Platz für Halle gesucht

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Herrsching - Bürgermeister Christian Schiller kann dem Landkreis kein Grundstück anbieten, darum rief er in der Gemeinderatssitzung Private dazu auf, eine 4000 Quadratmeter große Fläche zur Verfügung zu stellen. Darauf soll  in der zweiten Jahreshälfte eine Halle für Asylsuchende aufgestellt werden.

Die Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern in Herrsching funktioniert – noch – wunderbar. Wenn im Frühjahr weitere 80 Flüchtlinge in das alte Schwesternwohnheim in Breitbrunn einziehen, hat die Ammerseegemeinde mehr bedürftige Menschen aufgenommen als sie müsste. Jedenfalls zurzeit. In der zweiten Jahreshälfte sieht das schon ganz anders aus, deshalb geht nun die Suche nach einem Standort für eine landwirtschaftliche Halle los, die 120 Menschen beherbergen kann. Die Suche wird in Herrsching nicht einfach, schließlich geht es um 4000 Quadratmeter Grund. Die Gemeinde kann dem Landkreis keine entsprechenden Flächen anbieten. Bürgermeister Christian Schiller startete deshalb am Montag im Gemeinderat einen Aufruf.

Wenn er sich auch lange dagegen gewehrt haben mag, Landrat Karl Roth musste einen Aufnahme-Proporz für alle Landkreisgemeinden aussprechen (wir berichteten). So hoch der Anteil der Bevölkerung im Landkreis ist, so viele Asylsuchende muss jede Gemeinde aufnehmen. Bürgermeister Christian Schiller rechnete seinem Gemeinderat am Montag vor, was dies für Herrsching bedeutet: acht Prozent. Dies wären zurzeit 124 Flüchtlinge. Bei einer wöchentlichen Unterbringung von 53 weiteren Flüchtlingen landkreisweit schnellt diese Zahl zügig in die Höhe. Mitte des Jahres beträgt sie für Herrsching schon 232, Ende des Jahres bereits 340.

Zurzeit sind in der Ammerseegemeinde 183 Flüchtlinge untergebracht. Anfang März kommen 80 weitere hinzu. „Bis zur Jahresmitte ist Herrsching damit momentan über Soll“, rechnete Schiller vor. Bis Ende des Jahres wird für mindestens 77 weitere Flüchtlinge Platz benötigt. Damit geht auch in Herrsching die Suche nach einem Standort für eine landwirtschaftliche Halle los, denn Container wie an der Goethestraße sind aktuell keine weiteren lieferbar. Die Halle, die der Landkreis in den Gemeinden plant und für die er Standorte sucht, ist für 120 Menschen ausgelegt. Das Gebäude hat Ausmaße von 50 auf 20 Meter plus Anbau für Sanitärbereich und Küche mit den Maßen 19 auf 19 Meter. Der Landrat fordere schnelle Entscheidungen, machte Schiller deutlich. Da die Gemeinde ein dafür notwendiges 4000 Quadratmeter großes Grundstück nicht anbieten kann, seien nun private Flächenbesitzer gefragt, die „große Flächen, Wiesen und Äcker“ zur Verfügung stellen“. Wie berichtet, sollen die Anlagen an Wohnbebauung angrenzen, dürfen aber im Außenbereich liegen. Nach einer Dauer von fünf bis sieben Jahren, hoffen alle, dass sie zurückgebaut werden können.

„Jetzt haben wir ein bisschen Pause gehabt“, betonte Schiller, „aber im zweiten Halbjahr ist Herrsching wieder in der Pflicht.“

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