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Die Scheiben sind hin: Der Glaser war schon da, bis zu 5000 Euro kostet die Reparatur von Rahmen und zerbrochenem Glas, auf das Klaus Reiner Blümel deutet. Er schaute sich den Schaden im Kiosk an, in dem seine Tochter arbeitet.

Sachbeschädigung

50-Jähriger wütet im Seewinkel

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Herrsching - Ein zunächst Unbekannter liegt völlig betrunken auf der Straße und muss von der Polizei Herrsching aufgesammelt werden, erst danach kommt raus, was er im Seewinkel angestellt hat.

Erst habe er sich maßlos geärgert. Als Alexander Urban dann aber genauer hinschaute, erinnerte ihn die Sachbeschädigung an seinem Kiosk eher an einen „Hilferuf“. Urban ist Pächter vom Kiosk im Herrschinger Seewinkel. Dieser wurde in der Nacht auf Sonntag von einem 50-jährigen Mann aus der Oberpfalz beschädigt. Fünf Fensterscheiben wurden eingeschlagen, die Fensterbank zerkratzt. Urban schätzt den Schaden auf 4000 bis 5000 Euro. „Ich hoffe, der Mann ist versichert“, sagt der Kiosk-Pächter, hat aber hörbar Mitgefühl für den Mann.

Die Polizei hatte den 50-Jährigen geschnappt, noch bevor der Schaden gemeldet worden war. Der Oberpfälzer wurde gegen 7 Uhr am Sonntagmorgen auf der Madeleine-Ruoff-Straße liegend gefunden. Weil der Alkomat fast drei Promille anzeigte, wurde er erst in eine Klinik gebracht und dann in Polizeigewahrsam, damit er seinen Rausch ausschlafen konnte. Als er seine Sachen abgab, vermisste er unter anderem einen Laptop, der wenig später aber im Seewinkel gefunden wurde. Blutspuren an den zerbrochenen Scheiben dort und Fingerabdrücke ließen keinen Zweifel daran, dass es der 50-Jährige war, der im Seewinkel den Schaden angerichtet hatte.

Der Mann hatte dort offensichtlich unter dem Vordach übernachtet. „Wir haben da seine Isomatte und eine Decke gefunden, seinen Laptop und seinen Schlüssel“, erzählt Urban. „Er hätte einbrechen können, ist er aber nicht.“ Für Urban ein weiteres Indiz dafür, dass der Mann nicht zu den Randalieren gehört, die üblicherweise am Herrschinger Seeufer ihr Unwesen treiben. Als Urban unter den Scherben die ins Holz geritzten Wörter „Justizungerechtigkeit“, „Nazis“ und dergleichen sah, tat ihm der Täter fast leid. „Der hat einfach Blödsinn gebaut. Seien wir froh, dass er seine Wut an den Fenstern und nicht an Menschen ausgelassen hat.“ Mit den üblichen Sachbeschädigungen habe dies jedenfalls nichts zu tun. Das seien Jugendliche, die in den Toiletten Feuer gemacht und die Wände beschmiert hätten. „Glücklicherweise dürfen wir aber jetzt zusperren, sobald es dunkel wird“, sagt Urban, der diesen Unfug „total schade“ findet, aber wie die Gemeinde noch kein probates Mittel dagegen gefunden hat.

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