch ist die Koordinatorin für die Helferkreise in Herrsching und Breitbrunn. Sie ist zugleich Gemeinderätin und in dieser Eigenschaft Beauftragte für Integration. „Natürlich war bekannt, dass die ersten Flüchtlinge, sobald sie anerkannt sind, ihre Familien nachholen wollen“, sagt sie. Das sei nachvollziehbar. Der Syrer Ibrahim Sido habe dies schon angekündgt, als er noch am Martinsweg wohnte. Ebenso der Iraker, dessen Familie bereits auf dem Weg sein soll.“ Aber wann, war nicht bekannt. Hannelore Doch hat am Mittwoch an alle Helfer in Breitbrunn und Herrsching – es sind zirka 90 – eine E-Mail geschickt, mit der Bitte um eine bessere Absprache. „Unbedingt müssen auch die Behörden benachrichtigt werden“, schrieb sie angesichts der zugespitzten Situation am Dienstag.

128 Flüchtlinge leben in Herrsching, 62 in Breitbrunn. Wie viele bereits anerkannt sind, entzieht sich Hannelore Dochs Kenntnis. „Früher gab es Listen mit den Namen und wo sie untergebracht sind. Mittlerweile gibt es aus Datenschutzgründen nur noch Listen mit Namen und Herkunftsland.“ Der Rest laufe im jeweiligen Sozialbüro der Anlage zusammen – oder bei den Paten, die es in diesem Fall gut gemeint und eine Einzelaktion gestartet hatten, die allerdings offensichtlich nicht zu Ende gedacht war.

Obdach und Asyl sind in Herrsching schon lange ein Reizthema, für das Bürgermeister Christian Schiller bei der Regierung eine Lösung fordert. Zuletzt stimmte der Gemeinderat dafür, einen Arbeitskreis Wohnen einzurichten, da es außer anerkannter Füchtlinge nicht wenige Herrschinger gibt, denen Obdachlosigkeit droht. Der Platz allerdings fehlt.

Auch der Helferkreis initiiert derzeit neben der bestehenden Arbeitsbörse eine Wohnungsbörse. „Der Name ist ein wenig hochgegriffen“, sagt Birgit Eckert-Gmell. Die Herrschingerin  sitzt im Sprecherrat der 14 Helferkreise im Landkreis. „Aber dadurch, dass wir so gut vernetzt sind, kamen wir auf die Idee.“ Man könne dies nur landkreisweit angehen, findet sie. „Aber offiziell sind wir noch nicht aufgestellt. Wir könnten auch nur beraten, über Kostensicherheit etwa, da das Jobcenter bei Arbeitslosigkeit die Miete zahlt.“ Gerne hätte sie auch Kommunen im Boot, die Wohnungen anmieten und weitervermieten. Bis dahin können sich Anbieter an das Landratsamt, an die Unterkunftsaquise dort, wenden. „Die leiten die Interessenten dann weiter an uns.“ Wie notwendig diese Börse ist ist, hat jedenfalls der Familiennachzug bewiesen.

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