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Schwacher Trost: Patrick Steuerwald wurde zum wertvollsten Spieler des TSV Herrsching gewählt. 

Volleyball

TSV Herrsching setzt Negativserie fort

Herrsching - Das war nix! Gegen den TV Rottenburg verlor der TSV Herrsching am Samstagabend klar und deutlich mit 1:3 (19:25, 22:25, 25:22, 20:25).

Ich bin nicht zufrieden“, resümierte Coach Max Hauser nach der Partie. Sein Rottenburger Kollege Hans-Peter Müller-Angstenberger sagte: „Wir haben uns heute das zurückgeholt, was Herrsching uns im Hinspiel geraubt hat. Mit welcher Haltung wir heute in die Partie gegangen sind, verdient ein dickes Lob.“

Eigentlich war alles angerichtet für das erste Spiel im neuen Jahr. Bereits 20 Minuten vor dem ersten Ballwechsel musste die Nikolaushalle geschlossen werden. Die 1000 Fans, die in der Halle einen Platz ergattern konnten, lauschten zunächst der Ansprache seiner königlichen Hoheit. Der „König vom Ammersee“, Hallensprecher Alex Tropschug, blickte nochmal kurz zurück auf das Jahr 2016 („Wir haben gegen den Rekordmeister einen Punkt geholt. Wir sind ins Pokalhalbfinale eingezogen. Und: Wir haben das geilste Trikot des Planeten! Was wollt ihr denn noch?“). Den Bau einer dringend benötigten Spielstätte konnte er freilich nicht verkünden. Aber zumindest versicherte er seinem Gefolge: „Es wird auch 2017 wieder richtig geil.“

Top drauf waren die Erstliga-Volleyballer des TSV Herrsching allerdings noch nicht. Die Ende November gestartete Negativ-Serie wurde ausgebaut. Seit nunmehr fünf Spielen wartet der Tabellensiebte auf einen Sieg. Zumindest im Kampf um Platz sechs, der zur direkten Playoff-Teilnahme berechtigt, hat sich nichts geändert. Am Sonntag verlor der TV Bühl erwartungsgemäß beim Meister Berlin Recycling Volleys mit 0:3. Weiterhin liegt Herrsching zwei Punkte hinter Bühl. Am kommenden Wochenende steht das Auswärts-Doppel bei den Netzhoppers und VCO Berlin an, Bühl muss seinerseits gegen Friedrichshafen ran. Für Hauser ein „wichtiges Wochenende“. Dass sein Team nun unter Druck steht, macht die Sache nicht leichter.

Die Geschichte des Spiels gegen Rottenburg ist schnell erzählt. „Wir haben keinen Ball auf den Boden gekriegt“, sagte Tom Strohbach. Der Ex-Rottenburger enttäuschte ebenso wie die meisten seiner Kollegen. Acht der 17 Strohbach-Aufschläge landeten im Netz oder im Aus. Insgesamt fabrizierte Herrsching 21 Aufschlagfehler (bei 87 Versuchen). Für einen „Aufschlag-Freak“, wie sich Hauser selbst bezeichnet, freilich ein Unding. An diesen Basics wird in den kommenden Tagen zu arbeiten sein. Auch in den anderen Elementen waren die Gäste aus Baden-Württemberg klar besser. Schwache Annahme, schwacher Angriff. Es schien, als befände sich Herrsching noch im Winterschlaf. So ging Satz eins deutlich an Rottenburg (19:25).

Auch im zweiten Durchgang (22:25) fehlte es Herrsching an Präzision und Timing. Immer wieder leistete man sich einfache, vermeidbare Fehler. Nachdem die Ammerseer den dritten Satz für sich verbuchen konnten (25:22), hofften die Zuschauer auf die Wende, doch die starken Gäste machten im vierten Satz abermals kurzen Prozess (20:25). „Die Einstellung hat mir nicht gefallen. Es fehlten die Emotionen“, sagte Hauser.

Nichts Neues gibt es zum Thema Spielstätte. Ende Januar werden die Herrschinger Verantwortlichen im Gemeinderat vorstellig. Dort wolle man, so Fritz Frömming, einen völlig neuen Vorschlag unterbreiten. Der Manager teilte mit, dass man mit „zwei, drei Großkonzernen, die interessiert sind, uns zu unterstützen, im Gespräch“ ist. Bei der Volleyball-Bundesliga jedenfalls wurde vorsorglich ein Antrag auf Verlängerung der Ausnahmegenehmigung für die aktuelle Spielstätte gestellt. Frömming zeigte sich optimistisch, dass in Herrsching auch in der kommenden Saison Erstliga-Volleyball geboten werden wird.

Dirk Schiffner

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